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Comparis: über zwei Millionen Schweizer zeigen Anzeichen von Nomophobie

Fast zwei Millionen Menschen in der Schweiz zeigen mässige bis ausgeprägte Anzeichen einer Handysucht, wie eine im September 2026 veröffentlichte Umfrage des Vergleichsdienstes Comparis zeigt. Besonders bei jungen Erwachsenen ist die digitale Abhängigkeit stark ausgeprägt.

Rund 75 Prozent der Bevölkerung weisen laut der Comparis-Umfrage Anzeichen einer sogenannten Nomophobie auf, was sich vom englischen Begriff für die Angst vor dem Fehlen des Handys ableitet. Bei 31 Prozent der Befragten zeigen sich deutliche Anzeichen, was hochgerechnet mehr als zwei Millionen Menschen entspricht. Weitere 7 Prozent weisen sogar ausgeprägte Symptome auf. Im Vergleich zum Vorjahr, als der entsprechende Wert bei 22 Prozent lag, hat sich der Anteil spürbar erhöht.

Comparis: über zwei Millionen Schweizer zeigen Anzeichen von Nomophobie
Foto: blue News

Junge Altersgruppen und die Westschweiz besonders betroffen

Besonders deutlich zeigt sich die Abhängigkeit bei den 16- bis 35-Jährigen. In dieser Altersgruppe weist fast die Hälfte mindestens deutliche Anzeichen der Nomophobie auf. Bei den 36- bis 55-Jährigen betrifft dies knapp ein Dritetel der Befragten, während es bei den über 56-Jährigen nicht einmal jeder Fünfte ist. Neben dem Alter spielt auch die Sprachregion eine Rolle. In der französischsprachigen Schweiz liegt der Anteil der Personen mit deutlichen Symptomen bei 37 Prozent, während er in der Deutschschweiz 28 Prozent beträgt.

Gemäss der Einordnung des Digital-Experten Jean-Claude Frick greifen Romands im Vergleich zu Deutschschweizern wesentlich häufiger zu digitalen Medien und sozialen Netzwerken, um sich zu unterhalten oder zu informieren. Die Hälfte der Studienteilnehmer gab an, das Mobiltelefon ständig zu kontrollieren, um keinesfalls Anrufe oder Nachrichten zu verpassen – dies ist die am weitesten verbreitete Verhaltensweise bei einer Handy-Abhängigkeit. Für die repräsentative Erhebung beauftragte das Preisvergleichsportal das Marktforschungsinstitut Innofact, welches im September insgesamt 1027 Personen im Alter von 16 bis 74 Jahren in allen Regionen der Schweiz befragte.

Das Smartphone sei für viele Menschen zur digitalen Nabelschnur zur Aussenwelt geworden, erklärt Comparis-Digitalexperte Jean-Claude Frick. Solche Ängste, die bereits bei einem leeren Akku oder fehlendem Netzempfang aufkommen, verdeutlichen nach Ansicht des Experten, wie stark das persönliche Sicherheitsbedürfnis mittlerweile an das Mobiltelefon gekoppelt ist. Die häufigsten Anzeichen im Alltag sind gemäss Umfrage die dauernde Überprüfung des Smartphones, um keine Nachrichten oder Anrufe zu verpassen, sowie Stress, wenn das Smartphone nicht mitgeführt wird, oder Nervosität bei tiefem Akkustand.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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