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Welt

Ex-General Hodges kritisiert Trumps Aussagen zum Ukraine-Krieg

US-Präsident Donald Trump hat die Aussicht auf ein baldiges Ende des Ukraine-Krieges in den Raum gestellt, stößt damit jedoch auf massive Kritik. Der ehemalige US-General Ben Hodges bezeichnete die Einschätzung als lächerlich, während europäische Beobachter vor einer strategischen Benachteiligung der Ukraine durch ein geplantes Dreier-Gipfeltreffen warnen.

Kritik an Trumps Friedensbehauptungen durch Ben Hodges

Donald Trump hatte am vergangenen Mittwoch in Washington erklärt, eine Friedenslösung im Ukraine-Krieg sei möglicherweise so nah dran wie noch nie. Diese Prognose stieß beim früheren Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte in Europa, Ben Hodges, auf deutlichen Widerspruch. Gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland betonte Hodges: Nein, Frieden ist nicht in Sicht. Es ist lächerlich, dass Trump so etwas behauptet.

Hodges kritisierte, dass die russische Seite bisher kein einziges Zugeständnis gemacht habe und Trump Moskau nicht dazu aufgefordert habe. Stattdessen übe der US-Präsident einseitig Druck auf Kiew aus. Laut Hodges verfolgt der Kreml eine klare Strategie: Die russische Führung versuche, die Offenheit Trumps für Geschäfte auszunutzen, um ihn auf die eigene Seite gegen die Ukraine zu ziehen. Er warnte, dass die US-Regierung zwei Immobilienmakler anstelle von Diplomaten entsandt habe, um mit Wladimir Putin zu verhandeln. In diesem Kontext wurde US-Unterhändler Steve Witkoff genannt, der am Mittwoch nach Kreml-Angaben etwa drei Stunden lang mit Wladimir Putin in St. Petersburg sprach, bevor er mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kontakt trat.

Risiken eines Dreier-Gipfels zwischen den USA, Russland und China

Im Zentrum der diplomatischen Spannungen steht ein von Russland angestrebtes Treffen von Donald Trump, Wladimir Putin und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping am Rande des APEC-Gipfels in Shenzhen. Trump hat sich für ein solches Format offen gezeigt, doch der Plan stößt bei Sicherheitsexperten auf scharfe Kritik. Hodges warnte, dass bei diesen Gesprächen bewusst nach einem Deal über die Köpfe der Ukrainer hinweg gesucht werde. Die Russen wollten nicht, dass die Ukraine auf Augenhöhe begegne oder am Verhandlungstisch sitze; sie wollten vielmehr Zustände wie im 18. Jahrhundert, als Großmächte Polen unter sich aufteilten.

Ex us general nennt trumps friedensbehauptung quotlaecherlichquot
Foto: tixio

Die Befürchtung ist, dass Russland Europa bewusst aus diesem Prozess ausschließt. Dass kein anderes europäisches Land zu den Verhandlungen eingeladen wurde, zeugt davon, dass Russland Europa in den Verhandlungen kein Mitspracherecht einräumt, so Hodges. Auch die FDP-Europaabgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung im Europäischen Parlament, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, äußerte sich skeptisch.

Wirtschaftliche Annäherung und Sanktionspolitik

Sicherheitsanalysten wie Hodges betonen zudem, dass die Regierung die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine bewusst untergrabe. Er kritisierte, dass die USA Kiew keine Geheimdienstinformationen mehr teilen und den Zugang zum Starlink-Netzwerk eingeschränkt haben. Auch die Verweigerung von Patriot-Systemen sei eine bewusste politische Entscheidung, um die Ukraine zu einem schrecklichen Ergebnis zu zwingen. Russland müsse die Verantwortung tragen, falls bei Vorfällen Zivilistinnen und Zivilisten zu Schaden kommen, während Trump die Ukraine unter Druck setze, da er sich an den Angriffen auf russische Diesel-Raffinerien störe.

Ex-US-General zu Euronews: Trump stellt sich auf Russlands Seite und gegen Ukraine
Foto: Euronews

Wir haben auf der einen Seite Präsident Trump, der inzwischen, man muss es leider so deutlich sagen, über ukrainische Leichen geht, der Geschäfte mit einem Mörder macht. Auf der anderen Seite ist Wladimir Putin. Der kann sein Glück wahrscheinlich kaum fassen, dass er einen US-Präsidenten an seiner Seite hat, der ihn unterstützt in seinen kriegerischen Gelüsten.

Ex-US-General Ben Hodges warnt: Wie Trumps Kurs die Weltordnung verändert | ZDFheute live

Die ukrainische Regierung erklärte ihrerseits, sie sei zu Gesprächen bereit, falls Russland im Gegenzug seine Angriffe auf die ukrainische Energie-Infrastruktur einstelle, was der Kreml jedoch ablehnte. Strack-Zimmermann warnte abschließend vor den Folgen eines ukrainischen Scheiterns: Sollte die Ukraine den Krieg verlieren, werde Wladimir Putin nicht aufhören und könne weitere europäische Staaten, darunter Deutschland, destabilisieren oder das Baltikum angreifen.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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