Mehr als 80 Hektar beziehungsweise einen Quadratkilometer seltener Heide- und Moorlandschaften im Nationalpark zerstörte das am 9. August ausgebrochene Feuer, nachdem es von einem brennenden Transporter auf das Gebiet übergegriffen hatte. Drei Monate nach diesem verheerenden Großfeuer im New Forest hat Forestry England mit den Wiederherstellungsarbeiten an der betroffenen Fläche begonnen.
Schaden und Kosten nach dem Sommerbrand
Die Flammen fraßen sich im Sommer durch das dichte Unterholz der Heidelandschaft.
Sie brannten in einigen moorigen Bereichen bis in die oberste Torfschicht vor.
Durch die Zerstörung der organischen Schichten ging ein Teil der natürlichen Speicherfähigkeit für Kohlenstoff verloren.
Die Hitze zerstörte nicht nur die oberirdische Vegetation, sondern drang auch tief in den Boden ein.
Dort vernichtete sie Wurzelsysteme und unterirdische Samenbanken.
An vielen Stellen blieb nach dem Brand nur blanker Kies und freiliegende Asche zurück, was die Erosionsgefahr während der Wintermonate massiv erhöhte.
Während der Hochphase des Brandes musste die A31 als wichtige Touristen- und Pendlerroute zwischen Hampshire und Dorset fast zwei Wochen lang gesperrt werden.

Die Feuerwehr bezifferte die reinen Einsatzkosten zur Bewältigung des Großbrandes auf 600.000 Pfund.
Arbeiter verlegen schützenden Heideteppich
Um die stark geschädigten Böden vor dem Wintereinbruch zu stabilisieren, ergreifen die Teams von Forestry England drastische Maßnahmen.
Arbeiter schnitten in benachbarten Waldteilen reife Heidepflanzen ab, die noch reich an Samen sind.
Sie verteilten diese als schützende Matte über die am stärksten betroffenen Brandflächen.
Diese Methode soll den Boden im Winter vor starker Erosion bewahren.
Im kommenden Frühjahr soll sie das Austreiben neuer Pflanzen anregen.
Das Verfahren ist im New Forest erprobt.
Forestry England nutzte dieselbe Technik bereits nach einem verheerenden Waldbrand im Jahr 1989.
Laut Angaben der Behörde ist dieses historische Brandgebiet inzwischen vollständig regeneriert und blüht wieder.
Der Anblick direkt nach dem Brand in diesem Teil des Waldes ist etwas, das ich nie vergessen werde. Große Flächen wurden zu Holzkohle Haufen, verbrannter Erde und verkohlten Bäumen reduziert. Damals war es schwer vorstellbar, dass es jemals wieder ein Ort werden würde, an dem die Natur gedeihen kann.
Dave Morris, Open-Habitats-Manager bei Forestry England
Neben den offenen Heideflächen stehen auch jahrhundertealte Eichen und Buchen im Fokus der Naturschützer.
Die freiliegenden und beschädigten Wurzelsysteme der alten Bäume sind nun anfälliger für Infektionen.
Die Behörde plant, den Gesundheitszustand der Bäume im Frühjahr anhand der ersten Belaubung zu bewerten.
Moorgebiete erholen sich nach dem Feuer
Nicht alle Teile des Nationalparks wurden im August gleichermaßen schwer getroffen.

Die feuchten Moorgebiete erwiesen sich als deutlich widerstandsfähiger gegen die Flammen.
Sie bremsten die Ausbreitung des Feuers maßgeblich.
Inzwischen zeigen sie als Erste eine natürliche Regeneration.
Molinia-Gräser und andere typische Sumpfpflanzen sowie erste Tiere kehren bereits in diese Zonen zurück.
Forestry England hat in den vergangenen 15 Jahren umfangreiche Feuchtgebiets-Restaurierungen im gesamten New Forest umgesetzt, um Wasser in Trockenperioden besser zu speichern.
Diese positive Entwicklung bestätigt die Strategie.
Unbeirrt machten sich unsere Fachkräfte sofort an die Arbeit, um zu sehen, wie wir dem Gebiet bei der Erholung helfen können. Wir mussten schnell handeln, indem wir diesen Herbst Heidekraut schnitten und auslegten, solange es noch Samen trug und bevor das sich verschlechternde Wetter wirklich einsetzte.
Dave Morris, Open-Habitats-Manager bei Forestry England
Das Feuer hat uns daran erinnert, dass die Natur erstaunlich widerstandsfähig ist, und in den moorigem Teilen des Brandgebiets können wir bereits sehen, wie Pflanzen und Wildtiere zurückkehren.
Dave Morris, Open-Habitats-Manager bei Forestry England
Die Behörde will diese Wasserschutzmaßnahmen in den kommenden Jahren weiter ausbauen, um den gesamten Wald widerstandsfähiger gegen zukünftige Dürren und Extremwetterlagen zu machen.
Wie viele Jahrzehnte genau vergehen werden, bis die verbrannte Fläche vollständig wiederhergestellt ist?