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Gesundheit

Masern in Pennsylvania: Erste Todesfälle seit 35 Jahren gemeldet

Pennsylvania verzeichnet im Jahr 2026 die ersten Masern Todesfälle seit 35 Jahren, während die US-Fallzahlen im August bereits 2.777 Fälle übersteigen. Infektiologen warnen vor neuen Verlaufsformen und angeborenen Infektionen bei Neugeborenen, da sich das hoch ansteckende Virus im ganzen Land rapide ausbreitet.

Die US-Masernzahlen für das Jahr 2026 haben bereits im Spätsommer die Gesamtzahlen des Vorjahres übertroffen und markieren den höchsten Stand seit 1991. Besonders in Pennsylvania schlägt das Ausbruchsgeschehen alarmierende Wellen, nachdem zwei Todesfälle durch Komplikationen des Virus verzeichnet wurden – die ersten Masern-Todesfälle im Commonwealth seit 35 Jahren, wie offizielle Stellen bestätigen.

Steigende Fallzahlen in Pennsylvania und bundesweiter Trend

Bis zum 20. August 2026 registrierten die Behörden bundesweit 2.777 bestätigte Masernfälle in 47 Bundesstaaten und Jurisdiktionen. Bis zum 18. September kletterte die Zahl der bestätigten Infektionen laut Bundesdaten auf 3.471 Fälle bei insgesamt 39 Ausbrüchen. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 meldeten die US-Behörden 2.289 bestätigte Fälle, während es 2024 lediglich 285 waren.

Diese Dynamik führt dazu, dass Ärzte in Kliniken mit Krankheitsbildern konfrontiert werden, die in der modernen Medizin jahrzehntelang kaum eine Rolle spielten. Sinkende Impfquoten und eine abnehmende natürliche Immunität bei jungen Erwachsenen begünstigen die Verbreitung des Erregers, berichten Fachleute aus der klinischen Praxis.

Angeborene Masern und neue klinische Verläufe bei Neugeborenen

Im Zentrum der aktuellen Sorge stehen sogenannte angeborene Masern. Diese potenziell lebensbedrohliche Form entsteht, wenn eine infizierte Mutter kurz vor der Entbindung das Virus im Mutterleib oder während der Geburt auf ihr Kind überträgt. In Lancaster County führte ein schwerer Fall bei einer nicht geimpften Mutter dazu, dass ein Kind tot zur Welt kam; der zuständige Gerichtsmediziner klassifizierte den Vorfall als masernassoziierten Todesfall.

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Photo: Nypost

Etwa 30 Prozent der Neugeborenen, deren Mütter rund um den Geburtstermin infiziert sind, stecken sich ebenfalls an. Dr.

Dr. John Goldman, Infektiologe am University of Pittsburgh Medical Center, erklärte, dass man aufgrund dieser Entwicklung im wahrsten Sinne des Wortes neue Formen von Masern erlebe.

Masern in Pennsylvania: Erste Todesfälle seit 35 Jahren gemeldet
Photo: prevention.com

Er fügte hinzu, dass man nicht viele Informationen darüber habe, was genau damit einhergehe. Auch Dr.

Dr. Manish Trivedi, Leiter der Infektiologie bei AtlantiCare, erläuterte, dass angeborene Masern beim Neugeborenen typischerweise innerhalb der ersten zehn Lebenstage mit Fieber und Hautausschlag auftreten und gelegentlich schwere Komplikationen wie eine Lungenentzündung, eine Gehirnentzündung oder sogar den Tod verursachen können.

Darüber hinaus erhöht eine Infektion das Risiko für subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), eine seltene und fast ausnahmslos tödliche neurologische Erkrankung des Gehirns. Um dem mangelnden Erfahrungsschatz in der Pädiatrie zu begegnen, hat die American Academy of Pediatrics kürzlich einen Leitfaden mit Handlungsempfehlungen veröffentlicht.

Wer braucht eine MMR-Auffrischung? Experten klären auf

Angesichts der Ausbrüche stellen sich viele Menschen die Frage nach dem Impfschutz. Die Standardempfehlung der US-Gesundheitsbehörde CDC sieht eine zweimalige MMR-Impfung vor, die zu 97 Prozent wirksam ist. Eine einzelne Dosis bietet eine Wirksamkeit von 93 Prozent.

Talking to an infectious disease doctor about measles

Einen klassischen Booster im Sinne von Auffrischungsimpfungen bei nachlassendem Schutz gibt es bei Masern laut Dr. Amesh A. Adalja, einem leitenden Wissenschaftler am Johns Hopkins Center for Health Security, im technischen Sinne nicht. Dr. Amesh A. Adalja erläuterte dazu, dass die Masernimmunität nicht auf dieselbe Weise nachlässt wie die Immunität gegen Keuchhusten oder COVID. Vollständig geimpfte Personen benötigen demnach keine erneute Dosis.

  • Impfung zwischen 1963 und 1967: Personen, die in diesem Zeitraum eine inaktivierte Totimpfstoff-Variante erhielten, verfügen laut Dr. Thomas Russo, Professor und Leiter der Infektiologie an der University at Buffalo, über keinen dauerhaften Schutz. Diese Dosen gelten als ungültig, es sei denn, es liegt der Nachweis einer Lebendimpfung vor.
  • Geburtsjahrgang vor 1989: In dieser Ära war oft nur eine einzige Impfdosis vorgesehen, weshalb Mediziner Angehörigen dieser Gruppe raten, ihren Impfstatus zu überprüfen.

Schutzmaßnahmen für Schwangere und Expositionsmanagement

Schwangere Frauen sind besonders gefährdet, schwere Komplikationen zu entwickeln. Dr. Trivedi betont jedoch, dass immunisierte werdende Mütter gut geschützt sind. Da der MMR-Impfstoff einen abgeschwächten Lebenderreger enthält, darf er während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden.

Masern in Pennsylvania: Erste Todesfälle seit 35 Jahren gemeldet
Photo: pa.gov

Nicht immune Schwangere sollten sich daher vor einer geplanten Schwangerschaft oder nach der Entbindung impfen lassen. Kommt eine nicht immune werdende Mutter mit dem Virus in Kontakt, raten Mediziner zu schnellem Handeln: Innerhalb von sechs Tagen nach der Exposition kann intravenöses Immunglobulin verabreicht werden, um das Infektionsrisiko und die Schwere der Erkrankung zu mindern.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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