Londoner Polizeibeamte haben im Oktober 2026 entschieden, gegen Sarah Helm wegen eines Beitrags über die Gruppe Palestine Action keine Ermittlungen einzuleiten. Der Post der Ehefrau von Premierminister Andy Burnhams nationalem Sicherheitsberater Jonathan Powell erfülle laut den Beamten keinen Straftatbestand.
Eklat um Post und Verlagssperre
Helm reagierte im Nachrichtendienst auf eine Mitteilung des Verlags Faber, der angekündigt hatte, die Bücher der irischen Autorin Sally Rooney in Großbritannien vorerst nicht mehr zu vertreiben nachdem Rooney angekündigt hatte, ihre Tantiemen der Gruppe Palestine Action zukommen zu lassen. Im Oktober 2026 sorgte eine Äußerung der Journalistin und Autorin Sarah Helm auf der Plattform X für erhebliche politische und gesellschaftliche Debatten.
Sarah Helm erklärte: „Gott helfe uns Autoren, die Palästina und Palestine Action unterstützen.
Palestine Action gilt im Vereinigten Königreich seit einer Abstimmung von Parlamentsabgeordneten im Juli 2025 als terroristische Organisation. Die Mitgliedschaft oder Unterstützung der Direktaktivisten kann seither nach britischem Recht mit Haftstrafen von bis zu 14 Jahren geahndet werden.

Polizei gibt Entwarnung
Die Organisation wertete Helms Post zunächst aus, um mögliche rechtliche Schritte zu prüfen wobei Ermittler bewerteten, ob der Inhalt geeignet war, die verbotene Organisation zu unterstützen, nachdem die Kampagne gegen Antisemitismus (CAA) und weitere Kreise eine Überprüfung des Beitrags gefordert hatten.
Am darauffolgenden Samstag gaben die Beamten jedoch Entwarnung. Ein Sprecher der Polizei erklärte, der Beitrag überschreite nicht die strafrechtliche Schwelle und es würden keine weiteren Schritte eingeleitet.
Parallel dazu distanzierte sich die Downing Street umgehend von der Äußerung und betonte in einer offiziellen Erklärung:
Ein Regierungssprecher betonte: „Diese Ansichten werden von einer Einzelperson vertreten, die die Regierung in keinerlei Hinsicht repräsentiert.
Druck auf den Sicherheitsberater
Die konservative Abgeordnete Alicia Kearns wandte sich schriftlich an Premierminister Andy Burnham und stellte infrage, ob Jonathan Powell in seiner Funktion als nationaler Sicherheitsberater zu halten sei da die Äußerungen seiner Ehefrau Fragen zur Handhabung sensibler Sicherheitsinformationen aufwerfen.

Alicia Kearns sagte: „Wir können es nicht zulassen, dass die Ehefrau des nationalen Sicherheitsberaters twittert, welche Entscheidungen ihr Ehemann getroffen hat oder nicht getroffen hat.
In der Debatte über das Verbot und die politischen Reaktionen äußerten sich auch weitere Amtsträger. Im britischen Oberhaus erkundigte sich Baroness Ludford danach, ob die Beiträge von Sarah Helm ignoriert oder als akzeptabel eingestuft worden seien. Lord Callanan warf daraufhin die Frage auf, wie Helm überhaupt wissen könne, ob Powell an einer bestimmten Regierungsentscheidung beteiligt gewesen sei oder nicht, da ohnehin niemand wisse, wer in der Regierung in diese Entscheidung involviert war.
Für den kommenden Monat ist eine Verhandlung am Obersten Gerichtshof angesetzt, bei der über die von Aktivisten wie Huda Ammori angestrebte Aufhebung des Verbots von Palestine Action entschieden werden soll, während Amnesty International darauf verweist, dass seit dem Inkrafttreten des Verbots im Vorjahr bereits mehr als 3.500 Personen im Land festgenommen wurden.
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