Am 1. Oktober 1996 gingen die Worte Da isch d Musigwälle 531
über den Sender, womit der Grundstein für ein neues Radioangebot gelegt wurde.
Ein Mini-Team und ein Jahresbudget von 500.000 Franken
Mitte der 1990er-Jahre wollte das Medium DRS mit DRS 1 ein jüngeres Publikum ansprechen, während die ältere Generation mit der Gründung der DRS Musigwälle 531 gehalten werden sollte. Das Jahresbudget für den Sender lag nach Angaben von Cedarnews bei gerade einmal rund 500.000 Franken. Betrieben wurde das Programm von einem Mini-Team, das aus der Co-Leiterin Verena Speck, dem Musikredaktor Thomas Wild und dem Moderator Jörg Stoller bestand.
Die Arbeitsbedingungen im Anfangsstadium waren von Hektik geprägt. Neben den Anrufen und der Korrespondenz mussten von den Mitarbeitern auch Geschenke verpackt und verschickt werden. Laut Verena Speck wurde damals täglich nur zwei Stunden lang live moderiert, während der restliche Sendebetrieb zuvor aufgezeichnet und vom Computer zeitgesteuert abgespielt wurde.
Wir waren der Sender mit der altmodischsten Musik, aber mit der modernsten Technik.
Verena Speck, Co-Leiterin SRF Musikwelle
Pannenanfällige Technik und Notfalleinsätze im Auto
Technologisch war die Musikwelle ihrer Zeit voraus, denn sie war das erste DRS-Radio, das sämtliche Musik über den Computer abspielte und dafür alle Tonträger digitalisieren musste. Das System erwies sich jedoch als extrem pannenanfällig. So kam es laut Berichten vor, dass spätabends plötzlich die Begrüssung Guete Morge bi de Musigwälle 531
ertönte.
Komplikationen gab es auch bei der Schaltung zur Nachrichtenredaktion nach Bern. Wenn der Sprecher vergaß, nach den Nachrichten einen bestimmten Knopf zu drücken, herrschte auf der Welle absolute Totenstille.
Ich raste mehrmals mit dem Auto ins Studio, um den Sender wieder zum Laufen zu bringen.
Verena Speck, Co-Leiterin SRF Musikwelle
Von Beromünster nach Leutschenbach zum heutigen Erfolg
Der Sendebetrieb begann am 1. Oktober 1996 auf der Mittelwellenfrequenz des ehemaligen Radio Beromünster, wodurch die Tonqualität anfangs bescheiden war. Im Laufe seiner Entwicklung schrieb der Sender mehrfach Radiogeschichte. So war er der erste Sender von SRF, der vollständig auf DAB+ umstellte, und auch beim Umzug vom Radiostudio Brunnenhof in Zürich nach Leutschenbach ging die Musikwelle als erster Sender vor Ort auf Sendung.
Von Beginn an reagierten die Hörer wohlwollend und dankbar. Das Team wurde förmlich mit Schokolade und Handarbeiten überschüttet, was bei Kolleginnen und Kollegen anderer Sender zu der nicht ganz unberechtigten Bemerkung führte, dass niemand sonst so viele Geschenke erhalte. Heute sendet die SRF Musikwelle rund um die Uhr mit täglichen Live-Moderationen von 6 bis 18 Uhr und darüber hinaus und erreicht schweizweit rund 280.000 Hörerinnen und Hörer.
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