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Unternehmen

Burnham will staatliche Stelle für Investitionen in Stromnetz vorstellen

Die Initiative soll die Energiekosten in Großbritannien senken, Netzanschlüsse drastisch beschleunigen und den dringend notwendigen Umbau der Strominfrastruktur vorantreiben.

Die britische Regierung treibt ihre Pläne für einen staatlich kontrollierten Umbau der Energieversorgung voran. Das Vorhaben ist als Teil von Great British Energy konzipiert und soll künftig direkt in die nationale Strominfrastruktur investieren.

Im Zentrum des Vorhabens steht ein ehrgeiziges Ziel: Innerhalb von zehn Jahren will die Regierung das britische Preisniveau für Energie an andere europäische Staaten anpassen. Die Neugründung soll als erster großer Schritt dienen, um Versorgungsnetze stärker unter staatliche Kontrolle zu bringen und die von Unternehmen oft beklagten, lähmenden Verzögerungen bei Netzanschlüssen zu beenden.

Investitionen in das alternde Stromnetz und Ausbaukonkurrenz

Der Übergang von fossilen Großkraftwerken zu entlegeneren Standorten für erneuerbare Energien, wie etwa Offshore-Windparks, erfordert eine umfassende Modernisierung des veralteten Übertragungsnetzes. Energieregulierer Ofgem schätzt den Investitionsbedarf für den Zeitraum zwischen 2025 und 2031 auf insgesamt £70bn. Dies würde das bisherige Investitionstempo vervierfachen.

British Prime Minister Andy Burnham attends the Labour Party
Foto: reuters.com

Das neue staatliche Unternehmen soll dabei direkt im Wettbewerb mit den drei privaten Konzernen agieren, die derzeit das britische Stromnetz besitzen und verwalten. Zudem erhalten Firmen, die auf einen Netzanschluss warten, die Möglichkeit, die Verbindungsinfrastruktur unter Unterstützung von GB Grid eigenständig zu finanzieren und umzusetzen.

„It will increase competition to drive down costs and speed up delivery so businesses can connect faster and grow quicker. This is what more public control can do.“

Finanzierung über GB Energy und Warnungen vor Verzögerungen

Die nötigen Finanzmittel für die neue Gesellschaft will die Regierung aus dem bestehenden Budget von GB Energy abzweigen. Das öffentliche Investitionsunternehmen für grüne Energie wurde im vergangenen Jahr ins Leben gerufen und hat seinen Sitz in Aberdeen. Dennoch bleibt der Zeitplan ambitioniert und trifft auf bürokratische Hürden.

Ein Bericht des National Audit Office warnte erst kürzlich vor massiven Engpässen. Demnach ist die Zahl der Projekte auf der Warteliste für Netzanschlüsse erheblich gewachsen, während sich die Verzögerungen weiter verschärfen.

Burnham will staatliche Stelle für Investitionen in Stromnetz vorstellen
Foto: yahoo.com

Debatte um Sozialreformen und die Rentengarantie

Neben der Energiepolitik nutzte der Premierminister die Auftritte beim Parteitag für weitreichende Versprechen zur sozialen Sicherheit. Er kündigte an, künftig eine kostenlose Sozialpflege für alle Bürger in England bereitzustellen. Die entsprechenden Pläne sollen den Wählern vor der nächsten regulären Unterhauswahl vorgelegt werden, die spätestens im August 2029 stattfinden muss, um das System ab 2030 einzuführen.

Im Fokus steht dabei die sogenannte „Triple Lock-Garantie für die gesetzliche Rentenanpassung, deren langfristige Finanzierbarkeit angesichts einer alternden Bevölkerung intern diskutiert wird. Während die Minister betonen, das aktuelle Parteitagsversprechen für die laufende Legislaturperiode einzuhalten, vermieden Parteifolgen wie Schatzkanzler John Healey eine Zusage für das kommende Wahlprogramm.

Gewerkschaften reagierten alarmiert auf diese Unwägbarkeiten. Sharon Graham, Generalsekretärin der Gewerkschaft Unite, bezeichnete eine mögliche Abschaffung der Rentengarantie als politischen Selbstmord.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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