Ein verfrüht veröffentlichter Artikel auf der offiziellen Website des Ballon d’Or sorgte am Montag kurz vor der Gala im Londoner Palladium Theatre für Verwirrung, als Harry Kane vorübergehend als Sieger der Auszeichnung für 2026 geführt wurde, während parallel auch Profile für Lamine Yamal und Kylian Mbappé online gingen.
Der Moment dauerte nur wenige Minuten, entfachte im Internet jedoch sofort heftige Spekulationen. Kurz nach 17:15 Uhr GMT am Montag tauchte auf der offiziellen Plattform ein Beitrag mit dem Titel Harry Kane wins the 2026 Ballon d'Or
auf. Die Veröffentlichung schlug hohe Wellen, da die Bekanntgabe des prestigeträchtigen Einzelpreises erst mehr als viereinhalb Stunden später bei einer glanzvollen Veranstaltung im Londoner Palladium Theatre geplant war. Einige Beobachter fragten sich, ob den Organisatoren von France Football kurz vor dem Ziel ein folgenschweres Leck unterlaufen war.
Schnell zeigte sich jedoch bei weiteren Recherchen auf der Website, dass es sich um kein einzelnes Versehen handelte. Neben dem englischen Angreifer waren auch für andere Turnierfavoriten wie Barcelonas Lamine Yamal und Real Madrids Kylian Mbappé entsprechende Porträts vorbereitet und fälschlicherweise freigeschaltet worden. Die Organisatoren reagierten rasch und nahmen die Beiträge kurz vor 17:40 Uhr BST wieder offline.
Die offizielle Erklärung des Ballon-d’Or-Sprechers zu den Panne-Artikeln
Auf Anfrage von Medien äußerten sich die Verantwortlichen zu den technischen Unstimmigkeiten. Ein offizieller Sprecher des Ballon d’Or bestätigte die Abläufe gegenüber der Presse.
Einige von BallonDor.com vorbereitete Profile von Nominierten wurden versehentlich online veröffentlicht. Diese Artikel waren für alle Nominierten vorbereitet worden und sind keineswegs als Hinweis auf die Endergebnisse oder Platzierungen zu betrachten.
Sprecher, Ballon d’Or, via Myjoyonline
Diese Vorgehensweise ist in der Medienbranche für Live-Ereignisse gängig: Redaktionen erstellen vorab für alle realistischen Szenarien passende Siegerartikel, um im Moment der offiziellen Entscheidung sofort handlungsfähig zu sein. Die Panne lag in diesem Fall darin, dass diese Entwürfe versehentlich zu früh an die Öffentlichkeit gerieten.
Welche Spieler und Rekorde in den vorzeitigen Artikeln genannt wurden
Die versehentlich freigeschalteten Texte enthielten spezifische Details und Begründungen für die jeweiligen Sportler. Der Beitrag über den spanischen Offensivspieler Lamine Yamal trug die Überschrift „Lamine Yamal wins the 2026 Ballon d’Or and sets an unprecedented record.“ Darin wurde hervorgehoben, dass der erst 19-jährige Flügelspieler der jüngste Gewinner in der Geschichte des Preises werden würde – eine Bestmarke, die selbst Lionel Messi in diesem Alter nicht erreicht hatte.”
Auch die übrigen verfrühten Beiträge legten den Fokus auf die außergewöhnlichen Leistungen der Nominierten. Der Text über Kylian Mbappé beschrieb den Stürmer von Real Madrid als consistency personified at the highest level
und verwies auf dessen WM-Bilanz sowie seine Torausbeute im Verein. Der Artikel über Harry Kane widmete sich den wichtigsten Toren aus einer Spielzeit, in der der Stürmer des FC Bayern München laut dem Text 61 Treffer erzielt hatte.
Die Parallelen zur Frauen-Auszeichnung und das Jubiläum im Palladium Theatre
Das Versehen beschränkte sich nicht nur auf die Männerkategorie. Entsprechende Entwürfe existierten auch für den Frauenballon d’Or, wobei Artikel über Alexia Putellas von den London City Lionesses und Ewa Pajor vom FC Barcelona ebenfalls aufbereitet worden waren. Im Anschluss bestätigte sich zumindest bei Putellas, dass sie den Preis tatsächlich gewann.
Für Harry Kane bleibt die Hoffnung bestehen, der erste englische Sieger seit dem Jahr 2001 zu werden. Die Verleihung fand in diesem Jahr im Rahmen des 70-jährigen Jubiläums des Preises erstmals in London statt, nachdem das Magazin France Football die Trophäe 1956 zum ersten Mal an die britische Legende Sir Stanley Matthews vergeben hatte.
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