Ein chinesischer Staatsbürger und eine 64-jährige Nepalesin sind am Samstag nach zehn Tagen aus den Trümmern und Tunneln der verheerenden Sturzfluten und Erdrutsche in Nepal lebend gerettet worden. Die Zahl der Todesopfer infolge der Gletscherkatastrophe vom 26. August 2026 steigt unterdessen auf über 1.300 an, während Tausende Menschen weiterhin vermisst werden.
Zehn Tage nach der verheerenden Naturkatastrophe im Himalaya gibt es im Suchgebiet in Nepal neue, unerwartete Hoffnungsschimmer. Rettungskräfte haben am Samstag, dem 5. September 2026, einen chinesischen Staatsbürger und eine ältere Nepalesin lebend aus den Trümmern geholt, wie Reuters berichtet. Die Rettungsaktionen konzentrieren sich weiterhin auf zerstörte Wasserkraftanlagen und verschüttete Ortschaften im Grenzgebiet zu China.
Rettung von Lu Haitao im Upper Trishuli-1-Tunnel
Der chinesische Staatsbürger Lu Haitao wurde am Samstagnachmittag rund 225 Meter tief in einem Tunnel des Upper Trishuli-1-Wasserkraftprojekts in der Region Rasuwa von einem gemeinsamen Team aus nepalesischen Soldaten und ausländischen Katastrophenspezialisten entdeckt und befreit, so die Berichterstattung von Al Jazeera. Er ist der dritte Überlebende, der in den vergangenen Tagen aus den unterirdischen Stollen geborgen werden konnte. Eine Chinese national war pulled alive from a tunnel in Nepal on Saturday, authorities said, 10 days after a wall of ice, rock and mud tore through a Himalayan valley, killing more than 1,300 people.
Der Mann wurde von einer gemeinsamen Rettungseinheit gerettet, wobei die Nachrichtenagentur AP anmerkte, dass der Chinese aus dem Audit Tunnel 4 des Upper Trishuli 1 Hydropower Project befreit wurde. „A joint rescue team comprising the Nepali Army and foreign rescuers has rescued a Chinese national, Luhaitao, alive from inside a tunnel at the Upper Trishuli-1 Hydropower Project,erklärte die nepalesische Armee zu dem Einsatz.
Chandika Kumari Shrestha nach elf Tagen aus Haus geborgen
Zeitnah zu dem Tunneleinsatz gelang der Fund der 64-jährigen Chandika Kumari Shrestha in der Ortschaft Betrawati im benachbarten Distrikt Nuwakot. Ein neunköpfiges Team der Armed Police Force barg die Frau aus dem überfluteten und verschütteten vierten Stockwerk ihres eigenen Wohnhauses, wie die Nachrichtenagentur Anadolu Agency festhält. Sie wurde demnach aus dem vierten Stock ihres eigenen vierstöckigen Hauses in Betrawati evakuiert, das nach den Sturzfluten von Schutt und Geröll begraben worden war.

Die 64-jährige Chandika Kumari Shrestha verbrachte 11 Tage unter den Trümmern ihres Hauses, ehe die Rettungskräfte sie am Samstag bargen. „A 64-year-old woman found alive after spending 11 days buried beneath a house following devastating flash floods in Betravati, Nuwakot, Nepal, was on Saturday rescued by the team,hoben Berichte hervor, wonach die Rettung inmitten einer massiven Suchaktion im betroffenen Land stattfand.
Die Rettungseinsätze folgen auf die Entdeckung weiterer Überlebender in den Tagen zuvor, darunter Personen aus der Trishuli-3A-Wasserkraftanlage am Freitag. Behördenvertreter schöpfen aus diesen Funden neue Zuversicht, dass in den teilweise eingeschlossenen Räumen und Gebäuden der zerstörten Kraftwerksinfrastruktur weitere Menschen überlebt haben könnten.
Hintergrund der Katastrophe und humanitäre Lage
Die Katastrophe nahm ihren Ausgang am 26. August 2026, als ein Gletscher in den Himalayas brach und eine Sturzflut aus Wasser, Gestein und Eis auslöste. Die darauffolgende Lawine wälzte sich durch das Tal und zerstörte Ortschaften sowie zahlreiche Wasserkraftprojekte. Das Ausmaß des Unglücks verdeutlichen die von den zuständigen Stellen gemeldeten Opferzahlen, wobei die Gesamtzahl der Todesopfer in Nepal mittlerweile mehr als 1.300 beziehungsweise nach aktualisierten Meldungen 1.331 erreichte.
| Region / Behörde | Bestätigte Todesopfer | Vermisste Personen |
|---|---|---|
| Nepal (National Disaster Management Authority / Offizielle Angaben) | Über 1.300 / 1.331 | Tausende vermisst |
| Tibet (Autonome Region China / Staatsmedien) | 5 | Über 1.400 (gesamt in Nepal und Tibet) |
Unter den Vermissten befinden sich neben Einheimischen auch ausländische Staatsangehörige, darunter eine niedrige zweistellige Zahl deutscher Staatsangehöriger, wie das Auswärtige Amt mitteilte. Unter den geretteten Personen befand sich zudem eine vierköpfige deutsche Familie aus dem Berchtesgadener Land, die während einer Trekking-Tour in Trishuli Bazar von den Wassermassen überrascht worden war, jedoch rechtzeitig ihren Plan ändern konnte.
Hoffnung der Familien und internationale Nothilfe
In den Lagern und Suchgebieten klammern sich Familien weiter an die Hoffnung, während Hunderte Menschen vermisst bleiben und die Rettungsarbeiten an den Wasserkraftprojekten fortgesetzt werden. Die Rettung von Lu Haitao und Chandika Kumari Shrestha hat neue Zuversicht genährt, dass in den überfluteten Tunneln und Gebäuden noch weitere Menschen lebend gefunden werden könnten.

„We are very confident that they must be alive after one week because… they have food and water over there in the building,erklärte Amhsu Kiran Shahi, ein Vorstandsmitglied der Nepal Electricity Authority, gegenüber Reuters mit Blick auf die in den Gebäuden von Wasserkraftwerken vorhandenen Räume und Vorräte.