Alexander Zverev trifft am 13. Oktober 2026 beim ATP-1000-Turnier in Shanghai im Achtelfinale auf Alexander Bublik. Nach dem Ausscheiden von Carlos Alcaraz steht fest, dass der deutsche Topspieler die Weltrangliste zum Jahresende als Nummer eins abschließen wird.
Die Entscheidung an der Spitze der Tennis-Weltrangliste fiel an einem spielfreien Montag in Shanghai. Nach der Niederlage des Spaniers Carlos Alcaraz gegen den Belgier Zizou Bergs mit 5:7 und 6:7 steht mathematisch fest, dass kein Konkurrent Alexander Zverev mehr von der Spitzenposition verdrängen kann. Zuvor war bereits der US-Amerikaner Ben Shelton aus dem Turnier ausgeschieden, womit auch die letzten theoretischen Zweifel beseitigt waren. Die Spielerorganisation ATP bestätigte den historischen Meilenstein für den deutschen Profi. Berechnungen der Spielerorganisation ATP zufolge konnte der Spanier den Hamburger nicht mehr abfangen.
Für den 29-Jährigen ist dieser Erfolg der vorläufige Höhepunkt einer langen Entwicklung. Es ist eine fantastische Saison für mich – ich habe in Paris und New York gewonnen, und zu wissen, dass ich das Jahr an der Spitze der Rangliste beenden werde, ist einfach ein gewordener Traum
, sagte Zverev mit Blick auf seine Grand-Slam-Titel bei den French Open und den US Open. Dabei erinnerte er an seine schwere Knöchelverletzung aus dem Jahr 2022, die seine Karriere zeitweise infrage gestellt hatte. Gemeinsam mit seinem Team habe er enorm viel Arbeit investiert, um nach diesem Rückschlag an die Weltspitze zurückzukehren. Die Turnierauswahl und die Orte, an denen er seine Höchstform erreichen wollte, hatte er in diesem Jahr gemeinsam mit seinem Team gezielt ausgesucht.

Historischer Meilenstein nach drei Jahrzehnten
Zverev folgt auf Boris Becker, der im Jahr 1991 als bislang einziger deutscher Tennisprofi die Weltrangliste der Männer angeführt hatte. Während Becker damals für insgesamt zwölf Wochen an der Spitze stand, ist Zverev der erste deutsche Spieler, der eine komplette Saison als Führender des Rankings beenden wird. Der sechsmalige Grand-Slam-Sieger Becker urteilte in seinem Podcast mit der früheren Top-Ten-Spielerin Andrea Petkovic, dass Zverev zurecht und hochverdient die neue Nummer eins der Welt wird und über den Kampf zum Spiel gefunden habe.
Der Sprung an die Spitze der Weltrangliste ergab sich auch durch das vorzeitige Saisonende des Südtirolers Jannik Sinner, der aktuellen Nummer eins der Welt aus Südtirol, mit dessen Sprung an die Spitze Zverev praktisch rechnen konnte. Zverev selbst war im Turnierverlauf an Position eins gesetzt und hatte zum Auftakt ein Freilos erhalten erhalten. Der Weltranglistenerste aus Italien war als Vorjahresieger des mit 9.415.725 US-Dollar dotierten Hartplatz-Turniers in der Qizhong Forest Sports City Arena nicht am Start.
Der harte Weg ins Achtelfinale von Shanghai
Bevor der Weltranglistenerfolg feststand, musste Zverev auf dem Hartplatz in Shanghai hart arbeiten. In der dritten Runde traf er auf den Franzosen Quentin Halys und setzte sich nach einer Spielzeit von 2:16 Stunden mit 6:4, 6:7 (8:10) und 6:3 durch. Mit diesem Erfolg feierte er bereits seinen 60. Einzelsieg in der laufenden Saison. Das Match verlangte ihm jedoch physisch einiges ab. Zverev wollte seinen 60. Saisonsieg nach dem Match jedoch nicht überbewerten und erklärte, dass die Zahl zwar schön sei, aber vor allem die gezielte Saisonplanung aufgegangen sei.
Bereits in seinem Auftaktspiel war Zverev umgeknickt, und auch gegen Halys wirkte er im dritten Satz phasenweise durch den lädierten Knöchel beeinträchtigt. Dennoch bewies er Nervenstärke und beendete die Partie mit einem Ass. Bei eigenem Service ließ er im gesamten Match gegen Halys keinen einzigen Breakball zu, auch wenn er während des zweiten Satzes seinen Unmut über die Bespannung seiner Schläger lautstark an seine Spielerbox kommunizierte.

Er hat unglaublich aggressiv gespielt, sehr gut aufgeschlagen. Du kannst sein Service nur schwer lesen.
Alexander Zverev, via Neue Presse Coburg
Das Achtelfinalduell gegen Alexander Bublik
Im Achtelfinale des mit 9.415.725 US-Dollar dotierten Masters-Turniers wartet nun der Kasache Alexander Bublik auf den neuen Weltranglistenersten. Im direkten Vergleich hat Bublik mit drei Siegen aus vier Begegnungen die Nase vorn: Er gewann gegen Zverev in Rotterdam 2021, in Montpellier 2022 und auf dem Rasen in Halle im Jahr 2023. Zverev konnte sich lediglich auf Sand in Monte-Carlo gegen den unkonventionellen Kasachen durchsetzen.
Bublik zog nach einem hart umkämpften Dreisatzsieg gegen den US-Amerikaner Brandon Nakashima in die Runde der letzten 16 ein. Die Partie gegen Zverev wurde für den Dienstagmittag ab 12:00 Uhr deutscher Zeit angesetzt. Das schnelle Hartplatzgeläuf in Shanghai kommt Bubliks variablem Aufschlag und seinem oft unorthodoxen Angriffsspiel entgegen, bietet aber auch Zverev die Möglichkeit, mit druckvollen Aufschlägen schnelle Punkte zu erzielen.

Übertragung und Live-Stream aus China
Tennisfans in Deutschland können das Achtelfinale und die weiteren Runden des Rolex Shanghai Masters über verschiedene Kanäle verfolgen. Der Pay-TV-Sender Sky besitzt die exklusiven Übertragungsrechte für die ATP-Masters-1000-Turniere in Deutschland und zeigt die Begegnungen von Zverev live auf dem Sender Sky Sport Tennis sowie über den Streamingdienst WOW. Alternativ bietet die ATP mit dem kostenpflichtigen Streamingdienst Tennis TV die Möglichkeit, alle Nebenplätze und Partien parallel im Livestream zu verfolgen. Eine Übertragung im frei empfangbaren Fernsehen (Free-TV) findet für das Event nicht statt.