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Bayerns Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger ist tot

Bayerns Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger ist tot. Der 55-jährige Bundes- und Landesvorsitzende der Freien Wähler wurde am Mittwochabend leblos in einem Hotelzimmer in Berlin aufgefunden. Wie die Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte, wurde ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, um die Todesursache und den Hergang zu klären sowie ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen.

Umstände des Todes in Berlin

Die Berliner Behörden haben nach vorläufigen Informationen die Vermutung eines natürlichen Todes geäußert. Dennoch wurde die Mordkommission des Landeskriminalamts Berlin hinzugezogen, was bei Fällen dieser Art aufgrund der öffentlichen Bedeutung üblich ist. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gab an, dass die konkrete Auffindesituation aus ermittlungstaktischen Gründen nicht öffentlich gemacht werde; zudem wurde eine Obduktion des Leichnams in Aussicht gestellt. Die Angehörigen wurden bereits am Abend des Vorfalls von den Behörden über das Ableben informiert.

Politische Laufbahn und Wirken

Mit dem Tod Aiwangers verlieren die Freien Wähler ihr prägendes Gesicht. Der am 26. Januar 1971 in Ergoldsbach geborene Politiker führte die Partei seit 2010 als Bundesvorsitzender. Nachdem er 2008 erstmals in den bayerischen Landtag eingezogen war, fungierte er dort als Fraktionschef. Seit 2018 war er Teil der bayerischen Staatsregierung in einer Koalition zwischen CSU und Freien Wählern, wo er als Wirtschaftsminister sowie Stellvertreter von Ministerpräsident Markus Söder amtierte.

Trotz politischer Erfolge, darunter deutliche Gewinne bei den bayerischen Kommunalwahlen im Frühjahr 2026, war ihm der Einzug der Freien Wähler in den Bundestag verwehrt geblieben. Überregional geriet Aiwanger im Sommer 2023 in die Schlagzeilen durch die sogenannte Flugblatt-Affäre, in deren Verlauf ihm vorgeworfen wurde, in seiner Jugend ein antisemitisches Pamphlet verfasst zu haben. Aiwanger bestritt dies; sein Bruder erklärte später, der Autor des Textes gewesen zu sein.

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Foto: br.de

Bestürzung über Parteigrenzen hinweg

Innerhalb der Freien Wähler hat der Tod unmittelbare Konsequenzen: Der für den 14. November geplante Bundesparteitag in Geiselwind soll abgesagt und auf das Jahr 2027 verschoben werden. Die Frage der politischen Nachfolge sei, so der stellvertretende Bundesvorsitzende Joachim Streit, erst nach der Beisetzung ein Thema. Aiwanger hinterlässt seine Lebensgefährtin, die Landrätin Tanja Schweiger, sowie zwei gemeinsame Kinder.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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