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Technik und Wissenschaft

Beatles sind meistzitierte Band in wissenschaftlichen Publikationen

Auch Jahrzehnte nach ihrem Ende prägen die Beatles die Popkultur weiter. Eine niederländische Studie zeigt nun, dass die Band auch im Wissenschaftsbetrieb ungeschlagen ist: Keine andere Musikgruppe wird so häufig in den Titeln wissenschaftlicher Publikationen zitiert wie die Fab Four.

Selbst mehr als fünf Jahrzehnte nach ihrer Auflösung bleibt der Einfluss der Beatles ungebrochen, wie eine kürzlich bekannt gewordene niederländische Untersuchung belegt. Laut Angaben des Netzwerkforschers Gabriel Budel von der Technischen Universität Delft sicherten sich die britischen Musiker damit eine Spitzenposition im internationalen Forschungsbetrieb. Das Forschungsteam durchsuchte mithilfe eines KI-gestützten Scans wissenschaftliche Datenbanken und stieß dabei auf 2.237 direkte Zitate sowie weitere 963 Wortspiele mit Songs der Band in Titeln von Fachartikeln, wie das Medienportal ORF unter Berufung auf die Studie berichtet.

Von der „Anthology“ in die akademische Literatur

Der konstante Anstieg von Verweisen auf die Band begann laut den Beobachtungen des Forschungsteams in den 1990er Jahren. Koautor Michiel Tjepkema, ein Rechtswissenschaftler und Host eines niederländischen Beatles-Podcasts, führt diese Entwicklung auf die Veröffentlichung der „Beatles Anthology im Jahr 1995 zurück. Das mediale Großereignis habe eine neue Welle des Interesses ausgelöst, die vor allem bei der jüngeren Generation Anklang fand. Dieses Interesse sei im Laufe der Jahre kontinuierlich in den akademischen Betrieb durchgesickert, so Tjepkema.

Dabei wächst die Zahl der Beatles-Bezüge laut Netzwerkforscher Budel sogar dann relativ weiter, wenn man das jährliche Gesamtwachstum neuer wissenschaftlicher Publikationen berücksichtigt. Das ist eine ziemlich starke Erkenntnis, erklärt Budel gegenüber dem ORF und verweist auf die fortwährende kulturelle Präsenz der Band.

Medizinische Fachartikel und der beliebteste Song

Die meisten Bezüge zur Band fanden die Forschenden in medizinischen Publikationen. Budel begründet dies vor allem mit der im Vergleich zu anderen Disziplinen höheren generellen Publikationsrate in diesem Fachbereich.

Unangefochtener Spitzenreiter unter allen Liedern ist der Titel The Long and Winding Road, der im Rahmen der Auswertung auf 798 Treffer kam. Für das Team hinter der Studie ist diese Verknüpfung naheliegend. Forschung fühlt sich häufig wie eine lange und gewundene Straße an, erklärt Tjepkema den Befund. Es ist ein harter Prozess voller kleiner Entscheidungen, mit unerwarteten Wendungen. Ich glaube, so läuft es in vielen Disziplinen ab: Es gibt viele dieser langen, gewundenen Wege.

Die metaphorische Nutzung spiegelt sich bis in aktuelle Fachdiskurse wider. So wählten die Autorinnen und Autoren eines Papers über die Folgen von Long Covid auf die Lunge den Titel: The lung and winding road: Inflammation-driven platelet reactivity in Long COVID.

Wortspiele und das Erfolgsgeheimnis im Englischen

Den zweiten und dritten Platz der von der Studie ermittelten Wissenschaftscharts belegen die Songs With a Little Help from My Friends und Here, There and Everywhere. Beide Titel eignen sich nach Einschätzung der Autoren hervorragend für flexible Anwendungen und sprachliche Verballhornungen in verschiedensten Forschungsfeldern.

Für gezielte Wortspiele erwies sich zudem der Track All You Need Is Love mit 137 registrierten Fällen als besonders beliebt. Das Spektrum reicht hier von All you need is sleep bis hin zu Attention is all you need.

Hinter diesem Erfolg stecke laut Tjepkema ein einfacher Grund: Die Beatles nutzten in ihren Texten standardmäßige Phrasen des Alltagsenglischen, die sich nahtlos in fachbezogene Aneignungen einfügen lassen. Zudem steche ein kreativer Titel aus der Masse der Veröffentlichungen hervor. Langweilige Titel findet man überall, so Tjepkema. Aber ein Bezug zu etwas sehr Populärem kann eine Verbindung zum Leser herstellen und das ist sehr wichtig für Wissenschaftler um Interesse zu wecken.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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