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Technik und Wissenschaft

Hacker fordern zwei Millionen Euro Lösegeld vom Berliner Senat

Nach einem schweren Hackerangriff auf das Berliner Landesnetz erpresst die mutmaßliche Cyberkriminellen-Gruppe Rhysida das Land Berlin um rund zwei Millionen Euro. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner lehnte eine Zahlung ab, während Sicherheitsbehörden das betroffene Netzwerk nach weiteren abgeflossenen Daten scannen.

Die Sicherheitslage in der Berliner Landesverwaltung hat sich drastisch verschärft. Nach wochenlangen Ermittlungen und intensiven Analysen hat die Hackergruppe Rhysida eine offizielle Lösegeldforderung an das Land Berlin gerichtet nach ihrer erfolgreichen Hackerattacke auf das Datennetz der Verwaltung. Die Täter fordern eine Zahlung in Höhe von 30 Bitcoin, umgerechnet etwa zwei Millionen Euro oder rund £1.7m nach Angaben von lokalen Medienberichten.

Millionenforderung und Ultimatum im Darknet

Die Erpresser machten ihre Forderung über Einträge im Darknet sowie durch direkte Kontaktaurakunft publik und setzten dem Senat ein enges Ultimatum laut Recherchen mehrerer Zeitungen. In den entsprechenden Ankündigungen behaupten die Angreifer, bei ihrem Vormarsch knapp sechs Terabyte an Daten erbeutet zu haben wie Sicherheitskreise bestätigten.

Die Täter stellten die gestohlenen Datensätze im Rahmen einer Auktion online. Das Mindestgebot liegt bei 30 Bitcoins, also rund zwei Millionen Euro. Die Versteigerung läuft bis Freitag, erklärte Senatssprecherin Christine Richter gegenüber der Presse. Der Senat geht davon aus, dass die Daten nach Ablauf der Frist andernorts veröffentlicht oder weiterverkauft werden wie die Behörden mitteilten.

Reaktion des Senats und Absage an die Erpresser

Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner bezog nach einer Sondersitzung des Berliner Senats eine klare Position zu den Vorfällen. Das Land Berlin ist Opfer einer schweren Straftat geworden, sagte Wegner, betonte jedoch gleichzeitig: Das Land Berlin wird sich nicht erpressen lassen nach Angaben des Senders tagesschau.de.

Hacker fordern zwei Millionen Euro Lösegeld vom Berliner Senat
Photo: Morgenpost

Die Nachricht über die Erpressung ging am vergangenen Donnerstag gegen 17:30 Uhr ein wie unterrichtete Kreise bestätigten. Innensenatorin Iris Spranger betonte in diesem Zusammenhang, dass die bevorstehenden Wahlen von dem Vorfall in keiner Weise beeinträchtigt sind. Die Wahl ist zu 100 Prozent abgesichert, versicherte Spranger im Rahmen der politischen Berichterstattung.

Ausmaß des Datendiebstahls und betroffene Ressorts

Der Cybervorfall erwies sich im Verlauf der Untersuchungen als deutlich umfangreicher als zunächst angenommen. Ursprünglich ging die Verwaltung von weitaus geringeren Auswirkungen aus, ehe Digitalstaatssekretär Florian Hauer einräumen musste, dass auch sensible und personenbezogene Informationen betroffen sein könnten laut Berichten der Berliner Zeitung.

Hacker fordern zwei Millionen Euro Lösegeld vom Berliner Senat
Photo: WELT

Im Fokus des Angriffs standen zwei wesentliche Bereiche der Verwaltung: die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt wie Recherchen des Merkurs zeigen. Die Angreifer hatten demnach vom 7. August bis zum 12. August unbemerkt Zugriff auf die Systeme, bevor die betroffenen Netzteile am 14. August vom übrigen Landesnetz getrennt wurden bestätigten offizielle Stellen.

Betroffene Bereiche & DetailsSchnittstellen und Fakten
Zeitraum des unbemerkten Abflusses7. bis 12. August 2026
Fristende der ErpresserFreitag
Geforderte Summe30 Bitcoin (ca. 2 Millionen Euro / £1.7m)
ErmittlungsbehördenLandeskriminalamt und Berliner Staatsanwaltschaft

Sicherheitsmaßnahmen und laufende Ermittlungen

Alle Systeme im Land Berlin müssen gescannt werden, um auszuschließen, dass noch weitere Daten abgeflossen sind, betonte Senatssprecherin Christine Richter im Anschluss an die Senatssitzung.

Hackerangriff auf Berliner Senat: Zwei Verwaltungen vom Landesnetz getrennt

Zu den mutmaßlichen Täterinnen und Tätern ermitteln nun das Landeskriminalamt sowie die Staatsanwaltschaft Berlin unter Berufung auf Medienberichte. Laut Auskünften des Senats handelt es sich bei der Gruppe Rhysida um eine international agierende, hochprofessionelle Vereinigung, die in der Vergangenheit bereits Ziele in Europa und den Vereinigten Staaten attackierte wies die Sprecherin hin. Hinweise auf konkrete staatliche Verbindungen nach Russland liegen den deutschen Sicherheitsbehörden derzeit zwar nicht vor, können von offizieller Seite jedoch auch nicht gänzlich ausgeschlossen werden berichtete n-tv.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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