Die bulgarische Sängerin Dara sicherte sich am Samstag, den 16. Mai 2026, mit ihrem Song „Bangaranga“ den Sieg beim 70. Eurovision Song Contest in Wien. Damit errang Bulgarien seinen ersten Sieg in der Geschichte des Wettbewerbs und wird den ESC im kommenden Jahr in Sofia ausrichten.
Ein unerwarteter Triumph in Wien
Der Eurovision Song Contest 2026 endete in der österreichischen Hauptstadt mit einer Überraschung, die selbst Experten kaum vorhergesehen hatten. Die bulgarische Künstlerin Dara besiegte bei der großen Finalnacht am Samstag 24 andere Nationen und holte sich die glitzernde globale musikalische Krone. Ihr Song „Bangaranga“, ein energiegeladener Party-Song mit dem markanten Refrain Welcome to the riot!
, überzeugte sowohl die Fachjury als auch das internationale Publikum.
Der Sieg markiert einen historischen Wendepunkt für Bulgarien, das nach einer dreijährigen Pause wieder am Wettbewerb teilnahm. Dara selbst beschrieb die Bedeutung ihres Titels als Ausdruck eines besonderen Gefühls und einer speziellen Energie, die vermittelt, dass alles möglich ist
.
Die emotionale Zeremonie gipfelte in der Übergabe des Kristallmikrofons, der gläsernen Trophäe des Wettbewerbs. Dass der Sieg für Bulgarien so überraschend kam, unterstreichen die Einschätzungen vor dem Finale, da das Land nicht zu den ursprünglichen Favoriten gehörte. Der NPR-Kritiker Glen Weldon bezeichnete Bangaranga
in seiner Analyse als unglaublich eingängigen Bop
und lobte die tiefe, profunde und beständige Grooviness
des Stücks.
Die Rangliste: Israel bleibt stark, Deutschland enttäuscht
Während Bulgarien die Spitze des Podiums einnahm, zeigte sich das restliche Teilnehmerfeld mit deutlichen Abstufungen. Israel sicherte sich den zweiten Platz und wiederholte damit seine starke Leistung aus dem Vorjahr. Den dritten Platz belegte Rumänien, das vor allem durch eine hohe Anzahl an Stimmen aus dem Publikum von den Zuschauern unterstützt wurde.
Die Platzierungen im oberen Mittelfeld waren ebenfalls hart umkämpft: Australien, das von den Wettbüros als einer der Top-Favoriten gehandelt wurde, landete auf dem vierten Platz, noch vor Italien, das den fünften Rang einnahm. Das finnische Duo Linda Lampenius und Pete Parkkonen, das bereits vor dem Wettbewerb als potenzieller Sieger galt, konnte die Jury und das Publikum nicht in ausreichendem Maße überzeugen und belegte den sechsten Platz.
Für die deutschen Teilnehmer verlief der Abend enttäuschend. Sarah Engels, die Bulgarien mit ihrem Song Fire
herausforderte, landete auf dem 23. Platz und damit auf dem drittletzten Rang des gesamten Wettbewerbs. Am Ende der Tabelle fand sich das Vereinigte Königreich wieder, das den letzten Platz einnahm.
Zwischen Musik und politischem Druck
Trotz der festlichen Stimmung in Wien blieb der Eurovision Song Contest 2026 nicht von gesellschaftlichen Spannungen unberührt. Ähnlich wie bei der laufenden Biennale in Venedig sah sich der Wettbewerb mit Protesten im Zusammenhang mit dem Krieg in Gaza konfrontiert. Die Veranstalter betonten jedoch das Ziel, die Kunst über die politische Feindseligkeit zu stellen.
Host Michael Ostrowski hob die verbindende Kraft der Musik am Ende der Veranstaltung hervor.
In einer Welt, die oft gespalten ist, stehen wir durch die Musik vereint.
Michael Ostrowski, Moderator
Diese Botschaft der Zusammengehörigkeit sollte den Rahmen für die 70. Ausgabe des Wettbewerbs bilden, der nach dem Rekordjahr 2025 in Basel, Schweiz – welches 166 Millionen Zuschauer erreichte – erneut eine enorme globale Reichweite erzielte.
Bulgariens Weg zum Gastgeberland
Mit dem Sieg geht für Bulgarien eine große Verantwortung einher. Das Land wird im nächsten Jahr den Eurovision Song Contest in Sofia ausrichten. Für die bulgarische Musikszene stellt dies einen bedeutenden Meilenstein dar, der weit über den sportlichen oder künstlerischen Erfolg hinausgeht.
Dara betonte nach ihrem Triumph, dass dieser Sieg nicht nur eine persönliche Errungenschaft sei, sondern für die gesamte Künstlerszene in Bulgarien stehe.
Wir werden den ESC in Sofia haben und wir müssen uns vorbereiten, damit wir all die Menschen empfangen können.
Dara, Gewinnerin des Eurovision Song Contest 2026
Die Vorbereitungen auf die Austragung in Sofia werden nun unmittelbar beginnen, um den hohen Anforderungen eines internationalen Großereignisses dieser Größenordnung gerecht zu werden.