Extrazelluläre Vesikel aus mesenchymalen Stammzellen zeigen laut einer im Chinese Medical Journal veröffentlichten Übersichtsarbeit entzündungshemmende Effekte in Modellen zu COPD und Lungenfibrose. Die aus Zellkulturen gewonnenen Bläschen rücken damit als potenzieller therapeutischer Ansatz und Träger von microRNAs in den Fokus der Forschung.
Chronische Lungenerkrankungen wie die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und die idiopathische Lungenfibrose (IPF) stellen die medizinische Forschung weiterhin vor erhebliche Herausforderungen. Ein aktueller Überblick, der im Chinese Medical Journal publiziert und von EurekAlert verbreitet wurde, beleuchtet die Rolle extrazellulärer Vesikel (EVs) bei altersbedingten Atemwegserkrankungen. Die Autoren fassen zusammen, wie diese winzigen Partikel als molekulare Botenstoffe wirken und Zellalterungsprozesse zwischen Zellen übertragen.
Extrazelluläre Vesikel als Boten von Alterungssignalen bei COPD und IPF
Den vorliegenden Auswertungen zufolge fungieren extrazelluläre Vesikel als Übermittler von Seneszenzsignalen, die entzündliche Prozesse und Gewebsumbauvorgänge in der Lunge anheizen. Bei COPD identifizierten die Forscher microRNA-34a als einen Faktor, der über EVs übertragen wird und das Protein SIRT1 supprimiert. SIRT1 reguliert normalerweise zelluläre Alterungsprozesse.
Ein ähnliches Muster zeigt sich bei der idiopathischen Lungenfibrose. Hier unterdrücken die microRNAs microRNA-23b-3p und microRNA-494-3p das mitochondriale Protein SIRT3, welches eine wichtige Bedeutung für den Zellstoffwechsel besitzt. Darüber hinaus weist die Übersichtsarbeit bei Bronchiektasen auf einen Zusammenhang zwischen Sputum-microRNAs wie miR-92b-5p und miR-223-3p sowie dem Bakterium Pseudomonas aeruginosa hin, was auf infektionsassoziierte Signalwege hindeutet.
Therapeutisches Potenzial und Aerosol-Applikation bei Atemwegserkrankungen
Neben ihrer Rolle als Krankheitsvermittler und mögliche Biomarker rücken therapeutische Anwendungen in den Vordergrund. Extrazelluläre Vesikel aus mesenchymalen Stammzellen (MSC-EVs) zeigten in entsprechenden Modellen zu COPD und Lungenfibrose entzündungshemmende Effekte. Als Verabreichungsweg schlagen die Autoren eine Applikation per Aerosol vor, um eine gezielte und minimal-invasive direkt in die Atemwege zu ermöglichen.
Die Veröffentlichung trägt die DOI 10.1097/CM9.0000000000004208. Klinische Anwendungen für Patienten stehen derzeit jedoch noch aus, da die beobachteten Effekte überwiegend aus Labormodellen stammen.
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