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Gesundheit

Birgit Gerstorfer fordert bessere Brustkrebs-Vorsorge für ältere Frauen

Anlässlich des Brustkrebsmonats Oktober fordert Birgit Gerstorfer, Präsidentin des Pensionistenverbandes Österreichs, ältere Frauen stärker in den Fokus von Vorsorge und Behandlung zu rücken.

Der Monat Oktober steht im Zeichen der Krebsvorsorge, und in Österreich lenkt der Pensionistenverband den Blick auf eine oft übersehene Gruppe. Birgit Gerstorfer mahnt an, dass das Alter niemals über die Qualität medizinischer Versorgung entscheiden darf. Brustkrebs ist auch im höheren Alter ein zentrales Gesundheitsthema. Ältere Frauen dürfen bei Früherkennung und Versorgung nicht aus dem Blick geraten, erklärte die Verbandspräsidentin zum Auftakt des Aktionsmonats.

Fast 7.000 Neudiagnosen und die Realität der Vorsorge in Österreich

Die von der Interessenvertretung genannten Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit regelmäßiger Untersuchungen. Im Jahr 2024 erhielten 6.959 Frauen in Österreich die Diagnose Brustkrebs, während 1.755 Patientinnen im selben Zeitraum an der Krankheit verstarben. Zum Jahresende 2024 lebten mehr als 92.000 Frauen mit einer solchen Diagnose im Land.

Das offizielle Brustkrebs-Früherkennungsprogramm richtet sich primär an Frauen im Alter zwischen 45 und 74 Jahren. Dennoch zeigt die Statistik eine Lücke bei der tatsächlichen Nutzung: Nur rund 41 Prozent der Zielgruppe nehmen die Mammografie zur Früherkennung in Anspruch. Frauen ab 75 Jahren können ebenfalls kostenfrei an dem Programm teilnehmen, müssen sich dafür jedoch aktiv anmelden.

Wenn nicht einmal jede zweite Frau dieses Angebot nutzt, muss die Information verstärkt und mögliche Hürden gefunden und abgebaut werden. Vorsorge endet nicht mit dem 75.

Birgit Gerstorfer, Präsidentin des Pensionistenverbandes Österreichs

Frühe Stadien erhöhen die Heilungschancen deutlich

Medizinische Daten stützen den Appell der Patientenvertretung. Bei 79 Prozent der Karzinome, die im Rahmen von Screenings entdeckt werden, stellen Mediziner ein prognostisch günstiges und frühes Tumorstadium fest. Diese Verteilung verdeutlicht den Wert rechtzeitiger Untersuchungen, da Tumore so oft erkannt werden, bevor sie streuen oder schwerwiegende Symptome verursachen.

Neben der klassischen Röntgenuntersuchung setzen Mediziner in speziellen Risikofällen auf ergänzende Verfahren wie den Magnetresonanztomografen oder Ultraschall, während die eigentliche Vorsorgeuntersuchung für Frauen ab 40 Jahren in vielen Gesundheitssystemen ohne direkte Zuzahlung angeboten wird.

Forderung nach altersunabhängiger Behandlung im Gesundheitssystem

Der Pensionistenverband drängt darauf, bürokratische und gesellschaftliche Hürden abzubauen, die ältere Patientinnen von der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen abhalten könnten. Das Geburtsdatum darf niemals darüber entscheiden, wie ernst Beschwerden von Ärzten genommen werden. Jede Betroffene habe ein Anrecht auf eine sorgfältige Diagnose und eine Therapie auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.

Mit dem Start des Oktober-Aktionsmonats appellieren die Verantwortlichen an Frauen jeden Alters, Veränderungen des Gewebes umgehend ärztlich abklären zu lassen und bestehende Vorsorgeangebote konsequent zu nutzen.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

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