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Welt

Deb Haaland wird erste indigene Gouverneurin von New Mexico

Die Demokratin Deb Haaland ist bei den Zwischenwahlen am 4, berichtet Sueddeutsche. November 2026 zur Gouverneurin von New Mexico gewählt worden. Damit steht erstmals in der Geschichte der Vereinigten Staaten eine indigene Frau an der Spitze eines US-Bundesstaates. Haaland setzte sich nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AP gegen den republikanischen Herausforderer Gregg Hull durch.

Ein Weg vom sozialen Abstieg zur politischen Führung

Haalands politischer Aufstieg ist von biografischen Herausforderungen geprägt, die sie während ihres Wahlkampfs öffentlich thematisierte. Die 65-Jährige berichtete von ihrer Zeit als alleinerziehende Mutter, in der sie phasenweise auf Sozialprogramme angewiesen war und ohne festen Wohnsitz bei Freunden übernachten musste. Vor ihrem Eintritt in die Spitzenpolitik arbeitete sie unter anderem in einer Bäckerei und leitete die Verwaltung ihres Stammes, der Laguna Pueblo, sowie ein Casino im San Felipe Pueblo. Ihre Wurzeln reichen weit zurück: Archäologische Untersuchungen von über 1400 Fundstätten im Reservat in New Mexico weisen darauf hin, dass das Rio-San-Jose-Becken seit 6500 vor Christus besiedelt ist. Ihr Stamm widersetzte sich historisch der spanischen Kolonialherrschaft, wobei der Ort Laguna bei Rückeroberungsversuchen als Zufluchtsort für vertriebene indigene Stämme diente.

Ihre politische Karriere verlief über mehrere Stationen: 2018 wurde sie als eine der ersten zwei indigenen Frauen in den US-Kongress gewählt, gemeinsam mit progressiven Abgeordneten wie Alexandria Ocasio-Cortez, Ilhan Omar und Rashida Tlaib. Nach der Wahl von Joe Biden zum Präsidenten im Jahr 2020 berief er sie als erste indigene Person in ein US-Kabinett, wo sie bis 2025 als Innenministerin amtierte. In ihrer neuen Rolle als Gouverneurin von New Mexico kündigte sie an, sich auf die bezahlbare Gesundheitsversorgung, Reformen im Kinderwohl und den Schutz der Rechte indigener Bevölkerungsgruppen zu konzentrieren.

Deb Haaland aus New Mexico über ihren historischen Erfolg als erste indigene Gouverneurin

Historische Premieren im Kongress und in den Bundesstaaten

Der Wahlerfolg Haalands ist Teil einer Welle historischer Premieren bei den Midterms 2026, in einer Zeit, in der indigene Wähler landesweit an Einfluss gewinnen. Auch im US-Kongress verändern sich die Machtverhältnisse durch den Einzug bisher unterrepräsentierter Gruppen. Während der Frauenanteil im Senat bei 27 Prozent und im Repräsentantenhaus bei 28,4 Prozent liegt, werden neue Meilensteine erreicht:

  • Peggy Flanagan: Die bisherige Vizegouverneurin von Minnesota ist die erste indigene Frau, die in den US-Senat gewählt wurde.
  • Keisha Lance Bottoms: Die frühere Bürgermeisterin von Atlanta wird die erste Schwarze Frau, die jemals zur Gouverneurin eines US-Bundesstaates gewählt wurde.
  • Abdul El-Sayed: Der Demokrat aus Michigan wurde in den US-Senat gewählt.
  • Bobby Pulido: Der Tejano-Musiker gewann einen Sitz im Repräsentantenhaus. Er siegte im 15. Wahlkreis von Texas gegen die Republikanerin Monica De La Cruz.
  • Gina Hinojosa: Sie wird die erste Latina im Amt der Gouverneurin von Texas.

Rechtliche Rahmenbedingungen und gesellschaftlicher Kontext

Der Erfolg indigener Kandidaten in New Mexico findet in einem spezifischen rechtlichen Umfeld statt. Der Bundesstaat führte 2023 als erster und bisher einziger in den USA ein aktualisiertes Gesetz zu den Wahlrechten indigener Amerikaner ein, das den Stämmen mehr Mitspracherecht bei der Festlegung von Wahllokalen und der Neuaufteilung von Wahlbezirken einräumte. Dies knüpft an eine lange Geschichte an, in der Indigene in New Mexico erst 1948 das Wahlrecht erstritten, nachdem der Veteran Miguel Trujillo den Staat verklagt hatte.

Deb Haaland wird erste indigene Gouverneurin von New Mexico
Foto: Sueddeutsche

In ihrer ersten Stellungnahme nach der Wahl betonte Haaland die Bedeutung dieses historischen Moments: Heute Abend, im 250. Jahr unseres Landes, stehe ich vor euch als die erste indigene Amerikanerin, die in der Geschichte der USA zur Gouverneurin gewählt wurde, erklärte sie vor ihren Anhängern. Sie bezeichnete das Wahlergebnis als Auftrag, eine Zukunft zu gestalten, in der arbeitende Familien bessere Chancen erhalten und jeder Einwohner des Staates Gehör findet. Trotz der historischen Fortschritte bleibt die Repräsentation von Frauen insgesamt eine Herausforderung; während Nancy Pelosi als bisher einzige Frau das Amt der Sprecherin innehatte, kämpfen Kandidatinnen weiterhin gegen kulturelle Stereotype darüber, was Frauen tun können oder sollten.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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