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Abzockversuche mit Kirchenaustritten: Website aus den USA verlangt Geld

Eine dubiose US-Website verlangt fast 90 Euro für den in Österreich grundsätzlich kostenlosen Kirchenaustritt. Die Arbeiterkammer Tirol warnt vor dem Portal kirchenbeitrag.com, das lediglich eine Weiterleitung des Antrags übernimmt, ohne den Behördenweg zu ersparen.

Dubiose US-Plattform kassiert 89,90 Euro für den Austritt

Wer in Österreich aus der Kirche austreten möchte, hat dazu das gesetzliche Recht. Dieser Schritt ist von Grund auf kostenlos.

Doch eine neu aufgetauchte Internetseite macht sich genau diesen Verwaltungsschritt zunutze. Unter der Adresse kirchenbeitrag.com bietet ein Portal an, den Austritt abzuwickeln. Dafür stellt es eine Rechnung über stolze 89,90 Euro aus. Die Seite wurde erst vor wenigen Tagen in den Vereinigten Staaten registriert.

Um Vertrauen zu erwecken, arbeitet das Portal mit einer rot-weiß-roten Gestaltung. Diese erinnert stark an offizielle österreichische Stellen.

Betroffene füllen ein Onlineformular aus. Kurz darauf erhalten sie die saftige Rechnung.

Die angebotene Gegenleistung beschränkt sich auf das bloße Weiterleiten des Austrittswunsches an die zuständige Behörde. Den Gang beziehungsweise Kontakt zu den offiziellen Stellen müssen die Betroffenen am Ende dennoch selbst erledigen.

Abzockversuche mit Kirchenaustritten: Website aus den USA verlangt Geld
Foto: Heute

Firma in Delaware als Rechnungssteller

Hinter den Zahlungsaufforderungen steht ein Unternehmen namens SmartWay Solutions LLC.

Als angeblicher Firmensitz wird Newark im US-Bundesstaat Delaware genannt. Die österreichischen Konsumentenschützer stufen diese Adresse als klassischen Standort für Briefkastenfirmen ein.

Die Arbeiterkammer Tirol schlägt Alarm. Innerhalb kürzester Zeit sind bereits mehrere Beschwerden von betroffenen Personen eingegangen.

Die Masche zielt offenkundig auf Menschen ab, die den direkten Kontakt mit den Behörden scheuen. Sie suchen sich im Internet nach einer schnellen Lösung um.

Abzockversuche mit Kirchenaustritten: Website aus den USA verlangt Geld
Foto: TT

Die Plattform bietet keinerlei echten Behördenservice. Sie agiert lediglich als unnötige und teure Zwischenstation.

Warnung der Kammer vor dubiosen Formularen

Angesichts der laufenden Beschwerden rät die Arbeiterkammer Tirol dringend davon ab, persönliche Daten in dubiose Formulare im Internet einzutragen. Man sollte auch nicht voreilig Geld überweisen.

Ein Kirchenaustritt lässt sich direkt bei den zuständigen österreichischen Stellen gebührenfrei erledigen. Wer bereits persönliche Daten preisgegeben oder eine Rechnung beglichen hat, sollte sich umgehend an den Konsumentenschutz wenden.

Die Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass sensible Angaben aus Formularen von unseriösen Akteuren oft für Rechnungen missbraucht werden. Sie weisen darauf hin, dass solche Datensätze gar nicht selten im Darknet an andere Internetkriminelle weiterverkauft werden.

Bei kostenpflichtigen Diensten im Internet sollte stets überprüft werden, ob tatsächlich Kosten anfallen. Man muss prüfen, ob sich die Angelegenheit nicht auch komplett eigenständig oder anderweitig gebührenfrei regeln lässt.

Für Rückfragen und bei eventuellen Zweifeln stellt die Arbeiterkammer Tirol eine kostenlose Telefonhotline unter der Nummer 0800/225522-1818 zur Verfügung.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.