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Technik und Wissenschaft

Bayerisches Kultusministerium nimmt Mathe-Test nach Datenleck nicht in die Benotung auf

Ein folgenschweres Datenleck an einer bayerischen Schule zwingt das Kultusministerium dazu, den zentralen Mathematik-Jahrgangsstufentest für rund 37.000 Zehntklässler im Schuljahr 2026/27 komplett von der Benotung auszunehmen. Die Aufgaben kursierten bereits vor dem Prüfungstermin im Internet.

Der Start in das neue Schuljahr verläuft für Zehntklässler an bayerischen Gymnasien anders als geplant. Nachdem am Dienstag bereits der landesweite Englisch-Test geschrieben wurde, sollte am Donnerstag die Mathematik-Klausur folgen. Doch dazu kommt es in gewohnter Form nicht.

Wie die Aufgaben im Netz kursierten und warum der Test fällt

Auslöser für die radikale Entscheidung ist ein Versehen an einer einzelnen Schule. Die Aufgabenstellung samt Lösungen wurde bereits am Mittwochabend auf Plattformen wie TikTok sowie in Klassenchats verbreitet. Das Ministerium bestätigte, dass die Aufgaben in Folge eines Versehens vorzeitig an die Öffentlichkeit gelangten.

„Da eine Gleichbehandlung der Schülerinnen und Schüler im vorliegenden Fall nicht mehr sichergestellt war, ist es im Schuljahr 2026/27 bedauerlicherweise nicht möglich, dass dieser Jahrgangsstufentest benotet wird.“

Bayerisches Kultusministerium, via Zeit und BR

Das Ministerium hält den Namen der betroffenen Bildungseinrichtung unter Verschluss, kündigte jedoch intensive Gespräche an. Insgesamt waren rund 37.000 Schülerinnen und Schüler an 430 staatlichen und staatlich anerkannten Gymnasien im Freistaat von dem Ausfall betroffen. Eine Wiederholung des Tests ist nach Angaben der Behörde nicht geplant.

(Symbolbild) Ein offenes Federmäppchen liegt auf einem Tisch
Foto: BR

Welche Alternativen Schulen jetzt nutzen sollen

Die Prüfung verfällt zwar als benoteter Leistungsnachweis, soll aber dennoch nicht gänzlich im Papierkorb landen. Das Ministerium empfiehlt den Lehrkräften, das Material für andere Zwecke einzusetzen. Statt einer offiziellen Wertung ist vorgesehen, unbenotete, schulinterne Lernstandserhebung zu verwenden, um daraus mögliche Ansatzpunkte für Schwerpunktsetzungen im Unterricht bzw. für die individuelle Förderung zu gewinnen, so die offizielle Vorgabe.

Zudem entfällt die sonst übliche Weitergabe der Kennzahlen an die Behörden. Im Gegensatz zu den regulären Abläufen bei bayernweiten Jahrgangsstufentests werden die Ergebnisse in diesem Durchgang nicht an das Kultusministerium übermittelt.

Parallelen zum Vorjahr und die Notenhistorie in Mathematik

Der aktuelle Vorfall weckt unschöne Erinnerungen an das vergangene Jahr. Es ist nicht das erste Mal, dass ein solcher Test wegen eines Lecks an einer Schule abgesagt werden muss. Bereits im Vorjahr traf es den Jahrgangsstufentest im Fach Englisch für Zehntklässler an Gymnasien aus exakt demselben Grund.

Damals wandte sich das Ministerium mit einem schriftlichen Appell an alle Schulen. Es ist richtig, dass sich ein ähnlicher Vorfall vor einem Jahr im Vorfeld der Jahrgangsstufentests im Fach Englisch ereignete, räumte die Behörde ein. Die Schulen seien damals noch einmal eindringlich auf die Notwendigkeit der sicheren Verwahrung und Geheimhaltung hingewiesen worden.

„Umso bedauerlicher ist dieser erneute Vorfall, den wir intensiv prüfen werden.“

Bayerisches Kultusministerium, via Zeit und BR

Die Notendurchschnitte der Vorjahre im Fach Mathematik verdeutlichen ohnehin, dass die Prüfungen oft eine sportliche Herausforderung darstellen: In den vergangenen Jahren lag der bayernweite Notenschnitt jeweils bei 3,8 im Jahr 2025, bei 3,5 im Jahr 2024 sowie bei 4,13 im Jahr 2023.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

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