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Alessia Cesarini entwickelt synthetisches Benzin aus CO2 in Dübendorf

Chemieingenieurin Alessia Cesarini hat in Dübendorf eine Anlage entwickelt, die synthetisches Benzin direkt aus CO2 statt aus Erdöl herstellt. Ihr im September 2026 vorgestelltes Verfahren liefert einen effizienten Kraftstoff, der in herkömmlichen Motoren sofort einsetzbar ist und für den bereits ein europäisches Patent angemeldet wurde.

Hunderte Jahre lang suchten Menschen nach einer Methode, um einfache Materialien in wertvollere Stoffe zu verwandeln. Alessia Cesarini treibt dieses Projekt voran. Die 31-jährige Chemieingenieurin, die in Bellinzona aufgewachsen ist, erklärt die Komplexität ihres Fachgebiets: Benzin besteht aus über 200 verschiedenen Molekülen.

Synthetischer Kraftstoff aus CO2

Während Diesel ohne Erdöl bereits seit mehreren Jahren beispielsweise aus altem Fritteusen-Öl als HVO an Tankstellen angeboten wird, beginnt Cesarini ihren Prozess an einem ganz anderen Punkt. Als Ausgangsmaterial dient ihr Kohlendioxid, das laut den Berichten unter anderem als Abfallstoff bei Zementfabriken übrig bleibt. In ihrer Laboranlage wird das CO2 zunächst in Alkohole wie Methanol oder Ethanol umgewandelt.

Anschließend leitet die Ingenieurin den Alkohol in einen Metallzylinder. In diesem Reaktor kommt ein spezieller Katalysator zum Einsatz, den Cesarini als ihr großes Geheimnis hütet. Sie beschreibt das Material als körniges Granulat. Die genaue Zusammensetzung hält sie zurück, betont jedoch dessen Effizienz und die niedrigen Kosten, die das Verfahren attraktiv machen. Für diese Arbeit gewann sie den Entrepreneur-Fellowship der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und gründete das Start-up Gota Energy – benannt nach dem Tessiner Dialektwort für Tropfen.

Produktion und Praxistest in Dübendorf

Die aktuelle Anlage in Dübendorf hat eine maximale Produktionskapazität von 10.000 Litern synthetischem Benzin pro Jahr. Diese Menge reicht aus, um 13 Autos mit durchschnittlichem Verbrauch ein Jahr lang vollzutanken. Cesarini selbst räumt ein, dass dies im Moment noch ein Tropfen auf den heißen Stein ist, da die Mengen für den Weltmarkt vorerst nicht abgedeckt werden können.

Dennoch bietet der Kraftstoff entscheidende Vorteile: Er lässt sich problemlos mit herkömmlichem, fossilem Benzin vermischen und funktioniert ohne jegliche Umrüstung in jedem bestehenden Benzinmotor. Cesarini hat den Test bereits praktisch erprobt und fuhr mit dem Kraftstoff auf dem Empa-Vorplatz auf dem Motorrad eines Kollegen.

Patent und Pläne für die Industrie

Um den Schritt vom Labor in den industriellen Maßstab zu schaffen, sind laut Cesarini neben viel Geld auch Zeit und Forschung notwendig. Sie vergleicht den Prozess mit dem Kochen: Wenn man plötzlich für 200 statt für fünf Personen kochen müsse, ändere sich das gesamte Rezept mitsamt Temperaturen und Zeiten.

Alessia Cesarini entwickelt synthetisches Benzin aus CO2 in Dübendorf

Als nächstes steht ein Testlauf mit der Forstwirtschaft bevor, bei dem das Benzin verkauft und damit erstmals Geld eingenommen wird. Langfristig zielt die Planung darauf ab, die Produktion auf eine Million Liter jährlich zu steigern und die Industrie zu beliefern. Für ihr Rezept hat Cesarini bereits ein europäisches Patent angemeldet.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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