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AHV-Rente: So hoch fallen die Auszahlungen ab Dezember 2026

Die Schweizer Stimmbevölkerung entscheidet am 29. November 2026 über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von 8,1 auf 8,5 Prozent, um die im Dezember erstmals ausbezahlte 13. AHV-Rente zu finanzieren.

Zahlung der 13. AHV-Rente im Dezember 2026

Die Zentrale Ausgleichsstelle der Schweiz hat bestätigt, dass die erste 13. AHV-Rente ab dem Monat Dezember 2026 ausbezahlt wird, wie Bürger & Geld berichtet. Mehr als 2,6 Millionen Rentnerinnen und Rentner erhalten die zusätzliche Zahlung automatisch zusammen mit der regulären Monatsrente.

Die Kosten für die erste Auszahlung belaufen sich laut Angaben der NZZ auf über 4 Milliarden Franken. Für drei Viertel der verheirateten Bezüger liegt die zusätzliche Zahlung zwischen 1500 und 2000 Franken. Bei Alleinstehenden bekommt jeder Zweite einen Betrag von über 2000 Franken.

Ab dem 3. Dezember 2026 erfolgt die erstmalige Auszahlung dieser neuen Rente, bei der Berechtigte in der Regel zwei Überweisungen erhalten: die ordentliche monatliche Altersrente sowie separat die neue 13. Rente. Die Höhe entspricht dem zwölften Teil aller im laufenden Jahr ausbezahlten Renten.

Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider warnt im Interview vor einem Leistungsabbau
Foto: Watson

Während die durchschnittliche AHV-Rente für Rentenempfänger mit Wohnsitz im Ausland geringer ausfällt, erhalten Personen mit Wohnsitz in der Schweiz im Schnitt 1970 Franken. Die Partei SVP fordert in einem parlamentarischen Vorstoss, die Auszahlung künftig auf Personen mit inländischem Wohnsitz zu beschränken, da im Ausland geringere Lebenshaltungskosten anfallen.

Für Verheiratete gilt bei der AHV eine Obergrenze. Die maximale Vollrente beträgt 2520 Franken im Monat, wofür ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 90 720 Franken erforderlich ist. Im nächsten Jahr steigt der Maximalbetrag auf 2560 Franken. Die minimale AHV-Rente erreicht 1260 Franken, sofern über die gesamte Versicherungsdauer von 44 Jahren Beiträge entrichtet wurden. Zwei unverheiratete Personen mit Maximalrente erhalten im Dezember zusammen 5040 Franken zusätzlich, während ein Ehepaar in derselben Lage auf höchstens 3780 Franken kommt — das sind 1260 Franken weniger.

13. AHV-Rente im Dezember: Wer sie bekommt, wann sie kommt – und wer leer ausgeht

Die Bundesverwaltung nennt in ihren Unterlagen Werte von bis zu 2520 Franken mehr pro Jahr für Unverheiratete und maximal 3780 Franken für Ehepaare. Bei einem Vorbezug richtet sich die 13. Rente nach der gekürzten Monatsrente, während es während eines Aufschubs keine 13.

Zahlung gibt und diese erst später auf die erhöhte Rente berechnet wird. Für Bezieher von Grundsicherung in Deutschland ist zudem ungeklärt, ob das Sozialamt die Dezemberzahlung als Einkommen nach § 82 SGB XII berücksichtigt.

Mehrwertsteuererhöhung am 29. November zur Abstimmung

Um einen Teil dieser Mehrkosten zu decken, stimmt die Stimmbevölkerung am 29. November 2026 über eine Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes von 8,1 auf 8,5 Prozent ab. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider warnt im Gespräch mit Watson bei einem Nein zu dieser Vorlage vor einem Leistungsabbau und steigenden Defiziten in der Altersvorsorge. Die Sozialministerin betont, dass die Bevölkerung mit der Annahme der 13.

Älteres Ehepaar mit Einkaufstaschen auf einer Rheinbrücke an der deutsch-schweizerischen Grenze
Foto: Bürger & Geld

AHV-Rente den Auftrag erteilt hat und bei fehlenden Milliarden auch über die Renten beziehungsweise ein höheres Rentenalter gesprochen werden muss. Selbst bei einem Ja rechnet das Bundesamt für 2035 mit einem jährlichen Defizit von rund drei Milliarden Franken. Gleichzeitig äusserte die Bundesrätin Sorgen über das Wachstum bei jungen Menschen mit psychischen Krankheiten und betonte die Notwendigkeit, die Invalidenversicherung (IV) rasch finanziell zu stabilisieren.

Kritik an der steuerlichen Belastung kommt von Wirtschaftsverbänden und Parteien. Gemäss einer Studie der Finews wirkt die Mehrwertsteuer einkommensregressiv, wodurch Haushalte mit niedrigeren Einkommen im Verhältnis zu ihrem verfügbaren Budget stärker belastet werden als Gutverdienende. Die FDP bezeichnet die Mehrwertsteuer als ein asoziales Instrument. Auch die Junge SVP Kanton St. Gallen sowie die SVP Dietikon lehnen die Zusatzfinanzierung ab, da sie eine Mehrbelastung für die jüngere Generation befürchten und stattdessen strukturelle Reformen fordern.

AHV-Rente: So hoch fallen die Auszahlungen ab Dezember 2026
Foto: Vaterland online

Samuel Zysset von der Mitte kritisiert ebenfalls, dass die Mehrwertsteuer den Alltag für Familien und mittlere Einkommen verteuert und plädiert dafür, die Ausgaben innerhalb des bestehenden Budgets zu priorisieren.

Befürworter wie Daniel Lampart vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) halten die Erhöhung hingegen für eine tragbare und akzeptable Lösung, da Güter des täglichen Bedarfs ausgenommen bleiben und die Massnahme den grössten Teil der AHV-Zusatzausgaben abdeckt.

Sollte die Vorlage an der Urne scheitern, fehlen der AHV mittelfristig ungefähr 4 Milliarden Franken pro Jahr, was Berechnungen zufolge eine Erhöhung des Rentenalters auf fast 67 Jahre oder einen noch stärkeren Anstieg der Mehrwertsteuer erforderlich machen könnte. Bei einer Annahme würde der Normalsatz per 1. Januar 2028 von 8,1 auf 8,5 Prozent steigen und der Sondersatz von 3,8 auf 4 Prozent angehoben werden, während der reduzierte Satz bei 2,6 Prozent bleibt.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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