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EFK zweifelt an Bau neuer Reservekraftwerke in der Schweiz

„Es könnte Geld gespart werden, wenn der Bund bestehende Notstromanlagen von Spitälern oder anderen Organisationen berücksichtigen würde“, sagt Beat Stamm, Fachbereichsleiter bei der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK). Mit dieser Einschätzung stellt die Behörde die geplanten Investitionen von 2,3 Milliarden Franken für neue Reservekraftwerke in der Schweiz massiv in Frage.”

Ein Sparpotenzial von 220 Millionen Franken

Die EFK verweist auf ein klares Szenario: Sollten die Ausbauziele für erneuerbare Energien bis zum Jahr 2035 tatsächlich erreicht werden, könnten die geplanten Kraftwerksbauten überflüssig sein. Die Finanzkontrolle sieht bei einem Festhalten an den Plänen zumindest Einsparmöglichkeiten von 220 Millionen Franken.

Der Vorschlag der Experten ist pragmatisch: Der Bund könnte auf mehr als 6000 bereits installierte Notstromgruppen zurückgreifen. Diese meist mit Diesel betriebenen Aggregate könnten virtuell zusammengeschaltet werden, um bei einer Stromknappheit Energie ins Netz zu speisen. Die Besitzer würden für ihren Einsatz entschädigt werden.

Rösti warnt vor regulatorischen Grenzen

Bundesrat Albert Rösti bleibt bei seiner Linie. Er verteidigt die geplanten Anlagen in Eiken und Stein (Aargau) sowie in Muttenz (Basel-Landschaft) als unverzichtbar. Auch bei einem Ausbau der erneuerbaren Energien werde die Kapazität bis 2035 nicht ausreichen, so der Energieminister.

Rösti erteilt dem EFK-Vorschlag zudem eine Absage: Die bestehenden Notstromgruppen dürften aufgrund der Luftreinhalteverordnung nicht über längere Zeiträume am Stück betrieben werden. Für die Haushalte bedeuten die Kosten der Reservekraftwerke laut Bundesamt für Energie eine Mehrbelastung von etwa zehn Franken.

Der Schatten von Birr und der Aufschub im Parlament

Die Debatte ist durch das gescheiterte Projekt in Birr vorbelastet. Das dort unter Notrecht errichtete Kraftwerk im Wert von einer halben Milliarde Franken musste auf Anordnung des Bundesverwaltungsgerichts wieder abgebaut werden, da das Vorgehen als illegal eingestuft wurde.

Angesichts dieser hohen Kosten hat die nationalrätliche Energiekommission die Finanzierung der neuen Anlagen vorerst gestoppt. Man wartet nun auf einen Bericht der Eidgenössischen Elektrizitätskommission zum Strombedarf. „Die Politik muss entscheiden, ob man sich gegen eine zu langsame Energiewende absichern will“, so Stamm.”

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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