Belgien setzt bei den UCI Road World Championships in Australien auf eine Doppelspitze aus Wout van Aert und Remco Evenepoel. Nach einem öffentlichen Streit im Vorjahr wollen die beiden Radprofis ihre Stärken im Straßenrennen am 25. September vereinen, um das Regenbogentrikot nach Wollongong zu holen.
Geteilte Führung in Wollongong
Der belgische Radsport hat in diesem Jahr einen Wandel erlebt. Nach einer Reihe von positiven Worten in den sozialen Medien und einer Annäherung gehen Wout van Aert und der frischgebackene Vuelta-a-España-Gewinner Remco Evenepoel gemeinsam als Kapitäne in die Straßen-Weltmeisterschaft im australischen Wollongong. Im Vorjahr hatten die beiden noch einen öffentlich ausgetragenen Konflikt erlebt, nachdem van Aert als alleiniger Kapitän nominiert worden war, das Rennen schwerfiel und Evenepoel nach einer frühen Attacke die Taktik kritisierte sowie einem Debriefing fernblieb.
In dieser Saison soll alles anders laufen. Van Aert betonte gegenüber Medienschaffenden wie Cyclingnews in Kanada, dass er und das Team aus den Fehlern des Vorjahres gelernt haben. Ich denke, ich war im Rennen gestresst, anstatt ruhig zu bleiben, und das hat mich viel Energie gekostet, die ich im Finale gebraucht hätte, erklärte van Aert. Beide Athleten blicken nun auf eine konstruktive Zusammenarbeit.
Wout van Aert betonte, dass er und Evenepoel stets Respekt füreinander gehabt hätten und die Probleme des Vorjahres nicht in den Medien hätten passieren sollen. Er sei schnell darüber hinweggekommen und sehe kein Problem darin, zusammenzuarbeiten.
Taktische Kompatibilität auf dem Kurs in Wollongong
Die sportlichen Voraussetzungen der beiden belgischen Aushängeschilder ergänzen sich nach Ansicht von van Aert optimal für den 266,9 Kilometer langen Kurs. Während Evenepoel nach seinem historischen Grand-Tour-Sieg in Spanien auch das Zeitfahren bestreitet, konzentriert sich van Aert voll auf das Straßenrennen am Sonntag, den 25. September. Van Aert reist direkt aus Kanada an, während Evenepoel über Madrid und Dubai nach Sydney fliegt. Vor Ort treffen beide im Laufe der Woche aufeinander, um die letzten Details zu besprechen.

Der Kurs in Wollongong erinnert van Aert stark an die heimischen Klassiker. Besonders der Mount Pleasant, ein 1,1 Kilometer langer Anstieg mit einer durchschnittlichen Steigung von 7,7 Prozent und Maximalwerten von 14 Prozent, passt zu seinen Stärken. Da die Ziellinie nur sieben Kilometer nach dem Anstieg liegt, bietet sich Platz für taktische Manöver.
Evenepoel kündigte bereits an, dass er im Falle nachlassender Kräfte nach der Vuelta alles daransetzen wird, van Aert in eine aussichtsreiche Position für den Sprint zu bringen. Er sagte, dass er sehen müsse, wie sich seine Beine nach der Vuelta anfühlten, und hoffe, dass er noch ein gutes Niveau halten könne, aber falls nicht, werde er alles tun, um van Aert mit großer Freude in den Sprint zu bringen.