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Technik und Wissenschaft

Copernicus prognostiziert Überschreitung der 1,5-Grad-Marke im Jahr 2026

Das Jahr 2026 wird die Marke von 1,5 Grad globaler Erwärmung gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter mit einer Wahrscheinlichkeit von über 99 Prozent fast sicher reißen, wie der EU-Klimawandeldienst Copernicus bekannt gegeben hat. Es wäre nach 2024 erst das zweite Mal, dass ein Kalenderjahr diesen Schwellenwert überschreitet.

Die Weltgemeinschaft hatte sich in dem vor gut zehn Jahren geschlossenen Pariser Klimaabkommen darauf verständigt, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Als offiziell gerissen gilt das Ziel von Copernicus zufolge jedoch erst im mehrjährigen Durchschnitt.

Die Experten des EU-Klimawandeldienstes erwarten allerdings, dass auch der Vier-Jahres-Durchschnitt für den Zeitraum von 2023 bis 2026 über der Marke von 1,5 Grad liegen wird.

Copernicus prognostiziert Überschreitung der 1,5-Grad-Marke im Jahr 2026
Foto: swp.de

Oktober bricht global alle bisherigen Temperaturrekorde

Die globale Durchschnittstemperatur lag im vergangenen Monat nach Angaben von Copernicus 1,75 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Der vergangene Monat war weltweit der wärmste Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen. Damit wurde bereits im dritten Monat in Folge die Marke von 1,5 Grad überschritten.

Die Durchschnittstemperatur der Meeresoberfläche außerhalb der Polarregionen erreichte 20,95 Grad. Auch die Meerestemperaturen blieben im Oktober auf einem außergewöhnlich hohen Niveau. Dies stellt den höchsten jemals für einen Oktober gemessenen Wert dar und übertrifft den Rekord aus dem Jahr 2023. Im Pazifik, wo sich das Wetterphänomen El Niño weiter verstärkte, stieg die Abweichung bis auf 3,21 Grad an, was einen historischen Höchstwert darstellt.

El Niño treibt die weltweiten Temperaturen voran

Ein außergewöhnlich starker El Niño heizt das durch menschliche Aktivitäten bereits erwärmte Klima weiter an, während das Jahr 2026 auf dem besten Weg ist, das zweite Kalenderjahr zu werden, in dem die Erwärmung über 1,5 Grad liegt, erklärte Samantha Burgess vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage.

Copernicus prognostiziert Überschreitung der 1,5-Grad-Marke im Jahr 2026
Foto: tagesanzeiger.ch

Burgess betonte zudem die Bedeutung des Vierjahresdurchschnitts: Besonders bedeutsam ist, dass auch der Vierjahresdurchschnitt voraussichtlich 1,5 Grad überschreiten wird, was verdeutlicht, wie anhaltend diese Phase globaler Erwärmung geworden ist.

Vereinte Nationen warnen vor dem globalen Overshoot

Die Vereinten Nationen gehen mittlerweile ebenfalls offiziell davon aus, dass das im Pariser Klimaabkommen angestrebte 1,5-Grad-Ziel gerissen wird – ein Zustand, der als „Overshoot“ bezeichnet wird. In einem Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP von September heißt es, dass sich Risiken und Auswirkungen mit jedem Bruchteil eines Grades und mit jedem Jahr verstärken.

Da in diesem Szenario drastische Klimaextreme und gefährliche Kipppunkte drohen, soll die Überschreitung nach Möglichkeit so kurz und gering wie möglich gehalten werden. Er forderte dazu auf, den „Overshoot“ so gering und kurz wie möglich zu halten und die Temperatur durch die Entfernung von CO₂ aus der Atmosphäre rasch wieder zu senken, da man sich derzeit auf einem Pfad in eine unbeherrschbare Zukunft befindet.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.