Zum Inhalt springen
Technik und Wissenschaft

NASA-Teleskop Nancy Grace Roman nimmt 300-Megapixel-Instrument in Betrieb

Das Nancy Grace Roman Space Telescope der NASA hat einen bedeutenden Meilenstein erreicht und sein Wide Field Instrument (WFI) erfolgreich aktiviert. Dabei handelt es sich um eine Infrarotkamera mit 300 Megapixeln, die darauf ausgelegt ist, riesige Bereiche des Universums schnell zu erfassen und dabei eine Detailgenauigkeit beizubehalten, die mit der des Hubble-Weltraumteleskops vergleichbar ist, laut einem Bericht von Scitechdaily.

Technische Leistungsfähigkeit und erste Bilder

Das WFI kombiniert eine sehr breite Sicht auf den Weltraum mit hoher Schärfe. Jedes Bild wird einen Himmelsausschnitt abdecken, der größer ist als die scheinbare Größe des Vollmonds. Laut NASA-Angaben wird das Teleskop Bilder produzieren, die so klar wie die von Hubble sind, jedoch eine 100-mal größere Fläche pro Aufnahme erfassen. Zudem wird prognostiziert, dass Roman den Himmel fast 1.000-mal schneller kartieren kann als Hubble, da das System eine hohe Stabilität bei schnellen Repositionierungen aufweist.

The Roman Space Telescope's Wide Field Instrument

Die ersten Testbilder wurden bereits veröffentlicht, zeigen jedoch Sternhaufen als verschwommene grüne Ringe. Diese ersten Photonen des Sternenlichts wurden aufgenommen, während das Detektor-Array noch in der Startposition und weit entfernt vom optimalen Fokus war. Bevor das Instrument eingeschaltet werden konnte, musste es zehn Tage lang inaktiv bleiben, um auszutrocknen und dekontaminiert zu werden. Die Detektoren wurden anschließend auf eine Betriebstemperatur von etwa minus 183 Grad Celsius (minus 300 Fahrenheit) gekühlt. Parallel dazu schloss das Coronagraph Instrument, ein Werkzeug zur Bildgebung von Planeten, eine Reihe digitaler, elektronischer und mechanischer Prüfungen ab.

Near Space Network antennas at the White Sands ground station
Foto: NASA

Globale Dateninfrastruktur und Übertragung

Da das Teleskop etwa eine Million Meilen von der Erde entfernt am Lagrange-Punkt 2 (L2) operiert, ist eine weltweite Netzwerkstruktur für den Datentransfer erforderlich. Die NASA bestätigte am 25. September 2026, dass alle Bodenstationen bereit sind, die enormen Datenmengen zu empfangen. Sobald der wissenschaftliche Betrieb Anfang 2027 beginnt, wird Roman täglich etwa 1,4 Terabyte an Daten senden – die höchste Rate jeder bisherigen NASA-Astrophysikmission.

Die Übertragung erfolgt über ein internationales Partnernetzwerk mit Datenraten von bis zu 500 Megabits pro Sekunde:

  • USA: Stationen des Near Space Network in New Mexico.
  • Australien: Eine Station der ESA (European Space Agency) in der Nähe von New Norcia.
  • Japan: Die Misasa Deep Space Station der JAXA in Saku City.

NASA Roman-Teleskop: Das 300-Megapixel-Auge, das 100-mal mehr sieht

Die Tests im September 2026 bestätigten die Leistungsfähigkeit dieser Stationen, wobei die Station in Japan selbst während eines Taifuns erfolgreich geprüft wurde. Bob Kalogerakos, ein Funkingenieur am Goddard Space Flight Center, erklärte, dass automatisierte Systeme Daten, die aufgrund von Wetterstörungen nicht korrekt übertragen wurden, identifizieren und eine erneute Übertragung vom Onboard-Speicher anfordern können. Zusätzlich liefern Stationen des Deep Space Network in Kalifornien, Spanien und Australien kritische Telemetrie- und Trackingdaten.

NASA-Teleskop Nancy Grace Roman nimmt 300-Megapixel-Instrument in Betrieb
Foto: timesofindia.indiatimes.com

Wissenschaftliche Ziele und Mission

Das Teleskop startete am 30. August an Bord einer SpaceX Falcon Heavy Rakete vom Kennedy Space Center in Florida. Laut NASA-Administrator Jared Isaacman wurde die Mission vor dem Zeitplan und innerhalb des Budgets geliefert. Die primären wissenschaftlichen Ziele umfassen:

Das Roman-Teleskop der NASA hat zum ersten Mal seine Augen geöffnet
  • Die Untersuchung von dunkler Energie und dunkler Materie.
  • Die Suche nach bewohnbaren Exoplaneten außerhalb unseres Sonnensystems.
  • Die Kartierung der Materieverteilung im Universum.

Das Coronagraph Instrument dient dabei als Technologie-Demonstrator für zukünftige Konzepte wie das Habitable Worlds Observatory, mit dem direkte Bilder von erdähnlichen Exoplaneten aufgenommen werden sollen. Während die ersten offiziellen Wissenschaftsbilder für Anfang 2027 erwartet werden, befindet sich das Teleskop derzeit in einem monatelangen Inbetriebnahmeprozess auf seinem Weg zum L2-Punkt, wie aus NASA-Informationen hervorgeht.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.