Entwickelt in Stuttgart vom 36-jährigen Konstantin Singer setzt die Zenbox auf NFC-Technologie und physische Bewegung, um digitale Auszeiten und App-Sperren durchzusetzen.
Um dem ständigen Griff zum Smartphone entgegenzuwirken, hat der Stuttgarter Entwickler Konstantin Singer ein handliches Gadget namens Zenbox auf den Markt gebracht. Das Prinzip beruht auf Nahfeld-Kommunikation und zwingt Nutzer dazu, aufzustehen, um digitale Pausen zu unterbrechen oder zu beenden. Produziert wird das Gerät von der Wir machen Technik GmbH in Stuttgart-Ost, die bis März 2026 bereits knapp 1.000 Einheiten verkauft hat.
Technik und Funktionsweise der Zenbox
Die Zenbox ist eine etwa 40 Gramm leichte Scheibe aus deutscher 3D-Produktion mit einem Durchmesser von rund 48 Millimetern und einer Höhe von 15 Millimetern. Im schlichten Gehäuse befinden sich ein Magnet für die Haftung an Metallflächen wie dem Kühlschrank sowie ein NFC-Chip, der komplett batterielos und wartungsfrei arbeitet. Nach Angaben des Entwicklers begann die Arbeit an Software und Hardware im Dezember 2024, während die ersten Verkäufe im Mai 2025 starteten.
Um eine Session zu starten, zu beenden oder zu unterbrechen, müssen Nutzer ihr Smartphone direkt an die Zenbox halten.
Der Hauptunterschied ist eben, dass ich mich bewegen muss. Also die Idee dahinter ist, ich setze die Hürde so hoch, dass ich eigene Energie dafür aufwenden muss, um wieder auf gewisse Apps zuzugreifen und dann merke ich schneller, dass ich das jetzt gar nicht machen will.
Konstantin Singer, Entwickler
Software-Ausstattung und Android-Freigabe
Die zugehörigen Apps unterstützen sowohl iOS als auch Android und erfordern kein Abonnement. Eine einzelne Zenbox lässt sich zudem unkompliziert mit Mitbewohnern oder Kollegen teilen. Das Gerät kostet im Einzelpack etwa 50 Euro, im Doppelpack liegt der Preis bei 40 Euro. Zu den Hürden bei der Markteinführung zählte laut Singer vor allem die Software-Freigabe durch Apple, während Google die Android-App erst vor Kurzem nach ausgiebigen Tests freigegeben hat. Wegen der Einschränkung anderer Anwendungen war dafür nach Angaben des Entwicklers eine Sondererlaubnis nötig.
Über die App lassen sich Sperrlisten für Apps und Websites erstellen, Zeitpläne sowie Schlafzeiten definieren und App-Limits einrichten. Zu den geplanten Neuerungen gehört zudem eine sogenannte Doomscrolling-Bremse, die festlegt, wie oft und wie lange eine App täglich geöffnet werden darf.
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