Am 30. August 2026 ist das NASA-Weltraumteleskop Roman vom Kennedy Space Center in Florida gestartet. Mit einer Falcon-Heavy-Rakete von SpaceX auf den Weg gebracht, soll das Infrarotteleskop in den kommenden Jahren das Universum erkunden, Dunkle Materie untersuchen und über 100.000 Exoplaneten finden.
Das neue Weltraumteleskop der US-Raumfahrtbehörde reiht sich neben den bekannten Sonden Hubble und Webb ein (Der Standard). Ursprünglich war die Fertigstellung für Mai 2027 anvisiert, doch dank eines sehr guten Zeitplans wurde der Termin schliesslich vorgezogen (Der Standard). Am Sonntag, dem 30. August 2026, hob die Falcon Heavy um 7:26 Uhr von der Startrampe 39A ab (USA Today). Nach Angaben von NASA-Administrator Jared Isaacman verlief der Start erfolgreich, und alle Systeme arbeiteten wie vorgesehen (USA Today).
Reise zum Lagrange-Punkt L2 und erste Schritte im All
Nach der erfolgreichen Trennung von der Trägerrakete entfaltete das Teleskop seine Solarpaneele und die Sonnenschutzblende (Discover Magazine). Nächstes Etappenziel ist der zweite Lagrange-Punkt der Sonne-Erde-Konstellation (L2), der rund eine Million Meilen von der Erde entfernt liegt (USA Today). Dort befindet sich bereits das James-Webb-Weltraumteleskop, das seit 2022 im Orbit kreist (Discover Magazine). NASA betonte, dass eine Kollision zwischen den Sonden aufgrund der präzisen Steuerung kein Risiko darstellt (Discover Magazine).
In den Tagen nach dem Abheben schalten die Bodenkontrollteams nacheinander die Instrumente ein. Dazu gehört auch das Koronograf-System, das gezielt Planeten in fremden Sonnensystemen abbilden soll (Discover Magazine). Rund zwei Wochen später folgt die Aktivierung des Hauptinstruments: der Wide Field Instrument (WFI), einer 300-Megapixel-Kamera (Discover Magazine). Die Reise zum Einsatzort sowie die anschliessenden Tests und Kalibrierungen nehmen schätzungsweise 90 Tage in Anspruch (Heise).
Vergleich mit Hubble und die Suche nach Dunkler Energie
Benannt ist das Teleskop nach Nancy Grace Roman, der ersten Astronomie-Chefbeauftragten der NASA, die als massgebliche Wegbereiterin des Hubble-Teleskops gilt (Heise). Das neue Instrument verbindet die Schärfe von Hubble mit einem hundertmaleren Blickfeld (USA Today).

„It will be as if Hubble and James Webb kind of peer through a keyhole at the universe, while Nancy Grace Roman will kick the door down.“
Nicky Fox, Associate Administrator for Science bei der NASA
Während Hubble für eine Aufnahme der Andromeda-Galaxie mehrere hundert Einzelbilder benötigt, schafft das Roman-Teleskop dies mit zwei Aufnahmen, wie der Astrophysiker Eric Perlman von der Florida Tech erläuterte (USA Today). Dank der hohen Geschwindigkeit und des enormen Sichtfelds soll die Mission Einblicke in die Ausdehnung des Universums und die Eigenschaften von Dunkler Materie und Dunkler Energie liefern (USA Today). Senior-Projektwissenschaftlerin Julie McEnery merkte an, dass eine einmonatige Beobachtungsphase durch das neue Teleskop etwa 20 Milliarden Sterne in unserer Milchstrasse erfassen könnte (USA Today).
Technische Eckdaten und geplante Exoplaneten-Funde
Das Infrarotteleskop bringt eine Masse von rund 8.000 Kilogramm auf die Waage — ein Vergleich, den die NASA anschaulich mit einem Tyrannosaurus rex anstellte (Heise). Vollständig im All ausgefahren misst das Gerät 12,7 Meter in der Länge und 4,4 Meter in der Breite (Heise). Pro Tag soll die Mission 1,4 Terabyte an Daten zur Erde übertragen (USA Today). Über die auf fünf Jahre angelegte Betriebsdauer hinweg wird mit einem Gesamtvolumen von mehr als 20 Petabyte gerechnet (Discover Magazine). Die Gesamtkosten für das Projekt sind mit rund 5,3 Milliarden US-Dollar veranschlagt (Heise).

Ein zentraler Schwerpunkt der Mission liegt auf der Entdeckung neuer Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems. Bislang sind mehr als 6.300 Exoplaneten bestätigt; das Roman-Teleskop soll diese Zahl durch den Einsatz spezieller Suchmethoden, darunter Mikrolinseneffekte und die Transitmethode, um über 100.000 Funde erweitern (Heise). Erste wissenschaftliche Aufnahmen des Observatoriums werden für Anfang 2027 erwartet (Heise).
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