Andrew Scott übernimmt in dem Zweiten-Weltkrieg-Thriller Pressure die Rolle des britischen Meteorologen James Stagg, der kurz vor der D-Day-Invasion im Jahr 1944 über lebenswichtige Wettervorhersagen entscheidet. Der von Anthony Maras inszenierte Film basiert auf dem gleichnamigen Bühnenstück von David Haig.
Doch eine neue Adaption wählt einen überraschenden Blickwinkel auf die Ereignisse rund um die alliierte Invasion, wie Mashable berichtet.
James Stagg im Spannungsfeld der Militärelite
Im Zentrum der Handlung steht Group Captain James Stagg, ein kompromissloser schottischer Meteorologe der Royal Air Force. Seine Aufgabe: Er soll für den US-General Dwight D. Eisenhower das Wetter für die Küste von der Normandie prognostizieren und damit den genauen Zeitpunkt für die historisch größte Landungsoperation bestimmen. Gespielt wird Stagg von Andrew Scott, der für seine Auftritte in Werken wie Fleabag und Sherlock bekannt ist.
Die Kulisse bildet ein abgelegenes englisches Landgut, auf dem sich britische und amerikanische Militärs versammelt haben, um die Operation innerhalb von 72 Stunden zu starten. Dort prallen völlig unterschiedliche Charaktere aufeinander. Der Druck wird durch das fatale Scheitern der Testübung Operation Tiger zusätzlich verschärft, deren blutige Nachwirkungen direkt zu Beginn des Dramas gezeigt werden.
„I really enjoyed the way that Stagg was not interested in ingratiating himself with anybody,“
Andrew Scott, actor
Kulturelle Konflikte und fachliche Härte
Neben den wetterbedingten Schwierigkeiten lebt das Drama vor allem von den Reibungen zwischen den Akteuren. Auf der einen Seite steht der zielstrebige Stagg, auf der anderen Seite der US-Meteorologe Irving Krick, dargestellt von Chris Messina. Während Krick seine Truppen mit Klaviereinlagen und Darbietungen wie Boogie Woogie Bugle Boy
bei Laune hält, fordert Stagg das Entfernen des Instruments und zeigt wenig Verständnis für lockere Umgangsformen.

Als Krick schönes Wetter vorhersagt, warnt Stagg vor schweren Stürmen, die die Invasion gefährden könnten. Die Auseinandersetzungen zwischen den Experten gipfeln in direkten und scharfen Wortwechseln.
„I’m not insulting you. I’m describing you.“
James Stagg, Group Captain
Ein ungewöhnlicher Held abseits großer Gesten
Stagg entspricht nicht dem klassischen Bild eines Kriegshelden. Er agiert als Einzelgänger in einem hochkomplexen Machtgefüge aus Offizieren, Generälen und Beratern. Laut den Aussagen des Hauptdarstellers zeichnen sich viele Menschen in entscheidenden Momenten durch innere Haltung statt durch laute Gesten aus.

Ob das Publikum anfangs mit der verschlossenen Art des Meteorologen fremdelt, war für den Hauptdarsteller ein kalkuliertes Risiko. Ziel sei es gewesen, dass am Ende die inneren Beweggründe und die professionelle Integrität im Vordergrund stehen. Der Film verdeutlicht damit, wie stark strategische Entscheidungen von wissenschaftlicher Präzision und menschlicher Reibung bestimmt wurden.
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