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Unternehmen

Chip-Aktien fallen nach Casino-Vergleich von Broadcom-Chef Hock Tan

Aktien von Halbleiterherstellern gerieten am Dienstag unter Druck, nachdem Broadcom-CEO Hock Tan Investoren im Bereich Künstliche Intelligenz scharf kritisierte. Er verglich ihr Verhalten mit dem von Casino-Spielern, die ohne Verständnis für die zugrunde liegenden Geschäftsmodelle agieren.

Hock Tans Kritik am Investorenverhalten

Die Äußerungen von Hock Tan, dem CEO des US-Chipgiganten Broadcom, sorgten an den asiatischen Märkten für erhebliche Unruhe. Auf einer Konferenz in Singapur am 12. Oktober kritisierte Tan das aktuelle Investitionsklima im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) als irrational. Er bemängelte, dass viele Geldgeber „keine Ahnung haben, in was sie investieren“, und ihre Erwartungen so extrem ansetzten, dass es „fast so ist, als wären sie in einem Casino. Der Broadcom-Chef betonte, dass der KI-Boom Investoren angezogen habe, die die zugrunde liegenden wirtschaftlichen Realitäten der Branche kaum verstehen.”

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Hock Tan, CEO von Broadcom

Der CEO stellte infrage, ob Unternehmen derzeit lediglich Geld verschwenden, indem sie „Tokensausgeben, ohne dabei tatsächliche Produktivitätsvorteile zu erzielen.

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Kapitalmangel als neues Nadelöhr

Während die Industrie in den letzten Jahren mit Engpässen bei Wafern, Speicherchips und Stromversorgung zu kämpfen hatte, identifizierte Hock Tan nun die Verfügbarkeit von Kapital als die größte Hürde für die nächste Phase der KI-Expansion. Auf der DBS Asia Future Forward Conference in Singapur, an der auch Intel-CEO Lip-Bu Tan teilnahm, wurde deutlich, dass die Branche vor einem „Kapital-Crunch“ steht. Lip-Bu Tan unterstützte diese Einschätzung und betonte, dass Unternehmen künftig nachweisen müssen, dass ihre massiven Investitionen in Rechenzentren und Infrastruktur durch verbesserte Effizienz und neue Geschäftsmodelle einen echten Return on Investment (ROI) liefern.”

Die Dimensionen der Finanzierung sind gewaltig: Morgan Stanley schätzt, dass die benötigte externe Finanzierung für KI-Infrastruktur bis 2028 auf etwa 1,5 Billionen US-Dollar ansteigen könnte. Broadcom selbst ist als Finanzierungspartner aktiv. Zudem wurde ein 60-Milliarden-Dollar-Paket für Anthropic diskutiert, das 42 Milliarden Dollar an Fremdkapital umfasst, welches durch Broadcom besichert ist.

Chip-Aktien fallen nach Casino-Vergleich von Broadcom-Chef Hock Tan
Foto: Yahoo Finance

Globale Marktreaktion und Wettbewerbsdruck

Die Marktreaktion auf die Warnungen war unmittelbar und heftig. Der südkoreanische Kospi-Index verzeichnete am Dienstag einen Einbruch von 6,25 %, wobei Halbleiterwerte massiv abgestoßen wurden. Samsung Electronics verlor 7,4 % an Wert, während SK Hynix einen Rückgang von 10 % verzeichnete. Auch Japan war betroffen: Der Nikkei fiel um 1,8 %, und der Chiphersteller Tokyo Electron verzeichnete ein Minus von 7,15 %. Auf Wall Street reagierten Schwergewichte wie Micron Technology mit einem Kursverlust von 4,8 % und AMD mit 1,4 %.

Zusätzlich zum Sentiment-Schock durch Hock Tans Aussagen wächst der Druck durch den chinesischen Speicherchip-Hersteller CXMT. Das Unternehmen konnte seinen Anteil am globalen DRAM-Umsatz im zweiten Quartal 2026 auf 10 % steigern – ein deutlicher Anstieg gegenüber 4 % im Vorjahr. Da CXMT nun in die Produktion von LPDDR6-Chips und NAND-Flash vordringt, verschärft sich der Wettbewerb für etablierte Anbieter wie Samsung, SK Hynix und Micron erheblich.

Chip stocks slid after Broadcom chief's 'casino' comment, FT reports | Daily Tech Brief · Oct 13

Langfristige Prognosen bis 2030

Broadcom selbst rechnet trotz der Warnungen mit einer massiven Steigerung der eigenen KI-Chip-Umsätze – von etwa 58 Milliarden US-Dollar im laufenden Geschäftsjahr auf 230 Milliarden US-Dollar bis zum Geschäftsjahr 2028. Während die Industrie versucht, die „Picks and Shovels“ (Schaufeln und Spitzhacken) des KI-Zeitalters bereitzustellen, bleibt die zentrale Herausforderung für Unternehmen, die „Frontier-Modelle“ entwickeln, den Übergang von der bloßen Erforschung hin zu kommerziell skalierbaren Anwendungen zu bewältigen. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob der massive Kapitalzufluss in KI-Infrastruktur tatsächlich in eine produktive neue Ära der globalen Wirtschaft führt oder ob die Investoren ihre Erwartungen an der Realität korrigieren müssen.””

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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