Caryle Murphy, die am 19. Oktober im Alter von 79 Jahren gestorben ist, war eine international renommierte Journalistin und ehemalige Korrespondentin der Washington Post. Die Todesursache war nach Angaben ihres Ehemannes Herb Howe eine Lungenfibrose. Ihr Tod beendet das Leben einer Journalistin, die durch ihren mutigen Einsatz in weltweiten Krisengebieten und humanitäre Berichterstattung Maßstäbe setzte.
Leben und Vermächtnis einer preisgekrönten Auslandskorrespondentin
Murphy wurde am 16. Februar 1946 in Hartford, Connecticut, als Tochter des Kinderarztes Thomas J. Murphy und der Hausfrau Muriel K. Murphy geboren. Sie absolvierte 1968 ihren Abschluss an der Trinity University in Washington und erwarb anschließend einen Master an der School of Advanced International Studies der Johns Hopkins University. Ihre berufliche Laufbahn begann als Freiberuflichkeitsjournalistin, unter anderem reiste sie während des dortigen Bürgerkriegs nach Angola. In den späten 1960er Jahren unterrichtete sie außerdem an der Mugoiri Girls High School in Kenia.
Einsatz in Kuwait und internationale Auszeichnungen
Weltweite Bekanntheit erlangte Murphy durch ihre Berichterstattung während des Golfkriegs, nachdem die irakische Armee unter Saddam Hussein 1990 in Kuwait einmarschiert war. Unter Einsatz ihres Lebens lieferte sie lebendige Porträts eines unter Belagerung stehenden Landes. Berichten zufolge nutzte sie dabei unkonventionelle Methoden: So gab sie sich in Kuwait als Joggerein aus, um ihre Artikel in einer Röhre zu verstecken und diese über die Mauer der US-Botschaft zu werfen. Ihre Berichte beleuchteten die brutalen Folgen der Besatzung durch Angst, Instabilität und Verluste an Menschenleben.
Für diese herausragende Arbeit wurde sie 1991 mit dem Pulitzer-Preis für Auslandsberichterstattung ausgezeichnet. Im selben Jahr erhielt sie zudem den George Polk Award für Auslandsberichterstattung sowie den Edward Weintal Prize für diplomatische Berichterstattung.

Weitere Stationen und humanitäres Wirken
Im Laufe ihrer Karriere war Murphy unter anderem als Korrespondentin der Washington Post in Südafrika tätig und leitete als Kairo-Bürochefin die Berichterstattung über die arabische Welt. Sie trug zudem durch ihre Berichterstattung im Uganda der 1980er Jahre dazu bei, das Leben von Zehntausenden Menschen in der Region Luwero Triangle zu schützen, als die dortige Armee gegen Rebellen vorging.
Nachdem sie die Washington Post im Jahr 2006 verlassen hatte, arbeitete sie drei Jahre lang als freiberufliche Journalistin in Saudi-Arabien und schrieb für Medien wie den Christian Science Monitor, Global Post und The National. In den Jahren 2011 und 2012 war sie Public Policy Scholar am Woodrow Wilson International Center for Scholarship.
Abschied und Gedenken
Eine öffentliche Gedenkmesse für Caryle Murphy ist für den 16. November um 10:30 Uhr in der Holy Trinity Church in Washington, D.C. angesetzt und wird per Livestream übertragen. Die Familie hat darum gebeten, Zuwendungen im Namen der Verstorbenen an die Pulmonary Fibrosis Foundation oder das INOVA Schar Heart and Vascular Center des INOVA Fairfax Hospital Complex in Falls Church, Virginia, zu richten. Ihre Asche soll am Fuß eines Baumes auf Cape Cod verstreut werden.
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