Der S&P 500 brach am Donnerstag, dem 5. November 2026, um 4,4 Prozent auf 7.353,73 Zähler ein – den größten Tagesverlust seit den Zollankündigungen im April 2025. Die US-Börsen erlebten damit einen massiven Einbruch, nachdem die Demokraten bei den Zwischenwahlen am Dienstag, dem 3. November, Erfolge errungen hatten.
Trump macht Demokraten für Kurssturz verantwortlich
Donald Trump machte die Demokraten für den heftigen Ausverkauf verantwortlich und warnte vor schweren Einbußen bei den 401(k)-Pensionssparplänen der Amerikaner. Noch am Mittwoch hatte er auf seiner Plattform Truth Social den Zuwachs der Altersvorsorge gepriesen. Am Donnerstagabend äußerte er sich besorgt über die Talfahrt an den Märkten:
Die Börse hatte nach den Wahlergebnissen einen schlechten Tag. Es ist so traurig, das zu sehen. Wir haben so hart gearbeitet, um ein nie dagewesenes Niveau zu erreichen, und jetzt das!
Donald J. Trump
Zuvor hatte Trump auf Truth Social geschrieben, dass die 401(k)-Pläne durch die Decke gingen, und seine Nachricht mit Record Setting All! President DONALD J. TRUMP.
abgeschlossen, wie Decrypt berichtete. Nach den Kongresswahlen vom 3. November, bei denen die Demokraten Erfolge erzielten, schwenkte die Stimmung am Donnerstag jedoch abrupt um.

Technologie- und Halbleiterwerte stürzen ab
Allein bei Nvidia wurden laut BBC-Angaben rund 400 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtet; die Aktie gab um über 9 Prozent nach. Die Verluste konzentrierten sich vor allem auf Technologiekonzerne und Chiphersteller. Der technologielastige Nasdaq Composite stürzte um 5,52 Prozent ab und verzeichnete damit den schwächsten Handelstag seit 18 Monaten, wie die Schweizer Nachrichtenagentur Blick anmerkte. Der Dow Jones büßte 1.833 Punkte beziehungsweise 3,4 Prozent ein. Advanced Micro Devices (AMD) stürzte um rund 17 Prozent ab, und Micron Technology verzeichnete ein Minus von mehr als 17 Prozent. Auch Broadcom verlor 10,43 Prozent.
Auslöser für den Ausverkauf an der Wall Street waren wachsende Befürchtungen hinsichtlich strengerer Regulierungen für künstliche Intelligenz unter den neuen Mehrheitsverhältnissen. Investoren fürchten, dass demokratische Gesetzgeber und neu gewählte Amtsträger restriktivere Vorgaben für den Bau von Rechenzentren durchsetzen werden. So plädiert die designierte Gouverneurin von Texas, Gina Hinojosa, für ein Moratorium bei neuen Projekten. Nach Einschätzung der Schweizer Großbank UBS könnten rund 30 Prozent der bis 2028 erwarteten zusätzlichen amerikanischen Rechenzentrumskapazitäten von solchen Verzögerungen betroffen sein, wie Diebewertung berichtet.
Analysten sehen den Markt im Übergang von den anfänglichen Versprechen der Technologie hin zu den tatsächlichen Kosten und Rahmenbedingungen. Wir vermuten, dass dieser aggressive Ausbau der künstlichen Intelligenz auf schärfere Prüfungen stoßen wird, erklärte Ipek Ozkardeskaya gegenüber Reuters.
Börsen umgehen Notfall-Handelshalte
Der steile Rückgang des S&P 500 um zeitweise bis zu 3,8 Prozent führte im Tagesverlauf zu Spekulationen über mögliche Notfall-Handelshalte. Börsenbetreiber nutzen sogenannte Circuit Breakers, um den Handel bei drastischen Kursverlusten temporär zu unterbrechen. Die erste Schwelle liegt bei einem Rückgang von 7 Prozent, was für die Handelssitzung einem Stand des S&P 500 von 7.150,41 Punkten entsprochen hätte. Zu diesem Auslöser kam es am Donnerstag jedoch nicht mehr.

In Europa blieben die Auswirkungen derweil gedämpft: Der Schweizer Leitindex SMI gab lediglich 0,42 Prozent nach, während der deutsche DAX ebenfalls unter Druck geriet, nachdem er zuvor bei rund 26.690 Punkten notiert hatte.
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