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Goldpreis fällt wegen Ölpreisen auf 4.050 Dollar

Der Goldpreis fiel am 23. Oktober 2026 im Londoner Handel zeitweise auf 4.050 US-Dollar je Feinunze. Verantwortlich für den Rückgang um mehr als zwei Prozent sind kräftig steigende Ölpreise nach einem Drohnenangriff auf ein saudisches Ölfeld sowie ein festerer US-Dollar und die Erwartung steigender Zinsen.

Ölpreisschock und Dollarstärke belasten das Edelmetall

Es sind schwierige Tage für Goldinvestoren. Am Donnerstag gaben die Notierungen an der Londoner Börse massiv nach, nachdem der Spot-Preis vorübergehend auf 4.050 US-Dollar je Feinunze abrutschte (wie Boerse Express berichtete). Noch kurz zuvor hatten Händler auf eine dauerhafte Stabilisierung gehofft. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den offiziellen Referenzpreis am Nachmittag bei 4.050 US-Dollar fest, was einem Tagesverlust von rund 86 US-Dollar entspricht.

Auslöser für den jüngsten Abverkauf war der Energiemarkt. Jemenitische Huthi-Rebellen hatten das saudi-arabische Ölfeld Schaiba mit einer Drohne angegriffen (berichtet Der Aktionär unter Berufung auf das Energieministerium). Zwar fing die saudische Luftabwehr das Flugobjekt ab und die Anlage mit einer potenziellen Fördermenge von einer Million Barrel täglich lief zunächst weiter, doch die Sorge vor Lieferausfällen trieb die Ölpreise nach oben. Brent-Rohöl kletterte über die Marke von 110 US-Dollar (analysiert FinanceFeeds).

Der Mechanismus ist am Markt bekannt. Steigende Energiepreise schüren die Angst vor einer hartnäckigen Inflation, was die Zentralbanken zu einer strafferen Geldpolitik zwingen könnte. Da Gold selbst keine laufenden Erträge abwirft, verliert es in einem Umfeld steigender Zinsen und attraktiverer zinsbringender Anlagen an Reiz.

Widersprüchliche Signale bei Zentralbanken und Rekordzuflüsse in ETFs

Die Marktlage präsentiert sich paradox. Während der Goldpreis unter Druck gerät, strömen enorme Summen in exchange-traded funds (ETFs). Nach Angaben des World Gold Council (WGC) investierten Anleger im laufenden Monat weitere 6,8 Milliarden US-Dollar in Gold-ETFs, womit sich die Nettozuflüsse seit Jahresbeginn auf 21,3 Milliarden US-Dollar summierten (meldet Morningstar). Im selben Monat stiegen die weltweiten ETF-Bestände um mehr als 70 Tonnen – eine Kombination, die das WGC als äußerst ungewöhnlich bezeichnete, da der Goldpreis gleichzeitig um mehr als acht Prozent nachgab.

Goldpreis fällt wegen Ölpreisen auf 4.050 Dollar
Foto: aktien.news

Auch Zentralbanken halten an ihren Käufen fest, wenn auch auf Jahressicht etwas moderater als im Vorjahr. In einer WGC-Umfrage unter 76 Zentralbanken rechneten 89 Prozent mit steigenden weltweiten Goldreserven in den kommenden zwölf Monaten. Ein Rekordanteil von 45 Prozent gab an, die eigenen Bestände aufstocken zu wollen. China, Usbekistan und Polen führten die Käufe an, wobei die Nachfrage der offiziellen Institutionen laut WGC-Erwartungen im Gesamtjahr unter dem Vorjahresniveau bleiben dürfte.

Marktreaktionen und technische Chartmarken

Der Gold-Kontrakt für die Oktober-Lieferung an der Comex legte zuvor um 62,90 US-Dollar pro Feinunze oder um 1,54 Prozent auf 4.147,70 US-Dollar zu, während der Gold-Future mit dem nächsten Fälligkeitsmonat um 1,5 Prozent auf 4.147,70 US-Dollar pro Feinunze stieg. Der Silber-Future im Frontmonth legte im gleichen Zug um 2,3 Prozent auf 56,837 US-Dollar pro Feinunze zu. Dennoch bleibt der längerfristige Abwärtstrend intakt, wie Beobachter betonen. Notenbanken aus Schwellenländern diversifizieren ihre Währungsreserven sukzessive in Richtung Gold, wodurch sich die Angebots-Nachfrage-Balance zugunsten des Edelmetalls verschiebt. Marktbeobachter stufen Gold in diesem Marktumfeld eher als taktisches Instrument im Rahmen einer dynamischen Asset-Allocation ein als als reinen Selbstläufer für Buy-and-Hold-Strategen.

Goldpreis fällt wegen Ölpreisen auf 4.050 Dollar
Foto: Morningstar

Für die charttechnische Verortung merkt FX Leaders-Analyst Arslan Ali Butt an, dass im Vierstundenchart Unterstützungen bei 4.076,05 $, 4.031,09 $ und 3.986,73 $ liegen, während Widerstände am 50-EMA bei 4.149,10 $, bei 4.190,79 $ sowie am 200-EMA bei 4.221,10 $ zu verzeichnen sind; der Relative Strength Index (RSI) steht bei 39 und eine absteigende Trendlinie begrenzt Rallys seit Anfang September.

Erwartungen an die Notenbanken und technische Marken

Der US-Dollar hat seit Ende August deutlich an Stärke gewonnen und setzt das in Dollar gehandelte Edelmetall zusätzlich unter Druck. Der Euro gab im Zuge der Unruhen um den französischen Haushalt und einer schwachen Verbraucherstimmung in der Eurozone auf 1,1205 US-Dollar nach.

Goldpreis fällt wegen Ölpreisen auf 4.050 Dollar
Foto: Der Standard

Für die anstehenden geldpolitischen Entscheidungen preisen die Märkte laut dem CME FedWatch Tool eine Wahrscheinlichkeit von weniger als einer Chance von eins zu sechs für eine Zinserhöhung bei der Fed-Sitzung vom 27.–28. Oktober ein, während für Dezember 88 bis 90 Prozent eingepreist werden (CME FedWatch via Reuters, FX Leaders). Charttechnisch testet der Goldpreis nun das untere Bollinger-Band, wobei Analysten vor einem möglichen Dammbruch warnen, sollten die Notierungen nachhaltig unter die zentrale Unterstützung bei 4.000 bis 3.950 US-Dollar fallen (analysiert Wallstreet Online).

Goldpreis heute: Schockartiger Preissturz wegen starkem US-Dollar und hoher Ölpreise
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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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