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Europol befreit hunderte Opfer bei Großeinsatz gegen Arbeitsausbeutung

Beamte aus 34 europäischen Staaten haben bei einer gemeinsamen Aktionswoche im September 2026 hunderte Opfer von Arbeitsausbeutung befreit. Die von Europol und der ELA koordinierte Operation in Hochrisikobranchen wie Bau und Gastronomie führte zu Dutzenden Festnahmen und neuen Ermittlungen gegen Menschenhändler.

Eine europaweite Schwerpunktaktion gegen Menschenhandel und Arbeitsausbeutung hat im September zur Befreiung von 248 Opfern geführt. Wie Behörden am 23. Oktober 2026 bekannt gaben, waren an dem Großeinsatz mehr als 16.000 Einsatzkräfte aus 34 Ländern beteiligt. Die Kooperation bündelte die Kräfte von Polizei, Grenzschutz, Arbeitsinspektoraten und Steuerbehörden, um verdeckte Ausbeutung in verschiedenen Sektoren aufzudecken.

Fokus auf Hochrisikobranchen und erste Festnahmen

Die Kontrollen zielten gezielt auf Wirtschaftszweige ab, die als besonders anfällig für Zwangsarbeit gelten. Dazu zählten die Landwirtschaft, das Bauwesen und das Gastgewerbe sowie Nagelstudios und Massagesalons. Im Rahmen von insgesamt 137.810 Überprüfungen von Personen, Orten, Dokumenten und Fahrzeugen nahm die Polizei 27 mutmaßliche Menschenhändler fest.

Blick auf das Gebäude der EU-Polizeibehörde Europol in Den Haag
Foto: Deutschlandfunk

Die Verdächtigen stammten unter anderem aus Ungarn, Vietnam, Montenegro und den Niederlanden. Neben den direkten Festnahmen wegen Menschenhandels verzeichneten die Behörden 86 weitere Festnahmen im Zusammenhang mit Delikten wie illegaler Beschäftigung und Prostitution. Zudem wurden 182 neue Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Herkunft der Opfer und unterschiedliche Formen der Ausbeutung

Die betroffenen Menschen stammten überwiegend aus Vietnam, China, Indien und den Philippinen. Die Kontrollen förderten dabei ganz unterschiedliche Formen der Ausbeutung zutage. In Österreich deckten Einsatzkräfte einen Fall auf, in dem Eltern ihre Kinder zum erzwungenen Betteln ausbeuteten. Auf einer Baustelle in Montenegros Hauptstadt Podgorica stießen Ermittler auf aserbaidschanische Arbeiter, während in Deutschland vietnamesische Frauen in Nagelstudios und in Finnland chinesische Arbeitskräfte in einer Fabrik für Lithiumbatterien angetroffen wurden.

Europol befreit hunderte Opfer bei Großeinsatz gegen Arbeitsausbeutung
Foto: derStandard.de

Auch in Deutschland identifizierten die Behörden im Zuge der Aktionswoche 63 Opfer, die vor allem in der Gastronomie und in Nagelstudios von Unterbezahlung, illegaler Beschäftigung und eingeschränkter Freiheit betroffen waren.

Forderung nach mehr Handlungsspielraum für Europol

Die Operation wurde gemeinsam von der Europäischen Polizeibehörde Europol und der Europäischen Arbeitsmarktbehörde (ELA) getragen. Magnus Brunner, der EU-Kommissar für Inneres und Migration, betonte die Dringlichkeit solcher Einsätze.

Nur wenige Tage nachdem wir unsere neue EU-Strategie gegen Menschenhandel vorgestellt haben, zeigt diese Operation beispielhaft, warum man das Thema dringend angehen muss. Gleichzeitig findet Ausbeutung statt – hinter den Fassaden von Gebäuden, Geschäften und Restaurants, an denen wir jeden Tag vorbeigehen.

Magnus Brunner, EU-Kommissar für Inneres und Migration, via ORF

Brunner verband die Bilanz der Aktionswoche zugleich mit der Forderung nach einem stärkeren Mandat für die europäische Polizeibehörde.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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