Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado ist nach fast einem Jahr im Ausland überraschend nach Venezuela zurückgekehrt. Ihre Ankunft in Caracas und im Bundesstaat Lara löste bei Anhängern große Begeisterung aus. Sie fordert gemeinsam mit anderen Oppositionsführern einen festen Termin für Präsidentschaftswahlen, während die von den USA gestützte Interimsregierung unter Delcy Rodríguez an der Macht bleibt.
María Corina Machado kehrt nach Monaten im Exil nach Venezuela zurück
Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado ist nach fast einem Jahr im Ausland in ihre Heimat zurückgekehrt. Die Friedensnobelpreisträgerin, die im Dezember Norwegen erreicht hatte, um dort mit dem Friedensnobelpreis geehrt zu werden, wandte sich am Sonntag über die Plattform X an die Öffentlichkeit. Mit den Worten Ich bin hier.
Nach Angaben ihrer Partei Vente Venezuela befand sich die 59-Jährige wieder auf heimischem Boden. Zuvor hatte sie sich in Panama aufgehalten und Medienberichten zufolge Rückkehrversuche unternommen. Sie war nach Protesten gegen eine geplante Vereidigung Maduros im Januar 2025 kurzzeitig festgenommen worden und hatte anschließend im Land im Untergrund gelebt.
Ihr Mitstreiter Edmundo González begrüßte die Rückkehr ebenfalls auf X. Er erklärte, dass die gemeinsame Stimme der Opposition nun wieder im Land sei, um den politischen Prozess anzuführen. Unter den Zurufen der Menge war laut Berichten auch ein Mann zu hören, der rief: Long live freedom, damn it!
Eine Frau wischte sich Tränen ab und nannte die Ankunft ein Wunder, während andere Augenzeugen fassungslos reagierten. Machado reiste daraufhin weiter Richtung Caracas, begleitet von einer großen Menschenmenge, die sich einem stundenlangen Autokorso anschloss oder die Anführerin erwartete.
Heute ist ein sehr wichtiger Tag für die Venezolaner. Unsere souveräne Stimme kehrt mit ihr zurück, um diesen Prozess anzuführen und zu leiten!
Edmundo González
Politische Reaktionen in Caracas und Washington auf Machados Rückkehr
Die Rückkehr der Oppositionsführerin trifft auf eine stark veränderte politische Landschaft. Seit der Gefangennahme des autoritären Machthabers Nicolás Maduro durch das US-Militär im Januar in der Hauptstadt Caracas wird das ölreiche Land von der ehemaligen Vizepräsidentin Delcy Rodríguez regiert. Rodríguez, eine ehemalige Verbündete Maduros, erhielt nach ihrem Amtsantritt den Segen der US-Regierung für eine wirtschaftliche Stabilisierung des Krisenstaates. US-Präsident Donald Trump hat die Zusammenarbeit mit Rodríguez wiederholt gelobt und sie als wunderbar sowie als eine großartige Person bezeichnet, obwohl er ihre frühere Regierung zuvor als aus Narco-Kommunisten bestehend charakterisiert hatte.
Die venezolanische Oppositionsführerin Maria Corina Machado ist nach fast einem Jahr in ihr Heimatland zurückgekehrt. https://t.co/4V92tDMAys
— https://x.com/srfnews/status/2114617071720124807
US-Außenminister Marco Rubio erklärte auf X, dass von den USA unterstützte Gespräche die Voraussetzungen für eine sichere Rückkehr von Machado geschaffen hätten. US-Präsident Donald Trump äußerte sich ebenfalls zu dem Vorfall, betonte jedoch, er habe von der Einreise im Vorfeld nichts gewusst. Gleichzeitig bezeichnete er Machado als eine sehr nette Frau, die ihm ihre Nobelpreismedaille übergeben hatte, und fügte hinzu, er hoffe, dass sie in Sicherheit sei.
Wirtschaftliche Verträge und Forderungen nach freien Wahlen
Die Rückkehr erfolgt nur wenige Wochen, nachdem die US-Regierung einen großen Öl-Deal mit Venezuela unterzeichnet hat, der den USA eine hundertjährige Konzession über rund 65 Milliarden Barrel Rohöl einräumt. Während Machado diesen Deal offen kritisiert, richtet sie ihre Kritik gezielt auf Caracas und Betancourt, während sie gleichzeitig darauf bedacht ist, Präsident Trump nicht zu kritisieren, dessen Vertrauen und Unterstützung sie für ihre weiteren Schritte sucht. Unterstützer von Machado hielten zudem in Caracas Demonstrationen ab, in denen sie ihre Rückkehr forderten.

Der venezolanische politische Analyst Beningno Alarcon bezeichnete die Rückkehr als das bedeutendste politische Ereignis seit dem 3. Januar und betonte, dass sie die wichtigste politische Führungspersönlichkeit im Land repräsentiere. Der Empfang zeige, dass ihre Mobilisierungsfähigkeit intakt geblieben sei und die Opposition nun wieder eine Präsenz vor Ort besitze, anstatt ausschließlich im Exil zu agieren. Die oppositionellen Kräfte fordern vehement einen festen Termin für Präsidentschaftswahlen, während US-Beamte vorerst die wirtschaftliche Stabilisierung in den Vordergrund gestellt haben.