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Welt

König Charles III. reist im Oktober 2026 auf Tour in die Karibik

König Charles III. reist am 27. Oktober 2026 zu einer neuntägigen Tour in die Karibik, die ihn über die Bahamas und Guyana nach Antigua und Barbuda führt.

König Charles III. beginnt karibische Staatsreise mit straffem Programm

Am 27. Oktober 2026 hat King Charles III. eine neuntägige Karibik-Tour begonnen, die ihn gemeinsam mit Königin Camilla in drei Länder führt. Die Reiseroute ist eng getaktet und führt den Monarchen zunächst auf die Bahamas, anschließend nach Guyana und schlussendlich nach Antigua und Barbuda. Dort endet die Tour am 4. November mit der Teilnahme am Commonwealth Heads of Government Meeting, kurz CHOGM. Der Buckingham-Palast hat den Staatsbesuch über Monate vorbereitet, um Gemeinschaften, Kulturen und die Natur innerhalb der Commonwealth-Familie zu würdigen.

King charles queen camila for caribbean visit
Foto: bahamasspectator.com

Die Ankunft des Monarchen in der Karibik zieht unvermeidlich direkte Vergleiche zu der stark umstrittenen bereisten Tour von Prinz William und Catherine im März 2022 nach sich. Jene achttägige Reise nach Belize, Jamaika und auf die Bahamas war im Jahr 2022 von breiten öffentlichen Protesten, heftiger Kritik an den bildlichen Darstellungen und starkem verfassungsrechtlichem Gegenwind geprägt gewesen. Während jenes Besuchs hielt der jamaikanische Premierminister Andrew Holness während eines formellen bilateralen Treffens eine direkte und deutliche Botschaft an Prinz William und Catherine gerichtet vor Fernsehkameras fest, dass Jamaika den nächsten Schritt gehe, um seine Bestimmung als unabhängige Republik zu erfüllen und die Verbindungen zur britischen Krone zu lösen. Die Nachwirkungen jener Tour von 2022 beschleunigten in mehreren karibischen Realms die Diskussionen über die Abschaffung des britischen Monarchen als Staatsoberhaupt.

Für den König ist die Region keineswegs neu. Neben seinen früheren Reisen blickt der Monarch auf insgesamt mehr als 100 Auslandsreisen zurück, wobei die allerersten noch aus seiner Zeit als Herzog von Cornwall stammen. Im Jahr 2017 besuchte er nach den verheerenden Hurrikans Irma und Maria Antigua und Barbuda, im Jahr 2019 bereiste er Kuba gemeinsam mit Camilla, und in Guyana war er bereits im Jahr 2000 sowie auf den Bahamas im Jahr 1973 zu Gast. 2021 reiste er als Prinz von Wales nach Barbados, als der Inselstaat Queen Elizabeth II. als Staatsoberhaupt ablöste und zur Republik wurde. Doch die politischen Vorzeichen haben sich verschärft. Historiker wie Sir Anthony Seldon stufen die aktuelle Reise als größtes Risiko seiner Amtszeit ein, da zentrale Fragen des Besuchs außerhalb seiner direkten Kontrolle liegen.

LIVE: King Charles attends Bahamian youth rally on Caribbean tour stop

Reparationsforderungen und historische Altlasten der Krone

Der britische Historiker Sir Anthony Seldon schätzte gegenüber der BBC ein, dass der König hierbei vor der bislang schwersten Aufgabe seiner Amtszeit stehe, da so vieles schlicht außerhalb seiner Kontrolle liege. Der Experte Philip Murphy, ehemaliger Direktor des Institute of Commonwealth Studies, erklärte gegenüber der Sunday Times, dass Charles die Angelegenheit so gut wie irgendjemand handhaben werde, da er sehr gut mit Menschen umgehen könne und sich als hervorragender konstitutioneller Monarch sowie als exzellenter Kommunikator erwiesen habe. Expertin Roya Nikhah betonte zudem, dass dem König bewusst sei, dass dieser Besuch holprig verlaufen werde und er sich der Tatsache stelle, dass er als letztes royales Oberhaupt des Commonwealth dorthin reise.

Hinter den Kulissen von Jugendtreffs, Naturschutzprojekten und offiziellen Empfängen drängt eine laute Reparationsbewegung darauf, Großbritanniens koloniale Vergangenheit ins Zentrum der Gespräche zu rücken. Prof. Hilary Beckles, der Vorsitzende der CARICOM Reparations Commission, hat den König öffentlich dazu aufgerufen, ernsthafte Wiedergutmachungsgespräche zu unterstützen. Beckles verweist dabei auf die historische Bereicherung des Königshauses durch die Sklaverei. Auch in Guyana fordern Vertreter wie Eric Phillips, der Kopf des lokalen Reparationskomitees, eine offizielle Entschuldigung.

Charles und camilla bei ihrer karibik reise
Foto: rtl.de

Hinter den Kulissen von Jugendtreffs, Naturschutzprojekten und offiziellen Empfängen drängt eine laute Reparationsbewegung darauf, Großbritanniens koloniale Vergangenheit ins Zentrum der Gespräche zu rücken. Historische Aufzeichnungen der Royal African Company, der South Sea Company, der Royal Navy und von Kolonialbeamten belegen zudem, dass die Krone das karibische Sklavensystem über mehrere Monarchien hinweg über fast 250 Jahre hinweg plante, finanzierte, durchsetzte und profitierte, womit Großbritanniens langjährige Verteidigung widerlegt wird, wonach die koloniale Sklaverei ausschließlich das Werk privater Unternehmen gewesen sei.

Es ist an der Zeit, die britische Krone dorthin zu stellen, wo sie hingehört: in das Zentrum unserer Analyse des transatlantischen Sklavenhandels, seiner historischen Hinterlassenschaften und des Strebens nach Wiedergutmachung für die Sklaverei.

Professor Brooke Newman, via Bahamasspectator

Die Position des Buckingham-Palastes und der britischen Regierung

Charles selbst hat die Sklaverei in früheren Reden als entsetzliche Gräueltat bezeichnet und die wissenschaftliche Aufarbeitung der königlichen Sklaverei-Verbindungen unterstützt. Mitten in dieser politisch aufgeladenen Atmosphäre gab es dennoch bedeutsame Gesten abseits der Kernroute: So wurde bekannt, dass König Charles der inhaftierten burmesischen Anführerin Aung San Suu Kyi zwei Bücher und einen versiegelten Brief über das burmesische Militärregime zukommen ließ. Ob der Balanceakt zwischen diplomatischem Protokoll und moralischer Verantwortung in der Karibik gelingt, wird entscheidend davon abhängen, wie die Stationen bis zum Ende der Tour am 4. November verlaufen.

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Das Commonwealth-Gipfeltreffen in Antigua und Barbuda als Abschluss

Die Tour gipfelt in dem Treffen in Antigua und Barbuda, bei dem die 56 unabhängigen Staaten umfassende Gemeinschaft des Commonwealth im Mittelpunkt steht, während die Frage nach dem Umgang mit den historischen Altlasten des britischen Kolonialreichs das Bündnis weiter begleitet.

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König Charles III. reist im Oktober 2026 auf Tour in die Karibik
Foto: thenews.com.pk
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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