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ICE-Lokführer vergisst Halt in Fulda

Ein voll besetzter ICE von Frankfurt nach Berlin verpasste am Sonntag seinen planmäßigen Halt in Fulda, weil der Lokführer die Station versehentlich vergaß. Rund 18 Kilometer weiter nördlich stoppte der Fernzug schließlich in Hünfeld, wo betroffene Reisende auf Regionalverbindungen umsteigen mussten.

Der Zug sollte planmäßig um 16.15 Uhr vom Hauptbahnhof Frankfurt am Main starten und dann über Fulda, Eisenach, Erfurt, Leipzig sowie Wittenberg nach Berlin fahren, verließ die Mainmetropole jedoch mit rund 15 Minuten Verspätung. Grund dafür waren stark überfüllte Waggons, die das Zugpersonal dazu zwangen, die reisenden Passagiere per Aufforderung in den vorderen Zugteil umzuleiten.

Durchsage im voll besetzten Fernzug

Dass der Zug den Stopp in der osthessischen Stadt ausließ, fiel den Reisenden schnell auf. Zufälligerweise befand sich eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur unter den Passagieren an Bord. Sie berichtete von einer Durchsage der Zugbegleiterin, die den Fehler öffentlich machte. Die Schaffnerin hatte den Passagieren per Lautsprecher mitgeteilt, dass sie es nicht mehr rechtzeitig geschafft habe, den Lokführer auf den notwendigen Halt hinzuweisen.

ICE-Lokführer vergisst Halt in Fulda
Foto: n-tv.de

Ein Sprecher der Deutschen Bahn bestätigte den Vorfall gegenüber der Nachrichtenagentur und erklärte den Hergang aus Sicht des Unternehmens.

Unplanmäßiger Stopp in Hünfeld und geschlossene Türen

Sämtliche Fahrgäste mit dem Ziel Fulda mussten dort am Sonntagnachmittag den ICE verlassen und den Weg in die Gegenrichtung mit einem Regionalzug antreten.

Die Infrastruktur des kleineren Bahnhofs erwies sich dabei als ungeeignet für den langen ICE.

ICE-Lokführer vergisst Halt in Fulda
Foto: ad-hoc-news.de

Entschädigung für betroffene Passagiere

Die Deutsche Bahn reagierte auf den Vorfall mit einer offiziellen Entschuldigung an die Fahrgäste.

Wir bitten alle Fahrgäste ausdrücklich um Entschuldigung.

Sprecher, Deutsche Bahn

Reisende, die durch die Panne Zeit verloren haben, können laut Angaben des Bahnsprechers im Rahmen der geltenden Fahrgastrechte eine Entschädigung beantragen.

Ähnliche Pannen in der Vergangenheit

Ausgelassene Halte bei Fernzügen sind in den vergangenen Jahren wiederholt dokumentiert worden und werden von der Deutschen Bahn teils als seltene Einzelfälle bezeichnet. So vergaß im April 2025 ein ICE-Lokführer in Straubing zu halten, woraufhin der Zug stattdessen im rund 25 Kilometer entfernten Plattling stoppte. Im Mai desselben Jahres fuhren innerhalb weniger Tage zwei ICE-Züge am Bahnhof in Günzburg vorbei, obwohl sie dort halten sollten. Dort kam es bereits 2011, gegen Ende 2016, mehrfach im Jahr 2017 sowie im November 2022 dazu, dass Fernzüge ohne den vorgesehenen Stopp durch die Stadt fuhren und die betroffenen Passagiere beispielsweise bis Stendal weiterreisen mussten, um von dort aus zurückzukehren.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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