Ein Erdbeben der Stärke 5,7 hat am frühen Sonntagmorgen, den 8. November 2026, den westlichen Teil der Präfektur Shizuoka in Zentraljapan erschüttert. Behörden und Medien meldeten mehr als 20 Verletzte in den Regionen Aichi und Shizuoka, beschädigte Schaufenster sowie Verkehrsbehinderungen im Hochgeschwindigkeitsnetz.
Das Beben ereignete sich laut Angaben der Japan Meteorological Agency um 1:04 Uhr Ortszeit in einer Tiefe von etwa 40 Kilometern. Auf der japanischen Shindo-Skala erreichte die Erschütterung in Chita in der Präfektur Aichi den oberen Wert der Stufe 5. Berichten der Tageszeitung The Japan Times zufolge war dies das erste Mal seit März 1997, dass Erschütterungen dieser Intensität in der Präfektur Aichi registriert wurden.
Verletzte und Schäden in Aichi und Shizuoka
Rettungsdienste und Kommunalbehörden zählten mindestens 22 bis über 25 Verletzte, wie unter anderem UkrMedia News und KCCI berichteten. Viele Betroffene stürzten auf Treppen, als sie versuchten, Gebäude zu verlassen. In der Präfektur Shizuoka suchten mehrere ältere Frauen medizinische Hilfe auf, darunter eine über Neunzigjährige, die beim Erzittern des Bettes stürzte. In Toyohashi gingen die Scheiben eines Autohauses zu Bruch, während in einer Buchhandlung in Toyota Regale umkippten und große Mengen an Büchern auf den Boden stürzten.
Die Erschütterungen waren in einem weiten Umkreis zu spüren. Sie erfassten unter anderem die historischen Städte Kyoto und Nara, Hamamatsu sowie die Präfekturen Yamanashi und Gifu. Die US-amerikanische Erdbebenerfassung US Geological Survey bezifferte die Magnitude des Bebens geringfügig abweichend auf 5,5.
Ein Notfallbeamter in Aichi erklärte, den Behörden seien 16 Meldungen über überwiegend leichte Verletzungen zugetragen worden. Nach Angaben der Wetterbehörde lag das Epizentrum des Bebens bei etwa 34,9 Grad nördlicher Breite und 137,7 Grad östlicher longitude. Neben den genannten Regionen waren auch der Süden von Nagano sowie Teile von Mie und Shiga von den Erschütterungen betroffen. Die zentraljapanischen Rettungskräfte und örtlichen Behörden blieben im Einsatz, um das Ausmaß der Schäden weiter zu erfassen.
Auswirkungen auf den Schienenverkehr und Warnung vor Nachbeben
Die Betreiber des Schienenverkehrs reagierten umgehend auf das Beben. Der Betrieb der Shinkansen-Schnellzüge zwischen Shizuoka und Gifu-Hashima wurde vorübergehend mit reduzierter Geschwindigkeit fortgeführt, um nach Sicherheitskontrollen Schäden an den Gleisen auszuschließen. Nach Angaben von News On Japan liefen auf der Tokaido-Shinkansen-Linie bis zum Vormittag 29 Züge mit Verspätungen, die rund 17.000 Passagiere betrafen. Kurz vor Mittag nahm der Hochgeschwindigkeitsverkehr den regulären Betrieb wieder auf.

Die Zentralregierung richtete eine Koordinierungsstelle ein.
Im Zuge der Sicherheitsüberprüfungen mussten im Regionalverkehr zahlreiche Abschnitte zeitweise den Betrieb einstellen. So waren laut Berichten unter anderem die Tokoname-Linie zwischen Otagawa und Tokoname, die Kowa-Linie zwischen Otagawa und Kowa, die Chita-Neulinie zwischen Fuki und Utsumi sowie die Airport-Linie zwischen Tokoname und dem Chubu Centrair International Airport temporär betroffen. Auch die Nagoya-Hauptlinie zwischen Ko und Toyoake, die Nishio-Linie zwischen Nishio und Shin-Anjo, die Mikawa-Linie zwischen Hekinan und Sanage sowie die Toyota-Linie zwischen Akaike und Umetsubo verzeichneten am frühen Morgen vorübergehende Aussetzungen. Der Flughafenbetreiber teilte mit, dass der Flugbetrieb selbst zwar nicht direkt beeinträchtigt wurde, Reisende jedoch aufgrund der Einschränkungen im Schienen- und Straßenverkehr Schwierigkeiten bei der Anreise hatten.
„Bitte achten Sie auf Schlammrutsche, herabfallende Steine und die möglichen Auswirkungen von Regenfällen“,”
sagte Ayataka Ebita von der Meteorologischen Agentur laut The Mirror
Zu einer möglichen Verbindung mit dem prognostizierten Megabeben im Nankai-Graben erklärte Behördenvertreter Ayataka Ebita laut Berichten von The Mirror, dass das aktuelle Ereignis zwar im projizierten Epizentralgebiet liege, jedoch nach bisherigen Erkenntnissen eigenständig sei und keine unmittelbaren Anomalien an den tektonischen Platten festgestellt wurden. Die Wahrscheinlichkeit einer direkten Verbindung zu einem potenziellen Nankai-Megabeben wurde von der Agentur als gering eingestuft, während Experten die Daten weiter auswerten.
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