Der parteilose Kandidat Jascha Rohr hat die Oberbürgermeister-Stichwahl in Oldenburg am 27. September 2026 gewonnen. Nach Angaben der Stadt Oldenburg setzte er sich nach vollständiger Auszählung mit 51,55 Prozent der Stimmen gegen seinen Konkurrenten Ulf Prange von der SPD durch.
In einer engen Stichwahl hat sich der von den Grünen und der CDU unterstützte parteilose Bewerber Jascha Rohr gegen Ulf Prange durchgesetzt. Das vorläufige amtliche Endergebnis nach vollständiger Auszählung beziffert Rohrs Stimmenanteil auf 51,55 Prozent. Sein SPD-Gegenspieler, der Landtagsabgeordnete Ulf Prange, erreichte 48,45 Prozent. Damit trennten die beiden Kandidaten am Ende lediglich 1.850 Stimmen.
Wahlbeteiligung und dramatische Aufholjagd nach dem ersten Durchgang
Das Ergebnis markiert einen deutlichen Umschwung im Vergleich zum ersten Wahlgang am 13. September 2026. Damals hatte Ulf Prange mit 33,2 Prozent noch vor Jascha Rohr gelegen, der 30,5 Prozent der Stimmen auf sich vereinigte. Da kein Bewerber die absolute Mehrheit erreichte, wurde die Stichwahl notwendig. Die Wahlbeteiligung sank im Vergleich zum ersten Durchgang – bei dem rund 64 Prozent der Wahlberechtigten an die Urnen getreten waren – deutlich ab und lag bei der Stichwahl bei rund 44 Prozent.

In der Grünen-Geschäftsstelle am Julius-Mosen-Platz feierten Unterstützer den Sieg lautstark, während im Wahlzentrum PFL Trost und Beifall für den unterlegenen Sozialdemokraten gespendet wurden. Rohr selbst betonte, dass vor allem die intensive Mobilisierung in den letzten zwei Wochen zum Erfolg beigetragen habe.
„Ich fühl mich großartig, ich habe ein tolles Team gehabt im Wahlkampf.“
Jascha Rohr, Wahlsieger
Das Ende der Ära Krogmann und die Reaktionen im Rathaus
Mit dem Wahlausgang endet die zwölfjährige Amtszeit des amtierenden Oberbürgermeisters Jürgen Krogmann (SPD), der seit 2014 an der Spitze der Stadtverwaltung gestanden hatte. Krogmann hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, für eine weitere achtjährige Amtszeit nicht zur Verfügung zu stehen. Zum Abschied blickte er wehmütig auf seine Regierungszeit zurück und betonte gegenüber dem NDR, er hätte sicher noch zwei, drei Jahre machen können
, da er nach wie vor fit sei.

Der unterlegene Kandidat Ulf Prange zeigte sich nach Bekanntgabe des knappen Resultats enttäuscht. Im Gespräch mit Anhängern erklärte er, dass der Ausgang bitter sei, vor allem wegen des knappen Abstands. Als mögliche Faktoren für das Ergebnis nannte er die Diskussionen um die Kostenentwicklung beim Flötenteichbad sowie kritisierte Entscheidungen Krogmanns kurz vor Ende von dessen Amtszeit.
Haushaltsprioritäten und Debatte um den Stadionneubau
Als erste Amtshandlung kündigte der künftige Oberbürgermeister an, sich intensiv der städtischen Finanzplanung widmen zu wollen. Der Haushaltsplan befinde sich in der Vorbereitung und müsse zügig durch den neuen Rat verabschiedet werden, wofür ein geordneter Prozess erforderlich sei.
Zugleich wertete Rohr die Abstimmung auch als ein Votum über das umstrittene Projekt eines Stadionneubaus in Oldenburg. Der Frustration in der Bevölkerung sei groß, allerdings sehe er angesichts der bestehenden politischen Mehrheitsverhältnisse im Rat keine realistische Möglichkeit, dass das Vorhaben noch einmal gekippt werde.
„Der Haushalt ist in Vorbereitung, und der Haushalt muss relativ schnell vom neuen Rat verabschiedet werden, und ich finde, da brauchen wir einen guten Prozess.“
Jascha Rohr, künftiger Oberbürgermeister
Neben den finanziellen Aufgaben will Rohr den Fokus verstärkt auf die Einbindung der Bürgerschaft richten. Er reagierte damit auf den im Wahlkampf wahrgenommenen Frust von Menschen, die sich bei kommunalen Entscheidungen nicht ausreichend gehört fühlten.
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