Polizeieinheiten haben am Sonntag in der Nähe der britischen Luftwaffenbasis RAF Fairford fünf Männer festgenommen. Die britische Anti-Terror-Polizei führt den Einsatz wegen des Verdachts der Vorbereitung eines terroristischen Anschlags und Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz. US-Präsident Donald Trump erklärte, die Verdächtigen wollten großen Schaden anrichten.
Großeinsatz und Evakuierung in Gloucestershire
Der Großeinsatz begann in den frühen Morgenstunden am Sonntag, nachdem die Polizei gegen 00:45 Uhr einen Anruf von einem Bewohner des Dorfes Whelford in der Nähe der Militärbasis erhalten hatte. Gemeldet wurden drei verdächtige Fahrzeuge, die offenbar auf dem Weg in Richtung des Luftwaffenstützpunkts Fairford waren. Bewaffnete Polizeieinheiten stoppten die drei weißen Kastenwägen kurz darauf in der Ortschaft. Ein Augenzeuge berichtete der Nachrichtenachrichtenagentur Reuters, dass bewaffnete Polizisten den Zugang zum Haupttor des Stützpunktes blockierten und in der Nähe rund 30 Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten stationiert waren.
Um den Fundort der Fahrzeuge richteten die Behörden eine 400 Meter große Sicherheitszone ein. Als vorsorgliche Maßnahme mussten etwa 85 Haushalte im nahegelegenen Dorf ihre Häuser verlassen, während Kampfmitteleinheiten und Spezialkräfte die Transporter untersuchten. Auf Videoaufnahmen und Luftaufnahmen von Sky News waren Roboter sowie Bombenentschärfungsroboter zu sehen, die sich zwischen den weißen Transportern bewegten, deren Hecktüren offenstanden und vor denen verstreut am Boden schwarze Gegenstände zu erkennen waren.
Ermittlungen zu Anschlagsplänen und Sprengstoffverdacht
Gegen die fünf festgenommenen Männer wird auf breiter Basis ermittelt. Laut der Nachrichtenagentur PA besteht der Verdacht der Vorbereitung eines terroristischen Anschlags sowie des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz.
Die nationale Anti-Terror-Koordinatorin Vicki Evans betonte, dass sich die Ermittlungen in einem sehr frühen Stadium befinden. Die fünf Männer bleiben in Gewahrsam, während die Spurensicherung und die Untersuchung der sichergestellten Lieferwagen durch Kampfmitteleinheiten andauern. Der britische Premierminister Andy Burnham wird laut Berichten laufend über die Lage informiert.
Die strategische Bedeutung von RAF Fairford
Die räumliche Nähe der Festnahmen zu dem Militärstützpunkt schürte umgehend Spekulationen darüber, dass dieser das Anschlagsziel gewesen sein könnte. In RAF Fairford befinden sich das Hauptquartier des 501st Combat Support Wing sowie das 420th Air Base Squadron der US-Luftwaffe. Erst im März hatten die US-Streitkräfte Langstreckenbomber zu dem Stützpunkt in Gloucestershire verlegt.

Das britische Verteidigungsministerium hatte zuvor bestätigt, dass London den US-Streitkräften gestattet hatte, britische Stützpunkte für spezifische Verteidigungsoperationen zu nutzen. Die britische Regierung hatte der US-Regierung die Erlaubnis erteilt, in Fairford stationierte Bomber für Angriffe auf iranische Raketenstellungen zu nutzen, von denen aus Schiffe in der Straße von Hormus attackiert worden waren. Im Juli hatte die Islamische Revolutionsgarde Großbritannien davor gewarnt, US-Bombern den Abflug von Fairford zu gestatten, nachdem sie erklärt hatte, dass die Streitkräfte bereit seien, das Land vor jedem Angriff zu schützen. Jeder Stützpunkt, der für Angriffe genutzt werde, sei ein legitimes Ziel.
Reaktionen aus Washington und erhöhte Sicherheitsmaßnahmen
In den USA äußerte sich Präsident Donald Trump direkt zu dem Vorfall und begrüßte die Festnahme. Vor Reportern in Chicago erklärte er, dass die Festgenommenen massiven Schaden anrichten wollten und dass die britischen und US-Behörden die Verdächtigen bereits seit längerer Zeit im Visier gehabt und gegen sie ermittelt hatten.
„Wir hatten sie schon lange im Blick und haben sie geschnappt.
Donald Trump, US-Präsident
Trump lobte die Zusammenarbeit mit Großbritannien als großartig und hob hervor, dass diese super geklappt habe. Als Reaktion auf die gestiegene Bedrohungslage wurden auch an anderen von den USA genutzten Einrichtungen, wie etwa dem Stützpunkt RAF Lakenheath im Osten Englands, die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Ein Sprecher der US-Luftwaffe erklärte dazu, dass man sich zwar nicht zu konkreten Schutzmaßnahmen äußern werde, aber man fortlaufend eine Vielzahl von Faktoren bewerte, die bestimmen, welche Maßnahmen eingeführt oder angepasst werden, um Einrichtungen, Mitarbeiter und deren Familien zu schützen. Man sei wachsam und werde geeignete Maßnahmen ergreifen.
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