Bayerns Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger ist tot. Der 55-jährige Bundes- und Landesvorsitzende der Freien Wähler wurde am Mittwochabend leblos in einem Hotelzimmer in Berlin aufgefunden. Wie die Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte, wurde ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, um die Todesursache und den Hergang zu klären sowie ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen.
Umstände des Todes in Berlin
Die Berliner Behörden haben nach vorläufigen Informationen die Vermutung eines natürlichen Todes geäußert. Dennoch wurde die Mordkommission des Landeskriminalamts Berlin hinzugezogen, was bei Fällen dieser Art aufgrund der öffentlichen Bedeutung üblich ist. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gab an, dass die konkrete Auffindesituation aus ermittlungstaktischen Gründen nicht öffentlich gemacht werde; zudem wurde eine Obduktion des Leichnams in Aussicht gestellt. Die Angehörigen wurden bereits am Abend des Vorfalls von den Behörden über das Ableben informiert.
Draußen strömen die Abendgäste des nahen Admiralpalasts vorbei, drinnen die Polizei. In diesem Berliner Hotel wurde Hubert Aiwanger heute tot aufgefunden. Mittlerweile ist auch die Mordkommsion vor Ort. Routine. nach Tagesspiegel-Infos gehen Behörden von natürlichem Tod aus. pic.twitter.com/AYV0XpfWJZ
— https://x.com/glr_berlin/status/2118110981448405224
Politische Laufbahn und Wirken
Mit dem Tod Aiwangers verlieren die Freien Wähler ihr prägendes Gesicht. Der am 26. Januar 1971 in Ergoldsbach geborene Politiker führte die Partei seit 2010 als Bundesvorsitzender. Nachdem er 2008 erstmals in den bayerischen Landtag eingezogen war, fungierte er dort als Fraktionschef. Seit 2018 war er Teil der bayerischen Staatsregierung in einer Koalition zwischen CSU und Freien Wählern, wo er als Wirtschaftsminister sowie Stellvertreter von Ministerpräsident Markus Söder amtierte.
Trotz politischer Erfolge, darunter deutliche Gewinne bei den bayerischen Kommunalwahlen im Frühjahr 2026, war ihm der Einzug der Freien Wähler in den Bundestag verwehrt geblieben. Überregional geriet Aiwanger im Sommer 2023 in die Schlagzeilen durch die sogenannte Flugblatt-Affäre, in deren Verlauf ihm vorgeworfen wurde, in seiner Jugend ein antisemitisches Pamphlet verfasst zu haben. Aiwanger bestritt dies; sein Bruder erklärte später, der Autor des Textes gewesen zu sein.

Bestürzung über Parteigrenzen hinweg
Innerhalb der Freien Wähler hat der Tod unmittelbare Konsequenzen: Der für den 14. November geplante Bundesparteitag in Geiselwind soll abgesagt und auf das Jahr 2027 verschoben werden. Die Frage der politischen Nachfolge sei, so der stellvertretende Bundesvorsitzende Joachim Streit, erst nach der Beisetzung ein Thema. Aiwanger hinterlässt seine Lebensgefährtin, die Landrätin Tanja Schweiger, sowie zwei gemeinsame Kinder.
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Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger ist eine absolute Tragödie. Wir sind alle zutiefst geschockt. Unsere Gedanken sind nun zuerst bei seiner Familie und seinen Kindern. Wir trauern mit ihnen und beten für sie.
— https://x.com/Markus_Soeder/status/2118093631383028126
Hubert Aiwanger ist verstorben – Was geschah in seinen letzten Stunden? Das ist bisher bekannt – und das nicht. Der überraschende Tod von Hubert Aiwanger erschüttert die bayerische Politik. Der Vorsitzende der Freien Wähler, bayerische Wirtschaftsminister und stellvertretende… pic.twitter.com/hHrBXsuSqX
— https://x.com/GFreiNews/status/2118193338322923974
Mit 55 Jahren in einem Hotel zu sterben ist ungewöhnlich. Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ist gestorben. Er wurde in einem Berliner Hotel tot aufgefunden. Das erfuhr das ZDF aus der bayerischen Staatsregierung. https://t.co/UptZCGYPgF pic.twitter.com/CwluXlIgqS
— https://x.com/Tom_de_Belfore/status/2118082884712149015
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