Ingwer hat im Oktober 2026 den dritten Platz im österreichischen Gewürzranking von Kotányi erreicht, gestützt auf eine Onlinebefragung von 505 Personen. Die asiatische Knolle wird zudem zunehmend auf heimischen Höfen im Weinviertel angebaut und gilt laut Analysen als vielseitige Heilpflanze.
Ingwer klettert im österreichischen Gewürzranking auf Platz drei
Der Gewürzhersteller Kotányi mit Sitz in Wolkersdorf im Bezirk Mistelbach hat anlässlich des Welttages der Gewürze die Ergebnisse einer Onlinebefragung von 505 Personen in Österreich veröffentlicht, die im Juli und August 2026 durchgeführt wurde. Für 7,3 Prozent der Befragten war Ingwer demnach die persönliche Neuentdeckung des Jahres.
Spitzenreiter bei den Neuentdeckungen blieb Curcuma, gefolgt von italienischen Kräutern. Ingwer konnte sich jedoch im Gesamtranking von Platz acht auf Platz drei verbessern. Unverzichtbare Klassiker bleiben für die Befragten Salz, Pfeffer, Paprika, Oregano und Schnittlauch, während gleichzeitig eine wachsende Offenheit für scharfe und rauchige Noten sowie den Umami-Geschmack zu beobachten ist.

Lokaler Anbau im Weinviertel und frische Ernte
Obwohl die Knolle traditionell aus Asien stammt, haben einige heimische Landwirte den Anbau als Nische entdeckt. In Altlichtenwarth im Bezirk Mistelbach baut Florian Woditschka seit sechs Jahren Ingwer in einem Folientunnel an, neben kleineren Mengen Curcuma. Aktuell läuft die Erntezeit.
Der Landwirt erzielt dabei jährlich eine Menge von etwa 150 bis 200 Kilogramm. Vermarktet wird die Ernte über regionale Läden sowie direkt ab Hof. Im Vergleich zu Importware aus dem Supermarkt zeichne sich der frisch geerntete Ingwer durch einen zarteren, saftigeren und weniger fasrigen Geschmack aus, der ein Schälen überflüssig mache. Wer den scharfen Geschmack noch nicht gewohnt ist, kann laut Empfehlungen zunächst mit einer kürzeren Ziehzeit von fünf Minuten beginnen, während ein Schuss Zitronensaft zusätzlich den Stoffwechsel anregen kann.
Inhaltsstoffe, Heilwirkung und kulinarische Vielfalt
In der traditionellen asiatischen Medizin und der modernen Pflanzenheilkunde gilt Ingwer als vielseitiger Alleskönner. Die Knolle enthält etherische Öle wie Zingiberol und Zingiberen sowie die Scharfstoffe Gingerol und Shogaol. Während Borneol und Cineol magenschützend und verdauungsfördernd wirken, hemmt der Scharfstoff Gingerol laut Analysen dieselben Enzyme wie Aspirin. Beim Trocknen und Erhitzen können aus Gingerolen zudem Shogaole entstehen, die eine entzündungshemmende und antioxidative Wirkung besitzen, wie die Ernährungswissenschafterin Julia Geißler-Katzmann aus Wolkersdorf erklärt.

Wir haben diese wärmenden Geschmacksnoten, wir haben intensiv fruchtig, leicht zitronige Geschmacksnoten, aber auch diese klassische Schärfe.
Elisabeth Voltmer, Leiterin Qualitätsmanagement und Produktentwicklung bei Kotányi, via ORF
Zwar führt der Konsum einzelner Tassen nicht automatisch zur Traumfigur, doch in Kombination mit ausreichend Bewegung und gesunder Ernährung soll Ingwer den Abnehmprozess beschleunigen, indem die enthaltenen Scharfstoffe den Stoffwechsel ankurbeln und die Fettverbrennung unterstützen.
Digitale Kochinspiration und verändertes Würzverhalten
Die Befragung von Kotányi zeigt zudem einen Wandel im Kochverhalten auf. Inspiration holen sich Verbraucher zunehmend aus dem digitalen Raum. Insbesondere bei der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen nutzen Konsumenten vermehrt KI-Tools wie ChatGPT mit 10,1 Prozent sowie kurze Kochvideos und Reels für neue Rezepte.
Traditionelle Gerichte werden durch diese Experimentierfreudigkeit neu interpretiert. Nach Angaben von Elisabeth Voltmer wird etwa das Wiener Schnitzel nicht mehr klassisch zubereitet, sondern die Panade stattdessen kreativ mit einer Spur Cayennepfeffer, Chili oder Kurkuma-Varianten gewürzt.
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