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Gesundheit

Duke University leitet neue Studie zu paradoxer Klarheit bei Demenz

Eines der großen ungelösten Rätsel der Alzheimer-Krankheit und anderer Demenzformen ist das Auftreten seltener lichter Momente. Patienten, die im fortgeschrittenen Stadium seit Wochen oder Monaten nicht mehr gesprochen haben, wirken plötzlich wieder klar im Kopf und kommunikativ – oft allerdings nur für wenige Minuten oder Stunden, bevor die Bewusstheit so abrupt wieder verschwindet, wie sie gekommen ist.

Diese Phänomene, die in der Fachwelt als lichte Episoden oder paradoxe Klarheit bezeichnet werden, geben der Wissenschaft seit Jahrzehnten Rätsel auf. Während Angehörige solche Erlebnisse seit langem beschreiben, weiß die medizinische Forschung bislang nur sehr wenig über deren Hintergründe. Das soll sich nun ändern.

Das erste nationale Konsortium zur Erforschung der Luzidität

An der Duke University hat die Neurobiologin und Direktorin des Duke Aging Center, Heather Elizabeth Whitson, die Initiative ergriffen. Das Projekt trägt den Namen Lucidity in Alzheimer’s and Dementia Network, kurz LEAD, und ist das bundesweit erste Konsortium, das sich eigens diesem Thema widmet.

Das interdisziplinäre Team vereint Fachleute aus den Bereichen Neurowissenschaften, Psychologie, Geriatrie, Pflegeforschung, Datenwissenschaft und Messtechnik. Laut Whitson konzentriert sich die Arbeit des Netzwerks auf drei wesentliche Ziele: die Entwicklung einer einheitlichen Definition von Luzidität, die Untersuchung der Auswirkungen auf Angehörige und Familien sowie die Entschlüsselung der zugrundeliegenden neuronalen Mechanismen.

Wir wollen verstehen, was auf der Ebene von Gehirnschaltkreisen, Zellen und Molekülen passiert.

Ein Paradigmenwechsel in der Demenzforschung

Bislang hat sich die medizinische Forschung über Jahrzehnte hinweg vor allem auf die Frage konzentriert, wie sich Demenz verhindern oder behandeln lässt. Das neue Konsortium verfolgt dagegen einen grundlegend anderen Ansatz, indem es die zentrale Fragestellung umkehrt.

Diese Forschung stellt eine andere Frage: Was ermöglicht das Auftreten von Momenten bewahrter Funktion, selbst bei fortgeschrittener Krankheit?

Anstatt ausschließlich zu analysieren, warum das Gehirn versagt, suchen die Wissenschaftler im Rahmen des Projekts nach Hinweisen darauf, warum ein erkranktes Gehirn gelegentlich zu einer scheinbaren, wenn auch vorübergehenden Erholung fähig ist.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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