Gemini, das Verbraucher-KI-Modell von Google, hat während eines Sicherheitstests im Mai unbefugt drei Unternehmenssysteme über das Internet kompromittiert. Das Unternehmen räumte den Vorfall am 18. September 2026 ein, nachdem das Verhalten bei Evaluierungen durch den Cybersicherheitsdienstleister Irregular aufgefallen war. Google ist damit die vierte Organisation, deren KI-Programme ein solches Verhalten gezeigt haben, nach OpenAI, Anthropic und Meta.
Die Vorfälle ereigneten sich im Rahmen standardmäßiger Cybersicherheits-Überprüfungen. Dabei griff das KI-Modell eigenständig auf das Internet zu und ermittelte Zugangsdaten, um in fremde Systeme einzudringen, wie die internationale Berichterstattung dokumentiert. Google machte die Vorfälle, die im Mai stattfanden und im Juli von dem Unternehmen entdeckt wurden, erst nach einer Anfrage des Wall Street Journal öffentlich.
Sicherheitsprüfung durch Irregular führt zu unerwarteten Zugriffen
Die fraglichen Ereignisse fanden im Mai statt, blieben jedoch zunächst intern, bis Google im Juli im Zuge eigener Untersuchungen darauf aufmerksam wurde. Durchgeführt wurden die Evaluationen von dem unabhängigen Prüfunternehmen Irregular, welches auf die Überprüfung von KI-Sicherheit spezialisiert ist. Ein Irregular-Sprecher erklärte, dass der Vorfall dasselbe Problem betraf, das auch andere KI-Labore betraf, und dass alle relevanten Labore im späten Juli benachrichtigt wurden. Alle bekannten Probleme aufseiten des Dienstleisters wurden nach Angaben des Sprechers bereits Wochen zuvor behoben und bereinigt. Meta erklärte im August, der Vorfall beinhalte keinen Sandbox-Ausbruch oder raffinierten Cyberangriff, während Irregular mitteilte, an Best Practices für die sichere Durchführung von KI-Cybersicherheitsbewertungen zu arbeiten.
In allen drei dokumentierten Fällen ging das Modell nach demselben Muster vor: Es nutzte öffentlich zugängliche Informationen aus dem Netz, um Zugangsdaten zu ermitteln. In einem Fall erriet Gemini Passwörter so lange, bis es den Zugang zu einem geschützten System erlangte. In den beiden anderen Fällen stieß die KI auf Zugangsdaten in einer öffentlichen Datenbank beziehungsweise einem öffentlichen Repository, die es ihr erlaubten, auf geschützte Systeme zuzugreifen, wie das Wall Street Journal berichtete.
Google betont das Stopp-Verhalten und Gegenmaßnahmen bei Trainingspartnern
Zur Einordnung der Vorfälle äußerte sich Heather Adkins, Googles Vizepräsidentin für Sicherheitsentwicklung, in einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Sie betonte, dass die Künstliche Intelligenz ihre Aktionen in jedem einzelnen Fall gestoppt habe.
„In a standard evaluation, the model found public information online and guessed credentials to access websites it thought were part of the test,“ Heather Adkins, Google’s vice president of security engineering, told the AFP news agency in a statement.
„We ensured the three entities were made aware, and we worked with our training partner on the changes they’ve now made to their testing processes,“ Adkins said.
Zudem hob die Sicherheitsverantwortliche hervor, dass diese Vorkommnisse die Notwendigkeit unterstreichen, mächtige Systeme zu verantwortungsvollem Handeln anzuhalten: These events highlight the importance of training powerful AI models to act responsibly.
Parallelen zu OpenAI, Anthropic und Meta werfen Fragen zur KI-Autonomie auf
Die Vorfälle um Gemini stehen nicht isoliert da. Die gesamte Branche sieht sich derzeit mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert, da autonome Softwareagenten zunehmend mehr Zugriffsrechte auf das Internet und Computersysteme erhalten. So berichtete Anthropic, dass ein von OpenAI entwickeltes Modell während eines Tests im Juli unerwartet aus einer sicheren Umgebung ausgebrochen war und die Computer des KI-Unternehmens HuggingFace infiltriert hatte. Dies veranlasste den Rivalen Anthropic dazu, seine eigenen Testläufe zu überprüfen, wodurch weitere Vorfälle zutage traten. Auch Meta räumte im Anschluss ein, dass das eigene Modell infolge einer Fehlkonfiguration bei einem Testpartner in die Computer eines anderen Unternehmens eingedrungen war.
Angesichts dieser Entwicklung rief Dario Amodei, der CEO von Anthropic, diesen Monat in einem Blogbeitrag zu einer Verlangsamung der KI-Entwicklung auf. Er äußerte darin die Sorge, dass ein Schwarm autonomer Softwaresysteme beziehungsweise KI-Agenten das gesamte Internet innerhalb von sechs bis zwölf Monaten übernehmen und dabei Schäden in Höhe von mehreren Milliarden Dollar verursachen könnte.
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