Premierminister Andy Burnham kündigte auf dem Parteitag der Labour-Partei an, die Gründung der Gesellschaft Great British Grid zu planen. Die neue Organisation soll den Ausbau des britischen Stromnetzes beschleunigen, die Netzanbindung für Unternehmen verbessern und die Energiekosten in den kommenden zehn Jahren an das europäische Niveau anpassen.
Gründung der staatlichen Gesellschaft Great British Grid
Die britische Regierung treibt den staatlichen Einfluss auf die Energieinfrastruktur voran. Die neue öffentlich rechtliche Körperschaft wird als Teil von Great British Energy operieren und soll den langwierigen Prozess von Netzanschlüssen für Unternehmen deutlich verkürzen.
Das Vorhaben markiert einen wesentlichen Schritt in Burnhams Strategie, die Versorgungsinfrastruktur stärker unter öffentliche Kontrolle zu bringen. Der Regierungschef betonte vor Parteianhängern, dass das Great British Grid die Netzanbindungen durch verstärkten Wettbewerb beschleunigen wird. Dabei soll die neue Gesellschaft eigenständig investieren und bei Übertragungsprojekten direkt mit den drei privaten Unternehmen konkurrieren, die das britische Stromnetz gegenwärtig besitzen und verwalten.

Herausforderungen im britischen Stromnetz und Investitionsbedarf
Der Umbau der britischen Stromerzeugung weg von großen fossilen Kraftwerken hin zu entlegenen Standorten für erneuerbare Energien wie Offshore-Windparks erfordert eine umfassende Modernisierung des veralteten Übertragungsnetzes.
Gleichzeitig zeigt ein Bericht des National Audit Office, dass die Zahl der Projekte auf der Warteliste für den Netzanschluss stark gestiegen ist und sich die Verzögerungen häufen. Labour plant, die Finanzierung des neuen Staatskonzerns aus dem bestehenden Budget von Great British Energy zu bestreiten, das im vergangenen Jahr eingerichtet wurde und seinen Sitz in Aberdeen hat. Unternehmen, die auf ihren Anschluss warten, sollen zudem die Möglichkeit erhalten, die Verbindungsinfrastruktur mithilfe des Great British Grid oder durch eigene Co-Investitionen schneller zu finanzieren.

Kostenvergleich und politische Ziele für den Energiesektor
Das erklärte Ziel der neuen Initiative ist es, die britischen Energiekosten innerhalb eines Jahrzehnts an die Standards anderer europäischer Länder anzugleichen. Burnham erklärte dazu, dass schnellere Anschlüsse an das Stromnetz dazu beitragen können, die für Unternehmen crippling energy cost crisis zu lindern.
„It will increase competition to drive down costs and speed up delivery so businesses can connect faster and grow quicker. This is what more public control can do.“
Andy Burnham, Premierminister
Die Details zu den genauen Strukturen und Abläufen des staatlichen Netzanbieters werden in den kommenden Wochen ausgearbeitet, während die politische Debatte über den kommenden Haushalt und mögliche Reformen sozialer Leistungen im Land zunimmt.
Verwandte Artikel