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Gemeindeblatt Kennelbach zeigt umstrittene Schießkeller-Fotos

Ein im Oktober 2026 veröffentlichtes Gemeindeblatt aus Kennelbach in Vorarlberg zeigt Fotos eines Schießevents aus dem April 2023, auf denen Puppen mit den Gesichtern von Pamela Rendi-Wagner und Heinz-Christian Strache in einer sexuell herabwürdigenden Szene arrangiert sind. Dies löste scharfe Kritik von Parteien, Behörden und den Betroffenen aus.

Fotos im Gemeindeblatt von Kennelbach lösen Eklat aus

Im Mittelpunkt der Kontroverse stehen Aufnahmen aus dem Jahr 2023, die im Kennelbacher Gemeindeblatt anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Interessengemeinschaft Schießkeller Kennelbach der Exekutivbeamten publiziert wurden. Das Bild zeigt eine spärlich bekleidete weibliche Schaufensterpuppe mit dem Konterfei der ehemaligen SPÖ-Vorsitzenden Pamela Rendi-Wagner auf dem Schoß einer männlichen Puppe, die eine Maske des früheren FPÖ-Vizekanzlers Heinz-Christian Strache trug.

Die Szene war Teil des Internationalen Verteidigungsschießens für Exekutive und Heer, das im April 2023 im Schießkeller Kennelbach stattfand und regelmäßig bis zu 300 Teilnehmende aus dem In- und Ausland anzieht. Unter dem Titel „Impressionen vom Verteidigungsschießen 2023, unserer Phantasie hinsichtlich Gestaltung sind keine Grenzen gesetzt“ informierte der Verein über das Jubiläum des Schießkellers. Der Gemeinschaft gehören rund 120 Mitglieder an, allesamt behördliche Waffenträger. Der Organisator und pensionierte Polizist Karl-Heinz Rösler erklärte gegenüber Medien, das Foto sei bei der redaktionellen Kontrolle des Gemeindeblatts schlicht durchgerutscht.”

Gemeindeblatt Kennelbach zeigt umstrittene Schießkeller-Fotos
Foto: Der Standard

Reaktionen von Veranstalter und Bundesheer

Gegenüber den Vorwürfen verteidigte der Veranstalter die Kulisse als Teil einer taktischen Übung. Bei solchen Szenarien gehe es darum, eine schnell zu lösende Situation ohne Tunnelblick in einem Gesamten erfasst zu werden. Rösler betonte zudem, dass auf die Puppen nicht geschossen worden sei und ein auf den Bildern erkennbares Sexspielzeug nicht aus dem Bestand des Vereins stamme.

Neben den rund 50 Polizisten nahmen laut nachträglichen Richtigstellungen auch Soldaten an dem Event teil. Ein Sprecher des Bundesheeres, Oberst Michael Bauer, räumte gegenüber der Presse ein, dass 13 Bundesheer-Angehörige, darunter einige Milizsoldaten, vor Ort waren. Diese seien jedoch in ihrer Freizeit und in Zivil, ohne dienstlichen Auftrag und ohne Zusammenhang mit dem Bundesheer anwesend gewesen.

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Foto: salzburg24

Politische Empörung und dienstrechtliche Prüfungen

Die Veröffentlichung der Aufnahmen führte zu einer Welle der Empörung über Parteigrenzen hinweg. Die Vorarlberger Landespolizeidirektorin Uta Bachmann erklärte das Szenario für geschmacklos und betonte, die Behörde sei von der konkreten Darstellung nie in Kenntnis gesetzt worden. Die Polizei leitete daraufhin eine dienstrechtliche Überprüfung ein, um die Beteiligung aktiver Bediensteter zu klären.

Die Betroffenen selbst äußerten sich ebenfalls kritisch. Heinz-Christian Strache forderte von Exekutivangehörigen mehr Fingerspitzengefühl und wünschte sich, dass politisch Tätige nicht derart vorgeführt werden. FPÖ-Frauensprecherin Nicole Feurstein-Hosp bewertete die Inszenierung als durch nichts zu rechtfertigen und geschmacklos, egal welcher Partei sie angehören, wie die Vorarlberger Nachrichten berichteten.

Auch vonseiten der SPÖ, der Grünen und der NEOS wurde scharfe Kritik geäußert. So forderte SPÖ-Frauensprecherin Manuela Auer lückenlose Aufklärung und kritisierte, dass die Verantwortlichen sowie die anwesenden Teilnehmenden ihr eigenes Menschenbild hinterfragen sollten. NEOS-Frauensprecherin Katharina Fuchs betonte, dass wer zu einer derartigen Herabwürdigung schweige, dies mitträgt, und forderte eine Stellungnahme von Sicherheitslandesrat Markus Klien. Im Nationalrat brachten die Grünen zudem eine parlamentarische Anfrage an Innenminister Gerhard Karner ein, um mögliche dienstrechtliche und politische Konsequenzen zu beleuchten. Die Vorarlberger Landesregierung erklärte in einer Aussendung, sie distanziere sich entschieden von den Vorgängen, da solche Darstellungen nichts mit einem respektvollen Umgang zu tun hätten.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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