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Sport

FIS-TV-Grafiken bei Skirennen sind unlesbar

Zum Weltcup-Auftakt in Sölden präsentierte der Internationale Skiverband FIS neue TV-Grafiken für Skirennen. Während die Modernisierung für mehr Informationen sorgen soll, bemängeln Kritiker eine mangelnde Lesbarkeit durch Transparenzen, eine extreme Verknappung der Fahrernamen sowie eine Überladung mit Daten.

Zum Start der Skisaison mit den beiden Riesenslaloms in Sölden hat die Grafikabteilung des Internationalen Skiverbands FIS eine Reihe neuer Einblendungen vorgestellt. Das erklärte Ziel des Weltverbands ist es laut dem Portal Watson, das Fernseh-Erlebnis für das Publikum moderner und spannender zu gestalten. Die ersten Rennen zeigten jedoch, dass einige Neuerungen zwar gelungen sind, aber noch massives Verbesserungspotenzial besteht.

Lesbarkeitsprobleme durch transparente Hintergründe in Sölden

Eine Grafik im Fernsehen muss vor allem gut lesbar sein. Gemäss dem eigenen Corporate Design setzt der Verband auf die Farben Blau und Weiss. In Kombination mit fast durchgehend verwendeten transparenten Hintergründen führt dies im Wintersport zu visuellen Konflikten.

FIS-TV-Grafiken bei Skirennen sind unlesbar

Da die Landschaft bei Skirennen in der Regel verschneit und weiss ist, hebt sich weisse Schrift ohne Hintergrund oder mit Teiltransparenz nur schlecht ab. Die Sektorzeiten rechts vom Rennverlauf-Balken sind kaum zu entziffern. Selbst Zwischenzeiten auf rotem Hintergrund leiden unter der Transparenz. So verschwindet beispielsweise der Name von Lucas Pinheiro Braathen auf der dunklen Jacke seiner Freundin, während Startlisten-Überschriften im Schatten oder auf dunklen Hosen unkenntlich werden.

Vier-Buchstaben-Kürzel und extreme Informationsdichte

Um die Zwischenranglisten kompakter zu gestalten, greift die FIS zu drastischen Kürzungen. Anstatt der vollen Nachnamen werden bei Zieleinläufen nur noch die ersten vier Buchstaben eingeblendet. Aus Henrik Kristoffersen wird so KRIS, Thomas Tumler wandelt sich zu TUML und Alban Elezi Cannaferina zu ELEZ.

Diese Massnahme sorgt für Verwirrung, da nun bei gewissen Athleten nur noch ein einzelner Buchstabe den Unterschied ausmacht – etwa bei Vincent Kriechmayr (KRIE) und Henrik Kristoffersen (KRIS). Die beiden Franzosen Thibaut Favrot und Guerlain Favre tragen gar dieselbe Kennung (FAVR) und lassen sich kaum mehr unterscheiden.

Zusätzlich sind die Zuschauer im Starthaus einer massiven Informationsflut ausgesetzt. Bevor sich eine Fahrerin oder ein Fahrer in die Tiefe stürzt, prasseln neben detaillierten Athleten-Informationen auch die aktuelle Zwischenrangliste sowie Team-Funker ein. Diese Daten lassen sich in den acht bis zwölf Sekunden Einblendzeit kaum verarbeiten, zumal die TV-Kommentatoren parallel weitere Informationen liefern.

Technische Disziplinen und geplante Neuerungen im Weltcup

In den technischen Disziplinen Slalom und Riesenslalom wird auf der rechten Seite zudem ein Zwischenzeit-Balken genutzt, der laut der Analyse jedoch Sektorzeiten statt echter Zwischenzeiten anzeigt. Sektorzeiten sind für Fans vor dem Bildschirm weniger aussagekräftig, da sie den Rennkontext und den Vorsprung am Start im zweiten Lauf ausser Acht lassen. Sinnvoller wären gemessene Zwischenzeiten, die das tatsächliche Resultat präziser widerspiegeln.

Im Laufe der Saison sollen gemäss Medienberichten weitere Neuerungen folgen. Dazu zählen Live-Rückstände bei Speed-Rennen sowie neue Daten zu G-Kräften, Air-Time und Geschwindigkeit. Auch Mikrofone an Rennanzügen und Kameras in Skibrillen befinden sich im Testbetrieb, wobei ein genauer Fahrplan für den Weltcup noch aussteht.

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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

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