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Sport

Carlos Sainz kostet Oscar Piastri in Ungarn durch Kollision den Sieg

Beim Grand Prix von Ungarn 2026 verlor McLaren-Pilot Oscar Piastri in Runde 38 die Führung, nachdem er von dem überrundeten Carlos Sainz (Williams) touchiert wurde. Trotz einer Fünf-Sekunden-Strafe für Sainz profitierte Teamkollege Lando Norris von dem Zwischenfall und sicherte sich den Sieg, während Piastri später mit einem Getriebeschaden ausschied.

Es war ein Nachmittag der extremen Gegensätze für Oscar Piastri. Nachdem er sich durch einen starken Start an Lando Norris und Charles Leclerc vorbeigearbeitet hatte, schien der Australier den Sieg in Budapest greifbar zu haben.

Die Kollision in Runde 38 und der Systemfehler der FIA

Der entscheidende Moment ereignete sich in der 38. Runde. Piastri, der zu diesem Zeitpunkt das Rennen anführte, lief auf Carlos Sainz auf. Der Williams-Pilot war bereits überrundet, befand sich jedoch in einem intensiven Zweikampf mit Fernando Alonso. Beim Herausbeschleunigen aus Kurve drei touchierte Sainz das Rad von Piastri.

Die Berührung führte nicht zu einem sofortigen Schaden am McLaren, kostete Piastri jedoch wertvolle Zeit. Telemetrie-Daten belegen den Verlust: Während Piastri in den vorherigen Runden konstante 29er-Zeiten im ersten Sektor fuhr, sank dieser Wert in Runde 38 auf 31,03 Sekunden – ein Zeitverlust von über einer Sekunde. Dieser Moment ermöglichte es Lando Norris, nach seinem späteren Boxenstopp vor Piastri auf die Strecke zurückzukehren und die Führung zu übernehmen.

Ein kritisches Detail bei diesem Vorfall war ein technisches Versagen der Rennleitung. Laut Motorsport Total konnten die Fahrer aufgrund eines Systemfehlers keine Signale für blaue Flaggen auf ihren Cockpit-Displays sehen. Die Warnungen wurden lediglich über physische Flaggen und Leuchtsignale am Streckenrand kommuniziert, was zu Orientierungslosigkeit im Feld führte.

Piastris Wut und Sainz‘ Rechtfertigung

Im Boxenfunk und nach dem Rennen sparte Oscar Piastri keine Worte. Er bezeichnete die Aktion als absolut dumm und kritisierte, dass Sainz gegen Alonso gekämpft habe, als ginge es um die Weltmeisterschaft, während er selbst die Führung kostete.

OSCAR PIASTRI FUMES After CARLOS SAINZ Collision Turns Hungarian GP Into Total Disaster!

„Ich konnte einfach nicht fassen, was passiert ist. Von einem überrundeten Auto abgeräumt zu werden, steht nicht auf der Liste der Dinge, von denen man erwartet, dass sie im Rennen schiefgehen – aber genau das ist heute passiert.“

Oscar Piastri, McLaren-Pilot

Carlos Sainz versuchte den Vorfall damit zu erklären, dass Piastri in seinem toten Winkel gelegen habe und er zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, dass er überholt würde. Er räumte ein, dass bessere Kommunikation vielleicht geholfen hätte, betonte jedoch, dass solche Situationen im Rennsport vorkommen.

Ralf Schumacher fordert härtere Sanktionen

Die Reaktion der FIA-Rennkommissare fiel milder aus, als es einige Experten erwartet hatten. Sainz erhielt eine Fünf-Sekunden-Strafe, obwohl das Reglement für ein solches Vergehen bis zu zehn Sekunden vorsieht. Die Argumentation des Spaniers bezüglich des toten Winkels wurde als mildernder Umstand gewertet.

Photo: T-Online

Dieser Entscheidung widersprach Sky-Experte Ralf Schumacher vehement. Er bezeichnete das Verhalten von Sainz als absolutes No-Go, da es unverantwortlich sei, wenn zwei Fahrer, die nicht mehr um Punkte kämpfen, den Rennführer blockieren.

„Eine normale Zehnsekundenstrafe wird nicht reichen. Für mich gehört Sainz auch noch fürs nächste Rennen mitbestraft. Im Qualifying einen obendrauf. Weil das macht ja Schule. Das darf gar nicht passieren.“

Ralf Schumacher, Sky-Experte

Getriebeschaden besiegelt das Ergebnis

Auch nach dem Verlust der Führung kämpfte Piastri weiter, hatte jedoch zunehmend Probleme mit dem Handling auf den harten Reifen. Sein Rennen endete schließlich in Runde 56 von insgesamt 70, als ein technischer Defekt das Auto zum Stillstand brachte.

Photo: Motorsport-Magazin.com
  • Startphase: Piastri startete als Dritter, übernahm jedoch schnell die Führung von Norris und Leclerc.
  • Boxenstrategie: Piastri stoppte früh, um Lewis Hamilton abzudecken. Er betonte, dass das Timing völlig in Ordnung war und er ohne die Kollision vor Norris geblieben wäre.
  • Das Ende: In Runde 56 verlor der McLaren alle Gänge, was Piastri auf einen Getriebeschaden zurückführte.

Während Piastri leer ausging, feierte Lando Norris einen dominanten Sieg – seinen ersten Erfolg seit dem Gewinn des Weltmeistertitels in der vergangenen Saison. McLaren-Teamchef Andrea Stella zeigte sich im Nachgang verständnisvoll gegenüber den emotionalen Reaktionen seines Fahrers, da dieser fast die Hälfte des Rennens anführte, bevor der Zwischenfall mit Sainz eintrat.

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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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