Der Schriftsteller und Illustrator Janosch ist am 4. November 2026 im Alter von 95 Jahren auf Teneriffa gestorben. Dies teilte sein Verleger Bernhard Feil am Mittwoch mit, nachdem der Künstler friedlich in seinem Haus auf der Insel eingeschlafen war. Millionen Leserinnen und Leser weltweit wurden durch seine Figuren wie den kleinen Bären, den kleinen Tiger und die Tigerente geprägt, die in rund 40 Sprachen übersetzt wurden.
Ein Leben zwischen Oberschlesien und weltweitem Erfolg
Geboren wurde der Autor am 11. März 1931. Sein Vater Johann Eckert benannte ihn nach dem SA-Mann Horst Wessel, um die polnische Herkunft der Familie zu verbergen. Die Kindheit, die Janosch später als „Hölle“ bezeichnete, war von Gewalt durch die Eltern sowie einer strengen katholischen Erziehung geprägt, die in ihm Ängste vor Sünde und dem Fegefeuer schürte. Nach dem Krieg zog die Familie 1946 nach Oldenburg. Später besuchte er eine Textilfachschule und versuchte sich an der Akademie der Bildenden Künste in München, doch die Hochschule lehnte ihn ab. Der Weg zum Weltruhm erwies sich als steinig, da seine ersten Werke floppten.”
Was für ein großer Autor! In meinem Nachruf ist Janosch noch einmal zu hören. https://t.co/ULCgQdhpNk
— https://x.com/CordsenKnut/status/2117947764529361309
Unter dem Künstlernamen Janosch, den ihm sein Freund und Verleger Georg Lentz empfahl, gelang ihm 1978 mit 47 Jahren der Durchbruch mit dem Kinderbuch „Oh wie schön ist Panama“. Es folgten über 150 Bücher. Neben Kindergeschichten verfasste er Romane, Theaterstücke und bebilderte pikante Werke des Marquis de Sade. Sein Roman „Cholonek oder Der liebe Gott aus Lehmvon 1970 gilt als eindringliches Zeugnis des Hindenburger Arbeitermilieus.
”
Rückzug nach Teneriffa und scharfe Kirchenkritik
Seit 1980 lebte Janosch mit seiner Lebensgefährtin Ines zurückgezogen in einem alten Backofenhaus in den Bergen von Teneriffa. Er betonte oft, wie froh er sei, dem Trubel in Deutschland entkommen zu sein. Trotz des großen Erfolgs blieb er kritisch gegenüber dem Markenrummel um seine Figuren, deren Urheberrechte 2001 in einer eigenen Gesellschaft zusammengefasst wurden.

Janosch war bekannt für seine offene Ablehnung der katholischen Kirche, die er 2016 als ein „2000 Jahre andauerndes Verbrechen“ bezeichnete. Als Beiratsmitglied der Giordano-Bruno-Stiftung zeichnete er satirische Comics gegen kirchliche Institutionen. Sein geplantes autobiografisches Werk „Das Tagebuch eines frommen Ketzers“ veröffentlichte er nie, da er sich vor der „Rache Gottesfürchtete und sein Erinnerungsvermögen als lückenhaft beschrieb.
””
Besondere Bindung zu Bremen
Der Künstler pflegte eine enge Verbindung zu Bremen. Im Dezember 2004 empfing ihn der damalige Bürgermeister Henning Scherf im Rathaus, wo sich Janosch ins Goldene Buch der Stadt eintrug. Er schuf zudem eine eigene Version der Bremer Stadtmusikanten mit der Tigerente. In Horn-Lehe widmete ihm der Graffiti-Künstler Claus Lumma ein Wandbild. Auch zu Augustfehn hatte er eine besondere Beziehung, weshalb dort 2007 eine Grundschule in „Janosch-Grundschuleumbenannt wurde.
Die Welt der Kinderbücher ist heute ein Stück ärmer geworden. Mach‘s gut, Janosch! https://t.co/MjaBsYrOCY
— https://x.com/VDS_weltweit/status/2117936102489113050
Vermächtnis und Lebensweisheiten
In seinen Geschichten, etwa „Ich mach dich gesund, sagte der Bär“ oder „Post für den Tiger“, verarbeitete er kindliche Trennungsängste und vermittelte, dass Fürsorge und Kommunikation Einsamkeit überwinden. Seine Zeichnungen gelten als zeitlos, da sie Werte wie gegenseitigen Respekt und Gelassenheit betonen. Seine frühere Postbotin Anneliese Thalhammer erinnerte sich an einen freundlichen, zugewandten Mann, der trotz seiner Berühmtheit ein bescheidenes Leben führte. Janosch hinterlässt ein Werk, das als Gegenentwurf zu seiner eigenen, von Gewalt geprägten Kindheit verstanden werden kann: ein Paradies auf Papier, in dem Freundschaft und Sanftmut das letzte Wort haben.””
Mehr zu Jahren
Ruhe in Frieden, #Janosch! Danke für all die wundervollen Geschichten! 😞https://t.co/R54Z2gs0qJ pic.twitter.com/agslm1YtQF
— https://x.com/Raschad_AK/status/2118093003915178366
Oh, wie schön war es nicht nur in Panama! Schön waren die Stunden, in denen man mit der Tochter beim Vorlesen in der Welt des kleinen Bären und der Tigerente und des kleinen Tigers versinken konnte. Möge Janosch in Frieden ruhen! https://t.co/4ccK3chzLU
— https://x.com/TomMayerEuropa/status/2118091228747272584
Mit 49 Jahren zog Janosch 1980 nach Teneriffa, dort ist er gestern im Alter von 95 Jahren verstorben. pic.twitter.com/kkFckmVKWb
— https://x.com/klausfenn/status/2118000878544404846
https://x.com/i/status/2117958905703657612
Also 2026 macht sich auf den letzten Metern echt keine Freunde mehr! 😮💨 Gestern ist im Alter von 95 Jahren Horst Eckert, uns Allen besser bekannt als JANOSCH, auch noch gestorben! 😢🥀 Leb Wohl Janosch und denk dran…der Himmel ist immer links lang, denn rechts wohnt der Bauer! pic.twitter.com/NAMgkVWFVB
— https://x.com/Schattenhase1/status/2117959340904833297
Oh nein …. Ruhe in Frieden „Janosch“ ist im Alter von 95 Jahren gestern gestorben . Seine Bücher haben unsere 4 Kinder geliebt und selbst als Erwachsener fand und finde ich sie toll. pic.twitter.com/z0OEji6UaY
— https://x.com/istdochechtegal/status/2117910167979528490
Auch interessant