Zum Inhalt springen
Gesundheit

Beth Jenkins: Krebs-Diagnose erst nach langem Warten

Ein fünf Zentimeter großer Tumor wurde bei einer zweifachen Mutter aus Merthyr Tydfil erst nach einer als gesundheitliche Angststörung abgetanen Beschwerde entdeckt, nachdem die damals 40-Jährige einen Knoten im rechten Brustbereich bemerkt hatte. Beth Jenkins erhielt die Diagnose lobuläres Brustkrebs, das sich bereits auf ihre Lymphknoten ausgebreitet hatte, erst nach einem beharrlichen Arztwechsel und einer Ultraschalluntersuchung.

Die heute 42-jährige Polizeibeamtin hatte den ursprünglichen Knoten bereits 2018 entdeckt. Damals ergab ein Ultraschall die Einschätzung eines unklaren Befundes, der als Drüsengewebe oder Fettgewebsknoten eingestuft wurde. Nach der Geburt ihrer Tochter Robyn im Jahr 2023 vergrößerte sich the Knoten spürbar und schmerzte, nachdem das Kind sie beim Windelwechseln gegen die Brust getreten hatte. Bei einem Termin im Oktober 2024 bei einer Vertretung in der Praxis Keir Hardie Health Park wurde ihr jedoch mitgeteilt, sie sei zu jung für Brustkrebs.

Komplikationen bei der Behandlung in Merthyr Tydfil

Ein männlicher Hausarzt führte die Beschwerden stattdessen auf eine Infektion, einen verstopften Milchgang oder postnatale Depressionen zurück. Jenkins wurde mit Antibiotika nach Hause geschickt, wobei laut ihren Angaben auch der Verdacht geäußert wurde, sie nehme die Symptome aufgrund psychischer Belastung zu wichtig.

Beth Jenkins: Krebs-Diagnose erst nach langem Warten
Foto: bbc.co.uk

Erst als sie einen anderen Arzt um eine Überweisung bat, brachte der darauffolgende Ultraschall im November 2024 Gewissheit: Drei beziehungsweise vier von 26 untersuchten Lymphknoten waren befallen. Nach der Diagnose unterzog sich Jenkins vor Weihnachten 2024 einer rechten Mastektomie und Rekonstruktion.

Nachwirkungen wie die einer Strahlentherapie machten es ihr unmöglich, den rechten Arm gerade zu strecken. Zeitweise war sie auf einer Station isoliert, und Infektionen führten dazu, dass sie heute eine psychologische Beratung und eine EMDR-Therapie zur Bewältigung einer posttraumatischen Belastungsstörung in Anspruch nimmt.

Die familiären Belastungen waren enorm. Ihr Ehemann Lee war beruflich selbstständig und musste ausfallen, um die Kinder zu betreuen, während er gleichzeitig andere Familienangehörige unterstützte, die im selben Zeitraum ebenfalls an Krebs erkrankten. Außer ihrer persönlichen Independence Payment erhielt die Familie nach ihren Angaben keinerlei finanzielle Hilfe.

Beth Jenkins: Krebs-Diagnose erst nach langem Warten
Foto: walesonline.co.uk

Jenkins beschrieb die Belastung auch im Hinblick auf den emotionalen Zustand ihrer Familie, in dem sie den Wunsch verspürte, ihre Kinder zu beschützen. Sogar auf einer Palliativstation verbrachte sie aufgrund von Infektionen und fehlenden freien regulären Betten den Weihnachtstag, während ihre Gedanken kreisten und sie spürte, dass die mentale Verfassung von der Angst vor dem Tod geprägt war.

Benefizveranstaltung Breast Fest geplant

Nach weiteren Behandlungen unterzog sie sich umfangreichen Schritten.

Um das Bewusstsein für die Erkrankung zu schärfen, organisierte Jenkins die Benefizveranstaltung Breast Fest. Das für den 14. November 2026 – genau zwei Jahre nach ihrer offiziellen Diagnose – geplante Live-Musik-Ereignis in Merthyr Tydfil ist nach schnellem Ticketverkauf bereits ausverkauft, wobei über 34 Sponsoren gewonnen wurden und der Dubliner Singer-Songwriter Jake Suleman unentgeltlich auftritt.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.