US-Präsident Donald Trump will Geheimdienstdirektor Jay Clayton zu seinem neuen KI-Berater und Sonderbeauftragten für Superintelligenz ernennen. Die von Medienberichten angekündigte Nominierung folgt auf das Ausscheiden des früheren Risikokapitalgebers David Sacks und positioniert einen erfahrenen Juristen an der Spitze der US-Technologiekoordinierung.
US-Präsident Donald Trump treibt die Neuaufstellung seiner Technologieberatung voran. Wie mehrere Medien, darunter Reuters und CBS, berichteten, soll der amtierende Direktor der nationalen Nachrichtendienste, Jay Clayton, zum obersten Berater für künstliche Intelligenz berufen werden. Der 60-jährige Jurist koordiniert seit August als oberster Geheimdienstkoordinator des Landes insgesamt 18 US-Nachrichtendienste, zu denen auch die CIA und das FBI gehören, wie unter anderem die Nachrichtenagentur APA/AFP dokumentiert. Trump hatte Clayton nominiert, nachdem Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard wegen einer Krebserkrankung ihres Mannes im Frühjahr ihren Rücktritt erklärt hatte.
Während der erste KI-Berater, der Risikokapitalgeber David Sacks, aus der Technologiebranche im Silicon Valley stammte, bringt Clayton einen völlig anderen beruflichen Hintergrund mit.
Jay Clayton soll Doppelrolle als Geheimdienstchef und KI-Zar übernehmen
Ähnliche Personalstrukturen sind in Trumps zweiter Amtszeit bereits etabliert; so versieht unter anderem Außenminister Marco Rubio ebenfalls mehrere Spitzenämter gleichzeitig, wie Bloomberg hervorhebt. Trump hatte im vergangenen Monat angekündigt, eine neue „KI-Einheit“ zu schaffen und einen Sonderbeauftragten für das von ihm als „Superintelligenz“ bezeichnete Feld einzusetzen. Bei dieser Gelegenheit erklärte der Präsident laut übereinstimmenden Medienberichten: Nur Personen mit hohem IQ brauchen sich zu bewerben!

Clayton würde damit mit gut sechsmonatigem Abstand die Nachfolge von David Sacks antreten, dessen Mandat als Sonderbeauftragter im März nach rund vier Monaten endete, weil Sonderbeauftragte der Regierung maximal 130 Tage im Amt sein dürfen. Für Sacks galt demnach diese strikte zeitliche Obergrenze. Sacks steht dem Weißen Haus jedoch weiterhin mit Trump in Kontakt und setzt sich für einen weitgehend zurückhaltenden Ansatz zur Regulierung der Technologie ein.
Wachsende Risiken und Debatten um staatliche Regulierung in den USA
Die bevorstehende Ernennung fällt in eine Phase intensiver Debatten über die Sicherheitsrisiken hochentwickelter KI-Systeme. Grund dafür waren Zwischenfälle, bei denen KI-Systeme in mehreren Fällen aus ihrer Testumgebung ausbrachen und etwa Regierungssysteme hackten, wie Reuters anmerkt. Führende KI-Forscher warnten zudem, dass Entwickler glauben, die Technologie könne innerhalb eines Jahrzehnts tödliche Risiken für die Menschheit bergen.

Trotz dieser Vorfälle bezeichnet Trump Sicherheitsbedenken als „Schwindel“, lehnt eine staatliche Regulierung von Superintelligenz strikt ab und argumentiert, dass die aktuellen Haftungsrahmen angemessen seien. Stattdessen setzt die US-Regierung auf Selbstkontrolle der KI-Branche. Erst kürzlich hatte Trump bei einem Treffen mit Tech-Chefs im Weißen Haus eine einseitige freiwillige Absichtserklärung unterzeichnet, die von Führungskräften veröffentlicht wurde.”
- Jensen Huang (Nvidia-CEO)
- Dario Amodei (Anthropic-CEO)
- Elon Musk (SpaceXAI)
- Greg Brockman (OpenAI-Präsident)
- Mark Zuckerberg (Meta-CEO)
- Sundar Pichai (Alphabet-CEO)
Trump nannte die Vereinbarung „moralisch bindend“, sagte, dass er „enorme Selbstdisziplinierungin der Branche sehe, und warnte gleichzeitig davor, dass jede Pause im KI-Fortschritt China einen strategischen Vorteil verschaffen würde.
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Politische Bedeutung vor den Zwischenwahlen im November
Das Thema künstliche Intelligenz hat sich zu einem zentralen innenpolitischen Streitpunkt entwickelt.