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Gesundheit

CDC verzögert COVID-19-Impfstoffbestellungen für US-Bundesstaaten

US-Bundesstaaten stehen vor erheblichen Verzögerungen bei der Bereitstellung von COVID-19-Impfstoffen für Kinder über das staatliche Immunisierungsprogramm, wie aktuelle Berichte belegen.

Das US-Gesundheitsministerium und die zuständigen Bundesbehörden geraten wegen eines anhaltenden Rückstands bei der Auslieferung aktualisierter COVID-19-Vakzine in die Kritik. Wie Reuters anmerkte, treten diese Verzögerungen drei Wochen nach der Zulassung der neuesten Impfstoffe durch die Food and Drug Administration für die Saison 2026/27 auf. Während kommerziell versicherte Patienten bereits in Apotheken wie CVS bedient werden können, stockt die Verteilung über staatliche Kanäle, wie Medienberichte darlegen.

Das Vaccines for Children Programm und die betroffenen Bundesstaaten

Mindestens elf Bundesstaaten und ein US-Territorium sind von den Blockaden betroffen, bei denen offizielle Stellen zunächst keine genauen Zeitpunkte für die Freigabe nannten. Über das zentrale Vaccines for Children Programm erhalten mehr als die Hälfte aller Kinder in den Vereinigten Staaten ihre notwendigen Immunisierungen. Dazu gehören Minderjährige, die über Medicaid versichert, unter- oder unversichert sind oder als Angehörige indigener Bevölkerungsgruppen Anspruch darauf haben. In sogenannten Universalkauf-Staaten wie Alaska, Connecticut, Hawaii, Maine, Massachusetts, New Hampshire, New Mexico, Rhode Island, Vermont, Washington und Wyoming kauft die öffentliche Hand den Impfstoff für sämtliche Kinder des Staates ein, unabhängig vom Versicherungsstatus.

Fachleute kritisieren das Vorgehen scharf. Die Verzögerungen erschwerten den Zugang in einer Phase, in der neue Varianten kursieren. Ehemalige Gesundheitsexperten der US-Behörden bewerten die bürokratischen Hürden als gezielte Restriktion.

Daniel Jernigan erklärte, dass alle möglichen Mittel eingesetzt würden, um den Erhalt einer Impfung zu erschweren.

Jernigan warnte zudem, dass dieses Vorgehen als Testlauf für andere Schutzimpfungen innerhalb des Bundesprogramms dienen könnte, da rechtlich nichts Derartiges ausgeschlossen sei, wie der Guardian berichtete. Auch Demetre Daskalakis, der frühere Leiter des National Center for Immunization and Respiratory Diseases, betonte, dass die Blockade die Handlungsfähigkeit der betroffenen Regionen einschränke.

Offizielle Begründung des Gesundheitsministeriums und aktuelle Empfehlungen

Das US-Gesundheitsministerium (HHS) entgegnete auf die Kritik, dass SARS-CoV-2 im Gegensatz zu Influenza keinem strengen saisonalen Muster folge und deshalb ein willkürlicher Termin im September keineswegs als strikte Frist für die Beschaffung betrachtet werden dürfe. Eine Sprecherin des Ministeriums erklärte, dass die CDC noch an den finalen Modalitäten für die Programmabwicklung feilte und zeitnah über Section 317 und die VFC-Kanäle weitere Details folgen würden, wie Reuters in seiner Berichterstattung zum Fall festhielt.

CDC verzögert COVID-19-Impfstoffbestellungen für US-Bundesstaaten
Foto: arstechnica.com

Hintergrund der veränderten Rahmenbedingungen sind auch gesundheitspolitische Kurswechsel unter Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., der COVID-19-Vakzine in der Vergangenheit scharf attackierte, sie laut Ars Technica fälschlicherweise als die deadliest vaccine[s] ever made bezeichnete und eine breitere Zurücknahme offizieller Empfehlungen anstrebte. Während die Behörden Eltern nun vermehrt dazu auffordern, individuelle Konsultationen mit Ärzten zu suchen, plädieren medizinische Fachgesellschaften parallel für umfassendere Empfehlungen für Kleinkinder und Risikogruppen. Wegen anhaltender gerichtlicher Auseinandersetzungen und verbleibender Unklarheiten im regulatorischen Gefüge blieben für die Herbstsaison letztlich die Richtlinien aus dem Juli 2025 gültig.

Freigabe der Bestellungen nach Blockade

Nach Spekulationen und unbestätigten Hintergründen gab das HHS schließlich Entwarnung für die Logistikketten. Das zuständige Ministerium bestätigte gegenüber Fachmedien, dass die Bestellwege für die COVID-19-Impfstoffe im Rahmen des staatlichen Programms wieder offiziell geöffnet wurden, wie Ars Technica in einem Update mitteilte, während gleichzeitig betont wurde, dass unversicherte Eltern zuvor je nach Apotheke womöglich privat in die Tasche greifen mussten. Ungeachtet dieser Freigabe bleiben die generellen Nachfragezahlen im Vergleich zu den Vorjahren stark rückläufig; im Vorjahr hatten laut CDC-Daten, die im Wall Street Journal zitiert wurden, weniger als zehn Prozent der Kinder zwischen sechs Monaten und 17 Jahren eine Impfung erhalten.

A view shows a sticker roll at Skippack Pharmacy in Schwenksville, Pennsylvania, U.S. September 11, 2025. REUTERS/Hannah
Foto: reuters.com
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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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